Wolfgang Hawly

Airline auf Crash-Kurs Neue Zahlen: Air Berlin steuert auf Rekordverlust zu

Air Berlin macht vor dem Antritt des neuen Konzernchefs reinen Tisch und nimmt dafür einen Rekordverlust in Kauf. Der Noch-Chef deutet 300 Millionen Euro Verlust an.
Für ihre Sanierung nimmt die angeschlagene Fluglinie weitere knapp 100 Millionen Euro in die Hand und verbucht diese als Einmalkosten und Rückstellungen noch im vierten Quartal 2014, wie Finanzchef Ulf Hüttmeyer am Donnerstag erläuterte. Dadurch könnte der Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) in diesem Jahr auf eine Größenordnung von 300 Millionen Euro steigen – so hoch wie noch nie in der Firmengeschichte. „Wir sind überzeugt, dass die eingeleiteten Maßnahmen der richtige Weg sind, um Air Berlin nachhaltig in die Gewinnzone zu führen“, sagte Noch-Firmenchef Wolfgang Prock-Schauer, der seinen Posten im Februar nach knapp zwei Jahren an Ex-Thomas-Cook -Chef Stefan Pichler abgibt.Die wegen einer übereilten Expansion in die Krise geratene Fluglinie steckt seit Jahren in der Sanierung und wird auch von ihrem Großaktionär, der arabischen Etihad Airways, mit Finanzspritzen und Sachleistungen über Wasser gehalten. Die Genehmigung einer Etihad-Anleihe über 300 Millionen Euro durch die EU und das Bundesfinanzministerium steht aber noch aus. Über ein eigenes Finanzpolster verfügt Air Berlin schon länger nicht mehr – auch in diesem Jahr werde das Eigenkapital negativ sein, sagte Finanzchef Hüttmeyer.

Durch das 2012 gestartete Sparprogramm Turbine, dem mehr als 800 Stellen zum Opfer fielen, werden nach Hüttmeyers Angaben 175 Millionen Euro pro Jahr eingespart. Wegen des enormen Preisdrucks in der Branche kündigte Air Berlin im Sommer ein neues Sparprogramm an – weitere 200 Stellen werden gestrichen, das Streckennetz ausgedünnt, die Flotte um etwa zehn Flugzeuge reduziert. Die Maßnahmen sollen durch Einsparungen und Umsatzsteigerungen das Ebit im nächsten Jahr um etwa 200 Millionen Euro verbessern, 2016 dann um weitere 200 Millionen Euro. Weitere Kosten für den Konzernumbau sollen dann nicht mehr anfallen.

Hoffnungen setzt Deutschlands zweitgrößte Fluglinie nach der Lufthansa auf Partnerschaften mit Alitalia für Italien-Flüge, American Airlines für Transatlantik-Strecken und Etihad für Asien-Routen über Abu Dhabi. Zuletzt hatte das Luftfahrtbundesamt jedoch die Hälfte der sogenannten Codesharing-Flüge mit Etihad für ungültig erklärt und nur für den Winterflugplan einen Aufschub gewährt. Er rechne damit, dass die Partnerflüge auch im Sommerflugplan genehmigt werden, gab sich Prock-Schauer zuversichtlich.

Dazu will Air Berlin hauptsächlich mit Airbus -Maschinen fliegen. Die Flugzeuge des Konkurrenten Boeing würden verkauft, dafür weitere A320-Maschinen gebraucht angeschafft. Bis Ende 2016 soll die Flotte so harmonisiert werden, um Kosten zu sparen. „Die duale Flotte ergab für uns keinen Sinn mehr“, sagte Hüttmeyer. Allein die Abbestellung von 33 Boeing-Maschinen mit einem Listenpreis von fünf Milliarden Dollar reduziere die Investitionen. Außerdem soll eine neue Angebotsstruktur für die Kunden, die zu einem Basisangebot weitere Dienstleistungen hinzu buchen können, mehr Umsatz bringen. Details dazu will Air Berlin erst zur Internationalen Tourismusbörse im März 2015 nennen.

Im vierten Quartal 2014 sieht Air Berlin trotz des Batzens an Sonderkosten positive Tendenzen: „Das Jahresschlussquartal 2014 hat zufriedenstellend begonnen“, sagte Prock-Schauer. Auf Basis der bisherigen Buchungen werde der Umsatz leicht zulegen und sich das Ebit vor Einmalaufwendungen um einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag verbessern. Im dritten Quartal schrumpfte der Umsatz um 2,5 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro, das Ebit brach um 35 Prozent auf rund 75 Millionen Euro ein.

