Wolfgang Hawly

iPhone und iPadGut versteckt: Diese geheimen iOS-8-Funktionen müssen Sie kennen

Mit iOS 8 hat Apple seinen Nutzern über 100 neue Funktionen spendiert. Einige der neuen Features sind jedoch tief in den Untermenüs verborgen. FOCUS Online zeigt Ihnen fünf geheime iOS-Schätze.

Selbstzerstörungsfunktion für Fotos und Videos

MitiOS8 spendierte Apple auch seiner Nachrichten-App „iMessage“ endlich ein Update – die nun ein cleveres Feature erhält. Audioaufnahmen und Videos kann der Nutzer nämlich nicht nur mit einem Fingertipp zügig verschicken, sondern auch mit einer Selbstzerstörungsfunktion versehen. Dafür muss er lediglich den Kamera- oder Mikrofon-Button etwas länger als gewöhnlich gedrückt halten. Anschließend werden alle versendeten Aufnahmen automatisch nach zwei Minuten gelöscht. Bei Fotos ist die Funktion sogar standardmäßig voreingestellt.

Wer frisst hier Strom?

Im Zuge seines Betriebssystem-Updates hat Apple seinen Usern auch eine neue Möglichkeit zur Erhöhung der Akkulaufzeit von iOS-Geräten an die Hand gegeben. In den Einstellungen unter dem Punkt „Allgemein“, „Benutzung“ und „Batterie“ findet der User eine Funktion, die anzeigt, wie viel Strom die einzelnen Apps in den letzten 24 Stunden verbrauchten. Außerdem zeigt das Smartphone an, ob der hohe Akkuverbrauch generell anfällt oder einer intensiven Nutzung des Programms geschuldet ist. Dank des Features kann der Nutzer Anwendungen, die den Akku zu stark belasten, durch stromsparendere Alternativen ersetzen.

Ausgewählte E-Mail-Pushs

iOS-User, die täglich mehr als 30 E-Mails in ihrem Postfach vorfinden, werden standardmäßig wohl keinen E-Mail-Push aktivieren. Wer aber gezielt auf eine Antwort wartet, muss trotzdem nicht sein Postfach belauern. In der entsprechenden App lassen sich Push-Nachrichten für E-Mails von einem ausgewählten Absender einrichten.  Dazu muss der User nur in dem entsprechenden Thread unter dem Menüpunkt „Mehr“ den Push einrichten.

CHIP-Sonderheft zum iPhone 6
Erfahren Sie, welche Neuerungen das neuen iPhone mitbringt und in welchen Punkten dieses Model alle Vorgänger übertrifft. PLUS iOS 8 und Apple Watch. Ein Sonderheft von CHIP und FOCUS Online.

Passende Musik mit Siri

Apples Sprachassistent Siri macht seit iOS 8 auch Musik. Nutzer, die gerade einen Song hören, den sie nicht kennen, können dank einer Integration der Musikerkennungssoftware Shazam ab sofort Siri um Auskunft bitten. Um die freundliche Helferin zu aktivieren, reicht der Satz „Hey, Siri“.

 

Wolfgang Hawly

Einlagensicherung wird gesenkt !                                                                             Mehr als 170 Banken kappen die Garantie für Ihr Erspartes

Banken sichern die Guthaben ihrer Sparer über eine Einlagensicherung. Doch die privaten Geldhäuser senken nun die Beträge, die sie pro Kunde garantieren. Was das für Sparer bedeutet – und wie hoch die Sicherheitspuffer der Banken sind.

Wer sein Geld zur Bank trägt, tut das, weil es dort sicherer untergebracht sein soll als daheim unter dem Kopfkissen. Doch ganz außer Gefahr ist das Ersparte auch bei einer Bank nicht. Das Institut kann pleite gehen – und dann sind die Einlagen der Kunden womöglich futsch.

Um das zu verhindern, gibt es die Einlagensicherung. Neben der gesetzlichen Einlagensicherung, die pro Kunde und Bank Guthaben bis 100.000 Euro absichert, gibt es in Deutschland den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken.

Im Bankenverband sind mehr als 170 Privatbanken organisiert – und die wollen ihren Kunden nun weniger Schutz bieten. Die Sparkassen und die Volks- und Raiffeisenbanken unterhalten jeweils eigene Einlagensicherungssysteme.

Reduzierter Schutz

Kunden privater Banken in Deutschland sollen demnächst per Brief darüber informiert werden, dass ihre Institute die Quote, bis zu der Einlagen über den gemeinsamen Fonds abgesichert sind, ab kommendem Jahr senken. Bisher sichert der Fonds des Bankenverbands Einlagen bis zu einer Höhe von 30 Prozent des Eigenkapitals einer Bank ab. Ab dem 1. Januar 2015 sinkt diese Grenze auf 20 Prozent, 2020 auf 15 Prozent und ab dem Jahr 2025 sogar auf 8,75 Prozent.

Was die Sicherungsgrenze konkret bedeutet, zeigt der Bankenverband anhand eines Beispiels:

Wenn die Sicherungsgrenze bei der Bank X bei zehn Millionen Euro liegt, dann sind Einlagen, die ein einzelner Kunde bei Bank X hat, bis zu dieser Höhe geschützt. Auch wenn mehrere Kunden Einlagen von jeweils 10 Millionen Euro bei dieser Bank haben, greift die Absicherung.

So viel zahlt Ihre Bank

Wenn die Grenze für die Kapitalabsicherung nun sinkt, sinkt auch der gesicherte Höchstbetrag pro Kunde.

Ein Beispiel:Eine Bank hat zehn Millionen Euro Eigenkapital. Bei einer Sicherungsquote von 30 Prozent garantiert die Bank drei Millionen Euro pro Kunde. Bei einer Sicherungsquote von 20 Prozent steht sie nur noch für zwei Millionen Euro gerade.

Sicher in die Zukunft?

Beim Bankenverband versucht man, die niedrigeren Standards positiv darzustellen. „Ihre Einlagen werden auch in Zukunft mit der abgesenkten Grenze sehr gut geschützt sein“, steht in einer Broschüre des Bankenverbands.

Michael Kemmer, Geschäftsführer des Bankenverbands, sieht keine zusätzlichen Risiken für die Sparer. „Für Privatkunden ändert sich nichts – ihr Spargeld bleibt sicher“, versprach Kemmer in einem Interview mit der Stiftung Warentest. Auch in Zukunft seien weit mehr als die gesetzlich abgesicherten 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt. „Selbst nach der Absenkung zum 1. Januar 2015 liegt der Mindest­schutz bei unserer kleinsten Mitglieds­bank noch bei einer Million Euro pro Kunde“, sagte Kemmer.

Laut Bankenverband gibt es für die sinkenden Garantien einen guten Grund: die gestiegenen Anforderungen an die Kapitalausstattung der Banken. Schließlich liege die Sicherungsgrenze schon seit 1976 bei 30 Prozent. Seitdem seien die vorgeschriebenen Kapitalpuffer der Banken jedoch „ganz erheblich gestiegen“. Anders gesagt: Es ist jetzt mehr Eigenkapital vorhanden, mit dem die Bank haften und dadurch eine Pleite verhindern kann.

Dicker Puffer

Mit diesem Argument hat der Bankenverband nicht Unrecht. Tatsächlich verlangen die Aufseher heute viel höhere Eigenkapitalquoten als noch vor einigen Jahren. Dass die meisten großen Banken diesen Puffer aufgebaut haben, hat der vor kurzem abgeschlosseneStresstest der Europäischen Zentralbank(EZB) gezeigt. Fast alle deutschen Institute schnitten dabei solide ab.

Trotzdem gehen Experten davon aus, dass bei extremen Marktverwerfungen die deutschen Sicherungssysteme ohne Staatshilfe unter Druck geraten würden. Bei einer großen Bankpleite müsste wohl der Staat einspringen.

Wie viel Geld in ihrem Sicherungsfonds liegt, verraten die Privatbanken nicht. Schätzungen gehen von rund fünf Milliarden Euro aus, eingezahlt von den teilnehmenden Instituten. Im Ernstfall ist das ein Tropfen auf den heißen Stein. Schließlich liegen auf deutschen Sparkonten rund 1,9 Billionen Euro.

Quelle: Focus Online

Wolfgang F. Hawly

In diesen Städten steigen die Mieten am stärksten

 

Hoch, höher, Wolfsburg: In keiner deutschen Stadt sind die Mieten in den vergangenen fünf Jahren so stark gestiegen wie in der Autostadt. Damit liegt Wolfsburg im Trend: Mittelstädte haben die Metropolen bei den Preissteigerungen abgehängt.

Die Preise bei Neuvermietungen in Deutschland sind in den letzten fünf Jahren dramatisch gestiegen. Das geht aus einer Untersuchung des Immobilienportals ImmobilienScout24 hervor, die „Bild am Sonntag“ (BamS) in Auszügen vorliegt.

Laut der Untersuchung sind die durchschnittlichen Kaltmieten bei Neuvermietungen vor allem in mittelgroßen Städten deutlich gestiegen.

Die größten Preissprünge gab es in:

Wolfsburg: plus 40,7 Prozent

Berlin: plus 30,8 Prozent

Ingolstadt: plus 28,9 Prozent

Kassel: plus 28,8 Prozent

Göttingen: plus 27,7 Prozent

Fürth: plus 27,6 Prozent

Braunschweig: plus 24,8 Prozent

Würzburg: plus 24,2 Prozent

Augsburg plus 22,7 Prozent

Dresden: plus 22,6 Prozent

Jena: plus 21,7 Prozent

Nürnberg: plus 21,1 Prozent

Regensburg: plus 20,2 Prozent

Auto- und Unistädte am gefragtesten

Michael Kiefer, Chefanalyst bei ImmobilienScout24 sagt: „Die Mieten steigen vor allem in attraktiven oder wirtschaftsstarken Städten, wo die Preise über Jahre noch moderat waren.“ Das treffe etwa auf Automobilstandorte wie Wolfsburg und Ingolstadt sowie Universitätsstädte zu, aber auch auf Berlin.

Am geringsten fiel die Steigerung in Nordrhein-Westfalen aus. Dort liegen die Städtemit den kleinsten Steigerungsraten:

Wuppertal: plus vier Prozent

Hagen: plus 4,3 Prozent

Remscheid: plus 4,7 Prozent

Quelle. Focus Online

Wolfgang F. Hawly

Nicht nur Putin zittert: Wie die USA mit ihrer Öl-Flut Regime ins Wanken bringen

Fracking hat die Regeln auf dem Ölmarkt verändert. Vorbei sind die Zeiten immer weiter steigender Preise. Den Ölstaaten brechen Milliarden-Einnahmen weg – mit verheerenden Folgen.

Über Jahrzehnte kannte der Ölmarkt nur eine Gleichung: Sinken die Preise, senkt das mächtige Ölkartell Opec seine Produktion. Doch in diesem Herbst ist alles anders. Der Ölpreis bricht ein, und das Öl sprudelt einfach weiter. Ein Barrel kostet je nach Sorte nur noch 77 bis 84 Dollar. Seit Ende Juni sind die Ölpreise um etwa 25 Prozent gefallen, die Nordseesorte Brent markierte ein neues Vierjahrestief. Und Saudi-Arabien, das tonangebende Mitglied der Organisation erdölexportierender Länder (Opec), macht keinerlei Anstalten, seine Öl-Förderung zu drosseln. Stattdessen senkte das Land im September und Oktober die Preise für seine Kunden. Was ist passiert?

Die Antwort findet sich in Nordamerika: Das starke Wachstum der Schieferölproduktion in den USA hat den globalen Ölmarkt grundlegend verändert. Diese Produktion hat sich in den Jahren 2008 bis 2013 auf etwa 2,5 Millionen Barrel pro Tag verfünffacht. Dies hat das Kalkül der Saudis verändert. „Das Hauptziel Saudi-Arabiens ist offensichtlich nicht mehr die Marktstabilität, sondern der Erhalt seines Marktanteils“, kommentiert der französische Wirtschaftsexperte Jacques Blot.

„Wir werden Regimewechsel erleben“

Autofahrer und Wirtschaft freuen sich über den sinkenden Ölpreis. Für manche Staaten dagegen wird er zur Bedrohung. Staaten wie Libyen, Venezuela oder der Iran sind auf einen hohen Ölpreis angewiesen, um ihre Haushalte zu finanzieren. Schätzungen liegen bei 110 bis 130 Dollar je Barrel. „Wenn der Ölpreis für längere Zeit unter der Marke von 90 Dollar bleibt, werden wir massive finanzielle Engpässe und Regierungswechsel erleben“, prophezeit Steve Hanke. Der Professor arbeitet beim Think Tank Cato. Für besonders gefährdet hält er den Iran, Bahrain, Venezuela, Algerien, Nigeria, den Irak und Libyen.

Hanke fühlt sich an die Ära des Kalten Krieges erinnert, als Saudi-Arabien ebenfalls nichts gegen den fallenden Ölpreis unternahm. „Der Sowjetunion gingen damit 20 Milliarden Dollar an Einnahmen im Jahr verloren. Die Ausfälle für den Staatshaushalt erwiesen sich als Dolch im Herzen der UdSSR.“

Auch dieses Mal könnte der niedrige Ölpreis zur Bedrohung für Russlands Führung werden– obwohl das Land nicht in der Liste von Hanke auftaucht. Denn eigentlich kalkuliert Russland mit einem Ölpreis von rund 100 Dollar je Barrel.

Russland droht eine Rezession

Die US-Investmentbank Morgan Stanley schätzt, dass Russland pro zehn Dollar, die der Ölpreis fällt, Einnahmen von 32,4 Milliarden Dollar entgehen. Das würde 1,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entsprechen und 19 Milliarden Dollar an Staatseinnahmen. Fällt der Ölpreis auf 80 Dollar, könnte das Russland laut MorganStanley ein Haushaltsdefizit von zwei Prozent des BIP bescheren und die Wirtschaft im kommenden Jahr um zwei Prozent schrumpfen. Die Inflationsrate würde gleichzeitig auf neun Prozent klettern.

Der frühere russische Ministerpräsident Michail Kasjanow erwartet schon bald den Kollaps der russischen Wirtschaft. „Wenn die Sanktionen in Kraft bleiben und der Ölpreis weiter sinkt, werden Russlands Finanzreserven in einem halben Jahr zu Ende sein“, sagte Kasjanow im Interview mit FOCUS. Putin muss heute schon Rosneft aus dem Staatshaushalt retten. Weitere Konzerne folgen bald. Dafür muss er Geld drucken. Das bedeutet Inflation, der Rubelkurs wird fallen, der Lebensstandard sinken. Ich erwarte den Kollaps in einem Jahr.“

Allerdings könnte der fallende Ölpreis nicht nur für viele Staaten zum Problem werden, sondern auch für die USA selbst. Schieferöl ans Tageslicht zu bringen, ist viel aufwendiger und teurer als die Förderung auf den riesigen Ölfeldern im Nahen Osten. Wo die Gewinnschwelle genau liegt, ist unklar und trägt zu den Unsicherheiten auf dem Ölmarkt bei. Experten nennen Spannen von 75 bis 85 Dollar pro Barrel. Der jetzige Preissturz könnte also Investitionen in neue Schieferölprojekte aufschieben oder andere Quellen unrentabel machen. Die arabischen Ölproduzenten würden also einen lästigen Konkurrenten schwächen.

Quelle: Focus Online

Wolfgang Hawly

Das beste Smartphone für die meisten Menschen

Das iPhone ist und bleibt für uns das beste Smartphone für die meisten Menschen – sofern man es sich leisten kann und will. Das iPhone 6 bietet erstklassiges Design, höchste Verarbeitungsqualität, top Performance und eine der besten Smartphone-Kameras, die zur Zeit auf dem Markt sind. Was will man mehr?

Das selbe gilt natürlich auch für das iPhone 6 Plus, das mit einem zusätzlichen optischen Bildstabilisator bei der Kamera nochmal eins oben drauf setzt. Den meisten Menschen wird das iPhone 6 Plus aber wohl zu groß sein. Daher ist das iPhone 6 unser Favorit.

Die Bestenlisten im Abschnitt „Andere Meinungen“ wurden aktualisiert.

Damit sind wir auch schon bei der wichtigsten Neuerung der neuen iPhone-Generation: sie sind viel größer geworden. Nach dem 4-Zoll-Bildschirm des iPhone 5s verfügt das iPhone 6 nun über eine Bildschirmdiagonale von 4,7 Zoll, das iPhone 6 kommt auf gewaltige 5,5 Zoll. Apple hat sich hier – ausnahmsweise – einmal den Kundenwünschen gebeugt und folgt dem Trend zu größeren Displays.

Welche Größe man bevorzugt, ist Geschmacksache und hat auch damit zu tun, wie groß die eigenen Hände sind. Denn so angenehm ein größerer Bildschirm auch ist, die Bedienung mit einer Hand wird dadurch eindeutig schwieriger. Das ist auch der Grund, warum sich Apple so lange gegen größere Modelle gesperrt hat: nach Apples Philosophie sollte der Daumen der haltenden Hand bis zur oberen Ecke des Bildschirms reichen, damit man das iPhone auch mit einer Hand komplett bedienen kann.

Das ist beim iPhone 6 Plus nun auch für Menschen mit außergewöhnlich großen Händen nicht mehr drin und wird für viele Menschen auch beim „kleinen“ iPhone 6 schwierig. Aber Apple wäre nicht Apple, wenn sich die Firma aus Cupertino nicht auch für dieses Problem etwas einfallen ließe: ein doppeltes Tippen – nicht klicken – auf den Homebutton schiebt den Bildschirminhalt so weit nach unten, dass man mit dem Daumen die oberen Bedienelemente erreichen kann und verschwindet dann wieder.

Das ist okay, aber letztlich nur eine Notlösung. Jedem sollte klar sein, dass man sowohl das iPhone 6 als auch das iPhone 6 Plus öfter mit zwei Händen bedienen wird als nur mit einer. Solange der Menschheit nicht größere Hände wachsen, schließen sich der Wunsch nach einem möglichst großen Smartphone-Bildschirm und der nach möglichst einhändiger Bedienung leider weitgehend aus.

Wer das iPhone bislang schon wegen seines kleineren Formfaktors geschätzt hat, dem bleibt nur das iPhone 5s. Es ist zwar schon seit einem Jahr auf dem Markt, zeigt aber auch mit dem neuen iOS 8 keinerlei Anzeichen von Altersschwäche.

Was ist noch neu?

Ansonsten hat Apple beim iPhone 6 vor allem solide Produktpflege betrieben. Die Bildschirme sind nicht nur größer geworden, sondern haben auch eine höhere Auflösung, die Apple „Retina HD“ nennt. Auch wenn andere Android-Modelle mit noch höherer Pixeldichte protzen – das ist letztlich Augenwischerei: die Anzeige der iPhones ist gestochen scharf, den Unterschied zu noch höheren Auflösungen sehen Sie nicht, dafür wirkt sie sich negativ auf Performance und Akkulaufzeit auf.

Auch in Sachen Farbdarstellung, Kontrast und Blickwinkelstabilität bewegt sich das Display des iPhone 6 auf dem Top-Niveau der OLED-Anzeigen von Samsung und Nokia. Da sind sich auch alle anderen Tester einig: der Bildschirm des iPhone 6 ist hervorragend.

Natürlich gibt es beim neuen iPhone außerdem schnellere und effizientere Prozessoren, bessere WLAN- und LTE-Chips und endlich den Funkstandard NFC – zumindest theoretisch, denn NFC bleibt beim iPhone auf Apples neues Bezahlsystem beschränkt und das ist bis auf weiteres in Deutschland nicht verfügbar.

In Sachen Performance lässt das iPhone die Konkurrenz mal wieder hinter sich. Trotz der auf den ersten Blick höheren Leistungswerte von Top-Android-Smartphones hat das iPhone 6im Benchmark-Test von Netzwelt in fünf von zehn Tests die Nase vorn – ein Ergebnis das auch die Tester von Toms Hardwarebestätigen. Grund dafür ist die gute Abstimmung von Hard- und Software und die ressourcenschonendere Arbeitsweise von Apples iOS. Das Fazit von Netzwelt:

„Das iPhone 6 ist damit der neue Benchmark-König und damit erst einmal das leistungsfähigste Smartphone am Markt.“

Sensationelle Kamera

Obwohl die Kamera des iPhone 5s ohnehin schon zu den besten gehörte, legt Apple beim iPhone 6 die Latte noch einmal deutlich höher. Während viele Hersteller sich immer höheren Megapixel-Zahlen verschreiben, bleibt Apple beim iPhone 6 bei der Auflösung von 8 Megapixeln und setzt auf bessere Kamerafunktionen.

So verfügen beide iPhone 6 Modelle nun über einen Phasen-Autofokus, wie er bislang nur bei System- und Spiegelreflexkameras zum Einsatz kommt. Das iPhone stellt damit wesentlich schneller scharf, was nicht nur beim Fotografieren sehr angenehm ist, sondern vor allem auch bei Videoaufnahmen einen riesigen Unterschied macht: keine Unschärfen mehr, wenn das Kind auf einen zuläuft, sondern alles immer knackig im Fokus.

Neu ist auch die Möglichkeit neben Zeitraffer auch Zeitlupen mit 240 Bildern pro Sekunde aufzunehmen – Ihren alten Camcorder können Sie damit endgültig einmotten.

Die Kamera des iPhone 6 gehört damit fraglos zu den leistungsfähigsten Smartphone-Kameras auf dem Markt, wenn nicht gar zur besten überhaupt.

Einen Foto-Vergleich zwischen iPhone 6 Plus, Samsungs Galaxy S5 und dem Nokia Lumia 930 finden Sie hier bei AereaMobile. Einen noch ausführlicheren Vergleich gibt es bei Ars Technica (mit dabei auch das HTC One und das neue Moto X).

Verarbeitung: Was ist mit „Bendgate“?

Viel Spott und Häme musste Apple ertragen, als ein Blogger vorführte, dass sich das iPhone 6 Plus mit einigem Kraftaufwand verbiegen lässt. Doch in einem Test stellte die amerikanischen Partnerorganisation von Stiftung Warentest schnell fest, dass andere Top-Smartphones sich teilweise noch leichter verformen.

Mehr als 30 Kilogramm Druck sind nötig, um ein iPhone 6 zu verbiegen, bei einem iPhone 6 Plus sind es sogar mehr als 40. Auch wenn das LG G3, das iPhone 5 und das Samsung Galaxy Note 3 sogar an die 60 Kilogramm Druck aushalten – ein echtes Problem sehen wir hier genauso wenig wie die Tester vonConsumer Reports und Stiftung Warentest.

Im Gegenteil: die Verarbeitung des iPhone 6 ist nach wie vor unübertroffen, Spaltmaße lassen sich bestenfalls erahnen, höchstens das HTC One (M8) kommt vielleicht an die Haptik des iPhone 6 heran.

Die Mischungs macht‘s

Verarbeitungsqualität und technische Daten sind eine Sache, wie gut ein Smartphone benutzbar ist, eine ganze andere. Hier kommt es vor allem auf das Zusammenspiel von Hard- und Software an, und da ist Apple nach wie vor top.

Das hat natürlich auch damit zu tun, dass Apple als einziger Smartphone-Hersteller sowohl Hard- und Software im eigenen Haus produziert und perfekt aufeinander abstimmt. Üblicherweise bringt Apple nur ein neues Smartphone pro Jahr auf den Markt, in diesem Jahr sind es ausnahmsweise zwei. Entsprechend mehr Aufmerksamkeit fließt in die kleinsten Details ein, sei es beim Gerät oder bei der Software. Und so sieht bei Apple eben alles einen Tick besser aus und funktioniert noch ein bisschen reibungsloser als bei der Konkurrenz.

Auch wenn Android inzwischen kräftig aufgeholt hat – im ausführlichen Smartphone-Betriebssystem-Vergleichstest von Connect ging Apples iOS als klarer Sieger hervor: einen höheren Bedienkomfort bietet derzeit kein anderes mobiles Betriebssystem. Kein Wunder, dass das iPhone bei der Kundenzufriedenheit immer noch alle anderen Smartphones übertrifft.

Apple bietet darüber hinaus mit iTunes und App Store das umfangreichste Ökosystem mit einem riesigen Angebot an Apps, Büchern, Musik und Filmen an. Der nahtlos integrierte Backup- und Synchronisierungsdienst iCloud macht es auch Nicht-Technikfreaks leicht, diese Angebote zu nutzen.

Dieser engen Integration ist es auch zu verdanken, dass iPhone-Besitzer immer schnell mit den neuesten Software-Updates versorgt werden – ganz im Gegensatz zu vielen Android-Smartphones.

Schwächen

Es gibt vor allem zwei Punkte, bei denen das iPhone 6 etwas enttäuscht. Da ist zum einen die Batterielaufzeit. Die ist gut, aber nicht überragend.

Bei normalem Gebrauch kommt man zwar mit einer Batterieladung gut über den Tag, spätestens am Nachmittag des zweiten Tages muss das iPhone 6 aber wieder an die Steckdose. Surft man den ganzen Tag im Internet oder guckt stundenlang Videos, muss man das iPhone möglicherweise schon vor dem Abend nachladen. Das gilt überraschenderweise auch für das iPhone 6 Plus, von dem man aufgrund seiner Größe eigentlich eine längere Batterielaufzeit erwartet hätte.

Der zweite Punkt ist die fehlende Möglichkeit, den Speicher zu erweitern. Zwar umgeht Apple damit das Problem des Speichermanagements – längst nicht alle Apps lassen sich bei Android-Smartphones mit Speichererweiterung auf die zweite Speicherkarte auslagern und auch unter Sicherheitsaspekten ist ein Speicherkartenslot bedenklich.

Ärgerlich ist aber, dass Apple das iPhone 6 in der Basisversion nur mit 16 GB ausliefert, die nächste Größe aber gleich den Sprung auf 64 GB macht. Die Zwischengröße von 32 Gigabyte hat Apple beim iPhone 6 überraschenderweise gestrichen. Wenn es schon keine Möglichkeit zur Speichererweiterung gibt, sollte die Basisversion zumindest mit 32 GB kommen.

Denn auch wenn bei älteren iPhone-Modellen 16 GB Speicherplatz noch gut ausreichten, bei den neueren Modellen mit der 8 Megapixel-Kamera ist das eigentlich nicht mehr der Fall. Die Fotos verbrauchen so viel Speicherplatz, dass das iPhone schnell voll ist, vor allem, wenn man noch etwas Musik und einige Apps darauf hat – und wer hat das nicht?

Aus diesem Grund raten wir davon ab, das iPhone 6 mit nur 16 GB Speicher zu kaufen. Für die Version mit 64 GB verlangt Apple allerdings leider gleich 100 Euro mehr auf den ohnehin nicht gerade günstigen Basispreis. Wobei wir beim größten Problem des iPhone 6 wären: dem Preis.

Größtes Manko: der Preis

Machen wir uns nichts vor: das iPhone ist teuer, eigentlich zu teuer. 700 Euro verlangt Apple für das iPhone 6 mit 16 GB Speicher, 800 Euro für die empfehlenswerte Version mit 64 GB Speicher. Beim iPhone 6 Plus sind es jeweils noch einmal 100 Euro mehr, womit man für die Version mit 64 GB Speicher 900 Euro auf den Tisch legen muss. Das ist happig.

Zwar haben auch das Samsung Galaxy S5 und das HTC One (M8)bei Markteinführung knapp 700 Euro gekostet, inzwischen bekommt man beide aber schon für weniger als 500 bzw. 400 Euro. Apple dagegen hält seine Preise erbarmungslos konstant.

Die höheren Preise haben Apple-Nutzer allerdings noch nie davon abgehalten, Apple-Produkte zu kaufen. Ein iPhone ist eben ein iPhone, vielleicht auch gerade deshalb, weil es nach einem Jahr noch das selbe kostet und seine Preise nicht wie bei der Android-Konkurrenz schon kurz nach Markstart ins Bodenlose fallen.

Das führt aber auch dazu, dass man selbst ein ein Jahr altesiPhone 5s auf eBay gebraucht noch für 400 Euro oder mehr verkaufen kann. Und das macht den Umstieg für bisherige iPhone-Benutzer dann doch vielleicht ein wenig leichter.

Die Konkurrenz

Die größten Konkurrenten des iPhone 6 sind einerseits dasSamsung Galaxy S5 und das HTC One (M8). Beide sind allerdings schon ein wenig länger auf dem Markt. Brandneu sind dagegen das Sony Xperia Z3.

Das Samsung Galaxy S5 musste sich in unserem Test dem HTC One geschlagen geben. Vor allem sein billiges Plastik-Gehäuse ist eines Top-Smartphones unwürdig – kein Vergleich zu einem iPhone oder auch dem wertigen Alu-Gehäuse des HTC One.

Das hat auch Samsung erkannt und schickt mit dem Galaxy Alpha einen regelrechten iPhone-Klon ins Rennen, ein eher halbgarer Versuch, der technisch hinter dem S5 zurück bleibt und auf der Rückseite noch immer nicht vom typischen Samsung-Plastik loskommt.

Aber auch die überladene Touch-Whiz Benutzeroberfläche von Samsung hat uns nicht überzeugt, genauso wenig wie der unausgegorene Fingerabdrucksensor, der im Gegensatz zu dem des iPhones nur sporadisch funktioniert.

Kommt so edel daher wie das iPhone, enttäuscht aber bei der Kamera.

Toll ist dagegen das OLED-Display des Galaxy S5, das mit Full-HD-Auflösung auf 432 ppi Pixeldichte kommt. Und natürlich bietet Samsung wie bei den meisten Android-Smartphones die Möglichkeit, den Speicher günstig per SD-Karte zu erweitern.

Hinsichtlich Verarbeitung und Haptik kommt das HTC Onedagegen durchaus an das iPhone heran. Sein 5-Zoll-Display erreicht stolze 443 ppi und liegt damit deutlich höher als beim iPhone 6.

Größtes Manko des HTC One ist aber die Kamera. Die löst nicht nur mit nur 4 Megapixeln auf, auch die Qualität der Fotos erreicht nicht einmal die eines drei Jahre alten iPhone 4s.

Ganz anders dagegen das Sony Xperia Z3: ganze 20 Megapixel löst die Kamera des Z3 auf, Videos schießt sie in 4K-Auflösung.

Aber Megapixel sind eben nicht alles: bei der Qualität der Fotos bleibt das Z3 hinter der des iPhone 5 zurück und auch in der Verarbeitung kommt es nicht an das iPhone heran. Dafür ist seine Batterielaufzeit etwas besser als die des iPhone 6, aber schlechter als die von HTC One und Galaxy S5.

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iPhone 6 im Test: Andere Meinungen

Wie bei Apple üblich scheiden sich auch beim iPhone 6 die Geister: für die einen ist es das Top-Smartphone schlechthin, für die anderen ist es ein überteuertes Design-Produkt, das zwar technisch solide aber nicht ganz an der Spitze steht.

So bezeichnet CHIP Online das iPhone 6 zwar als „Bestes iPhone aller Zeiten“, in der Smartphone-Bestenliste landet es aber nur auf Platz fünf, hinter zwei Versionen des Sony Xperia Z3, dem HTC One und dem Samsung Galaxy S5.

Die Stärken des iPhone 6 bringt CHIP Online so auf den Punkt:

„Im Test profitiert das neue Apple iPhone 6 vom hervorragenden Betriebssystem, der rasanten Performance sowie der sehr guten Kamera – und endlich ist das Display zeitgemäß groß.“

Bei Computer Bild landeten iPhone 6 und iPhone 6 Plus dagegen zunächst souverän auf den ersten beiden Plätzen der Bestenliste, wurden inzwischen aber vom Samsung Galaxy Note 4 überrundet, das als Phablet mit seinem riesigen 5,7-Zoll-Bildschirm aber nur für wenige Menschen attraktiv sein dürfte.

Besonders gefällt Computer Bild der neue Bildschirm des iPhone 6:

„Neben dem schlanken Gehäuse fällt vor allem das Display auf. […] Die Farben wirken trotz LCD-Technik fast so knallig wie bei den AMOLED-Bildschirmen in Samsungs Galaxy S-Serie.“

Enttäuscht sind die Tester dagegen von der eher schwachen Akku-Laufzeit, die für Vielnutzer ein Problem sein könnte.

So geht es auch den meisten anderen Testern: fast alle finden, die Batterielaufzeit des iPhone 6 könnte besser sein. Und auch das Fehlen einer Speichererweiterung wird immer wieder bemängelt.

Ganz anders dagegen die Kamera. Nicht nur für Computer Bild zählt die Kamera des iPhone 6 „zum besten, was die Smartphone-Welt zu bieten hat“. Der selben Meinung ist die Stiftung Warentest und auch CHIP Online stellt fest:

„Im Apple iPhone 6 steckt eine der aktuell besten Smartphone-Kameras.“

Computer Bild sieht im Labortest der Kamera eine „kleine Sensation“:

„Trotz vergleichsweise niedriger Auflösung […] erreichen iPhone 6 und 6 Plus im Sichttest bei Tageslichtaufnahmen dieselbe gute Sichttestnote wie der Foto-Primus Nokia Lumia 1020 mit 41-Megapixel-Sensor. […] Zudem stellt die iPhone-6-Kamera noch flotter scharf als das schon schnelle iPhone 5S und schießt bei dauerhaftem Druck auf die Auslöser-Fläche so viele Fotos in Serie wie kein anderes Smartphone.“

Dass Megapixel bei einer Kamera nicht alles sind, beschreibt Computer Bild im Vergleich mit dem Galaxy S5:

„Gegenüber dem größten Konkurrenten Galaxy S5 zeigte sich im Test bei Tageslichtaufnahmen ein deutlich geringeres Bildrauschen. So wirken Detailvergrößerungen trotz der niedrigeren Pixel-Auflösung sogar schärfer als beim Galaxy.“

PC-Welt schreibt zum „sensationellen Autofokus“:

„Im Test hat uns vor allem der schnelle Autofokus begeistert […] Das typische Fokus-Pumpen – scharf, unscharf, scharf, unscharf – fällt komplett weg. Sie werden bereits in der Vorschau bemerken, wie fließend der Fokuswechsel funktioniert – bei Videoaufnahmen ist dieses Verfahren ein echtes Plus!

Aber nicht nur die Kamera des iPhone 6 kommt einhellig hervorragend weg. Zur Performance des iPhone 6 schreibt PC-Welt kurz und bündig:

„Das Smartphone läuft einfach beeindruckend performant. Es braucht nicht mehr Leistung.“

Auch die Kollegen von Notebookcheck haben das iPhone 6 einem gründlichen Test unterzogen. Vor allem von der Web-Performance sind sie begeistert:

„Die Browser-Performance des Apple iPhone 6 sucht ihresgleichen. Rein subjektiv werden selbst komplexe Webseiten sehr schnell aufgebaut. Auch die Benchmarks bestätigen diesen Eindruck, beim Browsen im Web macht Apple niemandem etwas vor. Die Werte werden nur noch von vereinzelten Notebooks überboten.“

Neben der Prozessor-Leistung loben die Wiener Notebook-Tester die Verarbeitung:

„Die Verarbeitungsqualität sucht ihresgleichen und ist hervorragend. Das iPhone 6 wirkt stabil, ist verwindungssteif und zeigt sich unempfindlich gegenüber Druck. […] Diesbezüglich gibt es also keinerlei Anlass zur Kritik. Großartig.“

Auch Netzwelt zeigt sich vom Design des iPhone 6 angetan:

„Die Verarbeitung rund um das nun zu den Ecken hin leicht gebogene Display und den Aluminiumrücken ist makellos und höchstens mit der Anfassqualität eines HTC M8 vergleichbar. Es finden sich weder Spaltmaße noch sonstige Auffälligkeiten.“

Tom‘s Hardware sekundiert:

„Das Gehäuse ist wieder einmal eine Klasse für sich.“

Dass man ein Smartphone mitunter auch zum Telefonieren benutzt, haben die Tester von Tom‘s Hardware nicht übersehen:

„Beeindruckt hat uns das iPhone 6 mit seiner tollen Sprachqualität. Wir konnten den Anrufer stets einwandfrei verstehen, auch auf der Gegenseite kamen Stimmen klar und deutlich an.“

Im Fazit fasst Notebookcheck die Qualitäten des iPhone 6 zusammen:

„Das iPhone 6 ist ein wirklich tolles Smartphone. Die Designänderung ist absolut gelungen und die verwendeten Materialien sind hochwertig. Die Verarbeitung ist auf einem hervorragenden Niveau und auch die Performance ist erstklassig. […] Zudem wird all dies durch ein sehr gutes Display und eine prima Sprachqualität abgerundet.“

Wer sollte es kaufen?

Wenn es Ihnen bei einem Smartphone darauf ankommt, die besten technischen Leistungswerte für möglichst wenig Geld zu bekommen, ist das iPhone 6 nicht die richtige Wahl für Sie. Zwar ist das iPhone auch technisch in vielen Bereichen Spitze, aber andere Smartphones bieten zumindest teilweise bessere technischen Daten für weniger Geld. Das ist und war noch nie Apples Philosophie.

Wenn Sie dagegen bereit sind, für besonders schöne und gute Dinge auch mal ein bisschen mehr Geld auszugeben, dann gibt es für Sie derzeit kein besseres Smartphone als das iPhone 6.

Auch wenn Sie einen Mac oder ein iPad besitzen, ist das iPhone für Sie die beste Wahl: beim Zusammenspiel verschiedener Geräte ist Apple nach wie vor unschlagbar.

Wenn Sie auf gute Fotos und Videos Wert legen, sind Sie mit dem iPhone 6 ebenfalls bestens bedient. Selten sind sich Testredakteure so einig: die Kamera des iPhone 6 gehört zur absoluten Spitzenklasse.

Kleiner Bruder

Apple iPhone 5s

iPhone 5sKeineswegs abgeschrieben: das iPhone 5s ist die richtige Wahl, wenn Ihnen das iPhone 6 zu groß ist.

Wenn Sie zur Zeit ein iPhone 5s haben und mit seinem kleinen Bildschirm gut zurecht kommen, macht es dagegen nicht wirklich Sinn aufs iPhone 6 umzusteigen. Denn auch unter iOS 8 läuft das iPhone 5s hervorragend und den neuen NFC-Chip des iPhone 6 kann man in Deutschland erstmal ohnehin nicht nutzen. Nur wenn Sie passionierter iPhone-Photograph sind und vor allem gern Videos aufnehmen, ist das iPhone 6 eine echte Verbesserung für Sie.

Für Besitzer älterer iPhone-Modelle lohnt sich der Umstieg dagegen auf jeden Fall – vorausgesetzt Sie können sich mit dem größeren Bildschirm anfreunden. Wenn Ihnen am iPhone bisher gerade die kleine Größe gefallen hat, ist das iPhone 5s die richtige Wahl für Sie.

Überhaupt entscheidet über die Frage, welches iPhone Sie kaufen sollten, letztlich vor allem, welche Größe Sie persönlich bevorzugen. Überraschenderweise scheinen sich mehr als die Hälfte der iPhone-6-Käufer für das große iPhone 6 Plus zu entscheiden. Der Trend geht klar zu größeren Smartphones – aber das heißt nicht, dass ein größeres iPhone für Sie das bessere ist.

Unser Tipp: probieren Sie‘s im Laden aus, spielen Sie ein bisschen mit den verschiedenen Größen herum, stecken Sie es auch einmal in die Hosentasche – und probieren Sie vor allem die Einhand-Bedienung aus, die Sie im Alltag vermutlich öfter verwenden, als Sie denken.

Fazit

Das iPhone 6 gehört in fast allen Bereichen zu den Besten. Vor allem bei der Kamera und der Prozessorleistung lässt es die Konkurrenz alt aussehen. Nur bei der Batterielaufzeit ist es nicht Spitze sondern nur gut. Dafür bietet es mit iOS 8 das beste mobile Betriebssystem und mit iTunes und AppStore immer noch das beste und umfangreichste Zusatzangebot.

Auch wenn andere Smartphones in Einzelbereichen bessere technische Werte liefern, das iPhone 6 bietet insgesamt das beste Gesamtpaket. Deshalb ist es für uns das beste Smartphone für die meisten Menschen – auch wenn man dafür etwas tiefer in die Tasche greifen muss.

Pro

  • Hervorragende Kamera
  • Tolles Display
  • Exzellente Verarbeitung
  • Sehr gute Performance
  • Bestes mobiles Betriebssystem

Contra

  • Keine Speichererweiterung
  • Batterielaufzeit könnte besser sein
  • Teuer
  • Wolfgang Hawly,  Quelle: Focus Online

Wolfgang Hawly

Mogeln in Luxemburg: Die Steuertricks deutscher Konzerne

Es ist ein Steuerbetrug ungeahnten Ausmaßes: Tausende bisher geheime Dokumente belegen, dass sich deutsche und internationale Konzerne in Luxemburg Milliarden an Steuern ertricksen. Denn das Großherzogtum lässt extrem fragwürdige Finanzkonstruktionen zu.

Deutsche und internationale Konzerne vermeiden mit Unterstützung der Luxemburger Regierung Steuerzahlungen in Milliardenhöhe. Das berichten „Süddeutsche Zeitung“, WDR und NDR. Die Medien haben 28.000 Seiten geheimer Dokumente ausgewertet.

Das Datenleck belegt laut dem Bericht, dass die Luxemburger Behörden zum Teil äußerst komplizierte Finanzstrukturen genehmigten, die das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) im Auftrag der Firmen entwickelt hatte. Manche Unternehmen haben aufgrund dieser Steuergestaltungen auf Gewinne teilweise weniger als ein Prozent Steuern gezahlt.

Auch Amazon und IKEA tricksten in Luxemburg

Die bisher geheimen Dokumente zeigen, wie zahlreiche multinationale Firmen, darunter Pepsi , FedEx , Procter & Gamble vom System Luxemburg profitiert haben. Zudem finden sich neue Unterlagen zu Amazon und IKEA in dem Datensatz. Beide Unternehmen waren durch ihre Steuergestaltungen bereits öffentlich in die Kritik geraten.

In dem Datensatz finden sich laut SZ, WDR und NDR auch drei deutsche Dax -Konzerne: die Deutsche Bank , der Energieversorger Eon und der Gesundheitskonzern Fresenius Medical Care .

Eon minderte die Steuerlast deutlich

Den Dokumenten zufolge hat der Energieversorger Eon über eine Niederlassung  in Luxemburg firmeninterneKreditevergeben. Experten gehen davon aus, dass der Konzern auf diese Weise die Steuerlast in Großbritannien, in S chweden und in den USA verringert hat. Das Unternehmen erklärt auf Nachfrage, sich an die Steuergesetze aller Länder zu halten.

Auch der Gesundheitskonzern Fresenius Medical Care hat über eine Luxemburger Tochter firmeninterne Kredite vergeben. Nach eigenen Angaben sparte das Unternehmen somit legal Steuern in Höhe von fast einer Million Euro im Jahr.

Deutsche Bank sparte bei Immobilienprojekten

Die Deutsche Bank hat in Luxemburg, Malta, auf den Cayman Islands und in Delaware Fondgesellschaften gegründet. Diese Fonds wurden so konstruiert, dass bei Immobilienprojekten in mehreren europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, kaum Steuern anfielen. Die Deutsche Bank erklärt auf Nachfrage von SZ, NDR und WDR, dass es sich bei den Fondsstrukturen nicht um Steuersparmodelle handele.

Die Steuersparmodelle in Luxemburg sind legal

Steuersparmodelle für Konzerne sind in Luxemburg legal. Allerdings ermittelt die Europäische Kommission bereits in zwei Fällen, ob die Entscheidungen der Luxemburger Behörden nicht gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstoßen, weil den Konzernen unfaire Vorteile eingeräumt würden.

Die Unterlagen stammen vorwiegend aus den Jahren 2008 bis 2010 und fallen damit in die Amtszeit des damaligen Premierministers Jean-Claude Juncker. Der heutige EU-Kommissionspräsident Juncker kündigte an, sich in die Ermittlungen nicht einzumischen. “Ich werde in den Fällen keinen Einfluss auf die Geschehnisse nehmen. Ich werde mein Amt nicht missbrauchen”, sagte er dem NDR.

„Luxemburg ist keine Steueroase“

Luxemburgs amtierender Premierminister, Xavier Bettel, verteidigt die Steuerpolitik seines Landes. “Was Luxemburg gemacht hat, war okay”, sagte er der SZ. Sein Land sei keine Steueroase. “Ich kann aber die Steuern nicht erhöhen, nur weil es dann meinen verschuldeten Nachbarländern besser geht”, so der Premierminister.

Die betroffenen Konzerne betonten in Stellungnahmen, dass sie stets legal arbeiteten. Die Unternehmensberatung PwC teilte laut dem Bericht mit, sie handele “in Übereinstimmung mit lokalen, europäischen und internationalen Steuergesetzen”. Sie habe einen Fall von Datendiebstahl an die relevanten Behörden übergeben.
Wolfgang Hawly: Quelle, Focus Online

 

Wolfgang F. Hawly

Übermacht an der WallstreetGoldman Sachs:                                                 Diese Superbanker regieren Amerika.

Goldman Sachs verwaltet mehr Geld denn je. Die Investmentbank wird wegen ihrer engen Drähte in die Politik auch „Government Sachs“ genannt – „Regierung Sachs“. Oft übernahmen Goldman-Sachs-Manager Führungsaufgaben in der Politik – oder in der Wirtschaft.

Ein Wolkenkratzer in Lower Manhattan. Über zweihundert Meter Glas und Stahl ragen in Premiumlage zwischen Hudson-Marina und Ground-Zero-Gedenkstätte in den Himmel. Doch Firmenschilder sucht man vergeblich. Bei Goldman Sachs beginnt die Diskretion beim Hauptquartier. Der Unternehmenssitz ist zugleich ein Symbol für die Umstrittenheit der Investmentbank: Milliardengewinne sind die Regel, aber der Bau wurde mit reichlich Steuergeld subventioniert. In die Schlagzeilen kommt Goldman Sachs immer wieder, wenn einstige Manager führende Positionen in Politik oder Wirtschaft übernehmen – so zuletzt vorige Woche bei der Deutschen Bank.

Die Bank hat gute Gründe, ihr Logo nicht öffentlich zur Schau zu stellen .Goldman hat ein Dauer-Imageproblem und versucht, Angriffsfläche zu vermeiden. Spätestens seitdem das US-Magazin „Rolling Stone“ die Firma 2009 wegen angeblicher Verwicklungen in diverse Finanzskandale als „Vampirkrake“ porträtierte, die sich „um das Gesicht der Menschheit schlingt und gnadenlos alles aufsaugt, was nach Geld riecht“, ist der Ruf angekratzt. Um kaum ein Unternehmen ranken sich so viele Verschwörungstheorien. Erst kürzlich wurde die Investmentbank wegen dubioser Hypothekengeschäfte in der Finanzkrise von der zuständigen US-Aufsichtsbehörde mit einer Milliardenbuße bestraft. In einer Affäre um verdeckte Wahlkampfhilfe zahlte die Bank Millionen, um den Fall aus der Welt zu schaffen.

Sogar Analysten und Händler halten Goldman für die wahre Machtzentrale der internationalen Finanzwelt– und nicht etwa die US-Notenbank Fed. Tonbandmitschnitte der Whistleblowerin Carmen Segarra stützen diesen Verdacht. Kürzlich auf der investigativen Rechercheplattform ProPublica veröffentlichte Gespräche zwischen Fed- und Goldman-Vertretern zeigen Kontrolleure, die die Bank mit Samthandschuhen anfassen.

Bank und Aufsicht sind gute Freunde

Die Schilderungen Segarras, die Goldman 2011 im Auftrag der US-Notenbank überprüfte, lassen auf eine große Nähe zwischen einzelnen Aufsehern und der Bank schließen. Personelle Verflechtungen legen das ebenfalls nahe. So war der Präsident der New Yorker Fed, William Dudley, zuvor Chefökonom bei Goldman. Die Bank stellt Segarras Enthüllungen als Rachefeldzug dar – sie habe sich zuvor vergeblich um Jobs beworben.

Bereits bei der Finanzkrise 2008 hatte sich der Verdacht aufgedrängt, dass Goldman von engen Verbindungen zu Notenbank und Politik profitierte. Der damalige US-Finanzminister und frühere Goldman-Chef Henry „Hank“ Paulson schnürte ein damals 700 Milliarden Dollar schweres Rettungspaket für die Wall Street, mit dem mehrere Banken und Versicherungen gestützt wurden.

Quelle: Focus Online

Wolfgang F. Hawly

Das sind die Jobs der Zukunft

 

  • Big Data Scientist

„Experten, die große Datenmengen sammeln, analysieren und für das jeweilige Unternehmen sinnvoll nutzen können, werden auf jeden Fall in der Zukunft zunehmend gebraucht werden“, sagte Sabine Pfeiffer vom Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung München der „Welt“. Denn die Menge an weltweit verfügbaren Daten wächst täglich. 2020 sollen es 44 Billionen Gigabyte sein.

Ein Big Data Scientist kann laut der „Wirtschaftswoche“ bis zu 80.000 Euro verdienen. Er sollte Informatik studiert haben und könne vor allem in der Finanzwirtschaft, der Logistikbranche, im Handel und der Industrie eingesetzt werden.

  • Altenpfleger

„Allein unsere älter werdende Gesellschaft braucht in den nächsten zehn Jahren etwa rund 300.000 zusätzliche Pflegekräfte. Aber der Markt ist schon heute leergefegt“, schreibt Klaus F. Zimmermann, Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) im Frühjahr 2013. Auch die „Seniorenwirtschaft“ eröffne neue Marktchancen: Es gibt immer mehr und immer zahlungskräftigere Senioren als Kunden.

  • Geriatriker

Deutschland altert. Die Zahl der Pflegebedürftigen könnte bis 2040 auf vier Millionen steigen. Heute brauchen 2,5 Millionen Menschen Hilfe im Alltag. Der Geriatriker ist laut der „Welt“ einer der Jobs der Zukunft. Er forscht zur Gesundheit im Alter und zu„präventiven, klinischen, rehabilitativen und sozialen Aspekten von Krankheiten beim älteren Menschen.“

  • Lehrkräfte und Erzieher

Für eine angemessene frühkindliche und schulische Bildung muss das Personal nicht nur qualifiziert sein. Es werden auch mehr Lehrkräfte gebraucht.

Die Zeitung „Welt“ sieht auch im Job der „Supernanny“ Zukunft. Sie sei „pädagogisch ausgebildet“, könne aber auch einen Haushalt führen und vielleicht Fremdsprachen sprechen, heißt es in dem Artikel.

Der Bedarf sei da, weil viel mehr Frauen mit Kindern Karriere machen wollten. Ihren Nachwuchs würden diese Karrierefrauen ungern in die Kita bringen, weil ihnen dort die Qualität nicht ausreiche.

  • Roboterberater

Die kanadische Stiftung für Bildungsförderung, “Canadian Scholarship Trust Plan” sprach mit 40 Unternehmern über mögliche Jobs der Zukunft. Die Seite „Karrierebibel“ beschreibt einen der dabei vorhergesagten Jobs: Der Roboterberater.

„Menschen, die diesem Beruf nachgehen, werden das Leben von Roboterbesitzern genau beobachten, um ein Modell zu finden, dass in die Familie passt. Sie werden Familien über Veränderungen beraten und Konflikte lösen. Roboterberater brauchen kommunikative Fähigkeiten, Einfühlungsvermögen, Verkaufstalent sowie technisches Verständnis.“

  • Ärzte

Stimmen die Prognosen für den drohenden Fachkräftemangel, könnten bereits 2020 fast neun Prozent der insgesamt angebotenen Stellen für Ärzte unbesetzt bleiben,schreibt Anna-Marleen Plume, Arbeitsmarktexpertin vom Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos.

  • Produktionsingenieur

„Das Berufsbild des Produktionsingenieurs ändert sich durch die Digitalisierung gewaltig. Seit Maschinenkommunikation in deutschen Fabriken zum Einsatz kommt, müssen die Ingenieure zunehmend IT-Kenntnisse mitbringen, die immer häufig als Zusatz in den klassischen ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen vermittelt werden“, schreibt die „Wirtschaftswoche“. Das geschätzte Jahresgehalt liege, abhängig von der Berufserfahrung, bei 55.000 bis 100.000 Euro.

  • Content Marketing Manager

Werbung verändert sich. Und Unternehmen setzen verstärkt auf die Kommunikation mit ihren Kunden. Dafür brauchen sie Content Marketing Manager. Sie produzieren Inhalte, die wichtig für die Kunden sind. Die „Wirtschaftswoche“ zählt diesen Beruf zu den Jobs, die künftig gefragt sind. Das Jahresgehalt liege bei 40.000 bis 60.000 Euro.

  • Finanzdienstleister

In der Branche „Finanz-, Versicherung und Unternehmensdienstleistungen“ wird die Erwerbstätigkeit bis 2030 sogar
um 7 Prozent steigen – zu diesem Schluss kommt die Studie „Deutschland 2030 – Die Arbeitsplätze der Zukunft“ (Juli 2014) der Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers (PwC) und des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts.

  • Frisöre                                                                                                                                    Bis 2035 spitze sich auch hier auf dem Arbeitsmarkt die Situation zu und es fehle an Bewerbern, sagt Prognos-Expertin Anna-Marleen Plume.                                                                                                                                                                                                                                                        Quelle: Huffington Post

Wolfgang F. Hawly

Ökonom Hans-Werner Sinn warnt: „Deutschland läuft auf eine Staatskrise zu“

Manche Beobachter gehen davon aus, dass die Wirtschaftskrise Geschichte ist. Der deutschen Wirtschaft gehe es doch gut, der deutsche Arbeitsmarkt sei in guter Verfassung. Alles also prima…

Doch das ist ein fataler Irrglaube. Denn die deutsche Wirtschaft hängt maßgeblich von der Zukunft der Europäischen Union ab. Und hier ist die Lage weiter düster.

Italien und Frankreich wehren sich weiter gegen längst überfällige Reformen, die Banken schleppen noch immer gefährliche Altlasten mit sich herum und EZB-Chef Mario Draghi weitet sein Aufgabengebiet immer weiter aus. Der Ankauf von Kreditverbriefungen mit dem Ziel, den Markt wiederzubeleben, habe „nichts mit Geldpolitik zu tun“ und habe „unkalkulierbare Risiken“, warnte Jürgen Stark, Ex-Chefvolkswirt der EZB, im aktuellen „FOCUS“.

Ökonom Sinn: Es droht „die nächste Kapitalvernichtung“

Auch ifo-Chef Hans-Werner Sinn, einer der Top-Ökonomen Deutschlands, warnt vor Draghis Mitteln. Sie seien nicht dafür geeignet, Probleme wie eine angeblich drohende Deflation zu lösen, sagte Sinn nach Angaben der „Welt“ am Mittwoch bei der Vorstellung seines neuen Buchs „Gefangen im Euro“.

Sinn fordert von der Großen Koalition, gegen den EZB-Kurs zu rebellieren. Denn wegen der Geldschwemme der EZB drohe „die nächste Kapitalvernichtung“. „Schon jetzt“, so Sinn, „läuft Deutschland in 15 Jahren, wenn die Babyboomer in Rente gehen, auf eine Staatskrise zu. Wenn da noch die Rettungspolitik oben draufkommt, bei der die Risiken von Investoren auf die Bürger umgelenkt wurden, wird das Problem noch größer“, zitiert die „Welt“ den ifo-Chef.

Sinn rechnet gnadenlos mit der Euro-Rettungspolitik ab. „Europa drohen zwei verlorene Jahrzehnte“, sagte Sinn laut der „Welt“. Sinn meckert nicht nur. Er hat auch eine klare Vorstellung davon, was anders laufen muss.

Er fordert unter anderem Schuldenschnitte für Europas Pleitestaaten und die Möglichkeit, dass innerhalb der Euro-Zone auch andere Währungen möglich sein müssten.

Allein nur: Er glaubt nicht daran, dass sich am Status Quo etwas ändert. Sinns Schreckenszenario: „Ich erwarte eine Fortsetzung der Kapitalvernichtung mit langjährigem Siechtum.“

Bereits am Dienstag hatte Nobelpreisträger Joseph Stiglitz im „Handelsblatt“ über Deutschlands merkwürdige „Alles ist super“-Sicht gelästert. Schließlich sei Merkels Konzept des Sparens in Europa „gescheitert“, so Stiglitz. „Niedrige Löhne, niedrigere Gewinne und geschwächte Sozialsysteme – all das wurde im Namen der Euro-Rettung in Kauf genommen“, wetterte Stiglitz.

Zudem werde die deutsche Wirtschaft „überschätzt“. Sie sei in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich um 0,63 Prozent gewachsen. „Unter normalen Umständen würde man eine solche Rate als Versagen bezeichnen. Deutschland sieht nur deshalb so stark aus, weil die andere Staaten Europas so schlecht aussehen“, stichelte Stiglitz.

Wolfgang F. Hawly

Steuerabkommen   Der erste Schritt zu einem Weltfinanzamt

Mehr als fünfzig Länder wollen Anleger zu mehr Steuerehrlichkeit erziehen. Auch der aggressiven Steuergestaltung von Weltkonzernen wird der Kampf angesagt. Doch der Steuerwettbewerb sollte dadurch nicht abgeschafft werden. Ein Kommentar von Manfred Schäfers 1.11.2014

Heute schiebt der Anleger mit einem Klick sein Geld rund um den Globus, morgen holt sich der Finanzbeamte mit einem Klick Kapitaleinkünfte von fast überall auf der Welt auf den Schirm. Und dieses Morgen kommt schneller, als es viele gestern noch für möglich gehalten haben. Fast hundert Staaten haben sich diese Woche dazu bekannt, am automatischen Informationsaustausch in Steuersachen teilzunehmen. Mehr als fünfzig Länder wollen erstmals im September 2017 Daten über Konteninhaber, Zinsen, Dividenden und sonstige Kapitalerträge austauschen, die sie ein Jahr zuvor gesammelt haben. Zudem soll es schwerer werden, sich hinter anonymen Konstruktionen wie Trusts zu verstecken, da die wirtschaftlich Begünstigten genannt werden müssen. Weitere Länder werden ein Jahr später nachziehen.

Auch wenn die Daten erstmals in drei oder vier Jahren an die anderen Finanzbehörden gehen, wirkt sich das schon heute aus. Kapitalerträge, die nie versteuert wurden, aber dann bekannt werden, lassen die Finanzbehörden tief in die Vergangenheit eintauchen. Die Nichtsteuerzahler werden sich unangenehmen Fragen stellen müssen: Wie lange haben sie diese Einkünfte? Woher stammt der Kapitalstock? Warum haben sie das in ihrer Steuererklärung verschwiegen? Zehn Jahr können die Finanzbehörden schon heute zurückgehen. Künftig wohl noch länger. Dann dürfte die Verjährung für Auslandssachverhalte in vielen Fällen ausgesetzt werden.

Die Liste der Länder, die an dem Datenaustausch teilnehmen, lässt nur einen Schluss zu: Das Bankgeheimnis ist nicht nur auf nationaler Ebene längst Geschichte, auch international gibt es kaum noch Möglichkeiten, sich vor dem Fiskus zu verstecken – ohne dass es dazu der fragwürdigen Zusammenarbeit mit Datendieben bedarf. Die gesamte EU macht mit, zudem werden wichtige Finanzplätze wie die Schweiz, Singapur, die Cayman Inseln, Bermuda und die britischen Jungferninseln eingebunden sein. Wer jetzt nicht zügig das Angebot nutzt, sich dem Fiskus zu offenbaren, um mit einem blauen Auge davonzukommen, dem ist nicht zu helfen. Dass die strafbefreiende Selbstanzeige nächstes Jahr teurer wird, sollte ein zusätzlicher Anreiz sein.

Wer das Versteckspiel mit dem Fiskus auf die Spitze treiben will, hat vielleicht noch die Möglichkeit, in Dubai abzutauchen, aber sicher sein kann er sich nicht, dass der internationale Druck nicht auch dort eine Beteiligung am Datenaustausch erzwingen wird. Anleger, die gewiss sein wollen, stets an ihr Geld zu kommen, werden Plätze wie Kinshasa, Harare oder Ougadougou nicht ernsthaft in Erwägung ziehen.

Finanzminister haben bemerkenswerten Fortschritt erzielt

Die Finanzminister haben somit im Kampf gegen die Steuerhinterziehung einen bemerkenswerten Fortschritt erzielt. Aber auch auf einem anderen Feld gibt es sichtlich Bewegung. Man will es internationalen Konzernen schwerer machen, sich weitestgehend von Steuerlasten zu befreien. Um es ganz klar zu sagen: Dabei handelt es sich um ein anders gelagertes Problem. Das Ausnutzen von Steuerlücken, die sich für grenzüberschreitende Geschäfte eröffnen, ist legal. Das ist auch nicht moralisch zu verdammen. Zum einen sind die Vorstände von Kapitalgesellschaften verpflichtet, zum Wohle ihrer Aktionäre zu handeln. Zum anderen laden Regierungen sie vielfach geradezu dazu ein, sich bestimmter Instrumente zu bedienen, etwa indem sie Sondersteuersätze für Lizenzeinnahmen anbieten.

Wenn nun die Staatengemeinschaft enger zusammenarbeiten will, damit solche Multis ihre Steuerlast nicht gegen Null drücken können, ist grundsätzlich wenig dagegen zu sagen. Unternehmen sollten sich wie die Bürger an den Kosten des Gemeinwesens beteiligen, in dem sie arbeiten und wo sie von der öffentlichen Infrastruktur profitieren. Wenn die Staats- und Regierungschefs auf dem Gipfel der zwanzig wichtigsten Wirtschaftsnationen in zwei Wochen in Brisbane sich grundsätzlich darauf verständigen, mehr gegen die „aggressive“ Steuergestaltung zu tun, muss das nicht verkehrt sein – wenn die Maßnahmen nur darauf abzielen, wirtschaftliche Aktivität und Steuerpflicht zusammenzuhalten.

Ansprüche und Steuerlasten in einigen Ländern geringer

Nun gibt es aber Länder, in denen die Menschen und Unternehmen viel vom Staat verlangen, sie müssen entsprechend mehr dafür zahlen. In anderen Ländern sind die Ansprüche und damit die Steuerlasten geringer. Wenn das Verhältnis zwischen Leistung und Kosten nicht mehr stimmt, können wohlhabende Bürger dahin gehen, wo man besser mit ihnen umgeht. Frankreich hat gerade erlebt, wie schnell so etwas passiert, als die sozialistische Regierung die Spitzenbelastung kurzerhand auf 75 Prozent hochtrieb. Schweden hat ähnliche Erfahrungen früher gemacht – und ist heute davor gefeit, Bürger oder Konzerne abstrus zu überfordern. Unternehmen sind in solchen Fällen erfahrungsgemäß noch mobiler als Privatleute.

Der neue grenzüberschreitende Zusammenschluss der Finanzbehörden birgt somit auch die Gefahr, dass er später missbraucht wird, um jeglichen Steuerwettbewerb auszuschalten. Dann wird es gefährlich. Denn allein der Steuerwettbewerb garantiert, dass die Mehrheit nicht die Minderheit ausplündert.

Autor: Manfred Schäfers, Jahrgang 1961, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.