 

 

Wolfgang Hawly

Rosetta-Sonde „Philae“ schickt erstes Bild von Komet Tschuri

Sensation: „Rosettas“ Mini-Labor „Philae“ ist auf dem Kometen „Tschuri“ gelandet. Die Landung galt als heikel. Offenbar war „Philae“ zunächst von der Kometen-Oberfläche abgeprallt. Nun bestätigte die Esa  aber den sicheren Stand des Labors. Jetzt geht es für „Philae“ an die Arbeit.

+++ Mini-Labor ist auf dem auf Kometen gelandet +++

+++ Philae steht sicher und sendet erstes Bild von Kometenoberfläche +++

+++ Chef des Esa-Flugbetriebs bezeichnet das Programm als Meilenstein +++

13.15 Uhr:„Philae“ mache einen großartigen Job, sagt Paolo Ferri von der Esa. „Wir haben ein sehr glückliches Landefahrzeug.“                 13.08 Uhr:Am Nachmittag sind weitere Bilder vom Kometen „Tschuri“ angekündigt.

13.00 Uhr:„Rosettas“ Mini-Labor „Philae“ soll „Tschuri“ mit mehr als 20 Instrumenten an Bord genau analysieren. Etliche Messungen sind geplant, um möglichst viel über ihn und die Entstehung des Sonnensystems zu erfahren. Auch Hinweise auf die Entstehung des Lebens erhoffen sich die Forscher, etwa durch den Nachweis von organischen Molekülen wie Aminosäuren.

Der knapp einen Kubikmeter große „Rosetta“-Lander namens „Philae“ wiegt rund 98 Kilogramm, von denen 27 auf zehn wissenschaftliche Instrumente entfallen. Die Forscher hoffen, dass er Wochen oder gar Monate Daten liefert. Eine besondere Herausforderung war das komplexe Landesystem mit Dämpfungsmechanismus, Eisschrauben und zwei Ankerharpunen. Sechs der Geräte an Bord entstanden unter deutscher Projektleitung:

  • „Cosac“, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) Göttingen: Das Gerät dient der Analyse von Gas aus erhitzten Bodenproben, vor allem zur Erkennung organischer Komponenten.
  • „APX“, Universität Mainz, Max-Planck-Institut für Chemie (MPCh) Mainz: Das Alpha-Röntgenspektrometer misst die Zusammensetzung der Elemente im Oberflächenmaterial – fast baugleiche Geräte gibt es auf den Nasa-Marsrovern.
  • „Rolis“, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Berlin:Die Panoramakamera soll Bilder vom Kometen machen, unter anderem von der Oberfläche unter dem Lander.
  • „Mupus“, Universität Münster, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Berlin:Dies ist ein System aus Sensoren etwa für die Temperatur und einem Penetrator, der in den Kometenboden gehämmert wird und Aussagen über dessen Härte ermöglicht.
  • „Sesame“, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Köln:Das Instrument misst die elektrischen und mechanischen Eigenschaften der Kometenoberfläche über die drei Fußpaare des Landers.
  • „Romap“, TU Braunschweig, Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik (MPE) Garching:Das Experiment vermisst das Magnetfeld sowie die Plasmaumgebung des Kometen.Im Video: Gestochen scharf! Erstes Bild von Philaes neuer Heimat

11.42 Uhr:In den ersten Stunden nach der Landung hätten bereits wichtige Daten gesammelt werden können, sagte der Chef des Esa-Flugbetriebs im Satelliten-Kontrollzentrum Esoc in Darmstadt, Paolo Ferri. Neben Fotos sei es etwa gelungen, das Tomographie-Projekt „Consert“ zu starten. Dabei durchleuchten „Philae“ und die Sonde „Rosetta“ den Kometen in Teamarbeit. Wissenschaftler wollen mit der Mission einen Blick in die Kinderstube des Sonnensystems werfen, das vor 4,6 Milliarden Jahren entstand.

11.37 Uhr:Der Chef des Esa-Flugbetriebs im Satelliten-Kontrollzentrum Esoc in Darmstadt, Paolo Ferri, geht davon aus, dass „Philae“ trotz erster Schwierigkeiten auf dem Kometen bleiben wird. „Dass das Mini-Labor wieder abhebt, bezweifle ich sehr. Es ist zur Ruhe gekommen.“  

Beim Aufsetzen auf „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ gab es am Mittwoch Schwierigkeiten. Zwei Harpunen zum Verankern von „Philae“ auf „Tschuri“ wurden nicht ausgelöst, eine Düse zum Aufdrücken des Labors auf dem Kometen funktionierte nicht.

11.01 Uhr:„Philae“ twittert, es habe gestern einen anstrengenden Tag gehabt. Denn genau genommen sei es gestern dreimal gelandet, um 16.33 Uhr, 18.26 Uhr und 18.33 Uhr Mitteleuropäischer Zeit.

10.47 Uhr:Trotz wilder Hopser bei der Landung auf einem Kometen liefert das Mini-Labor „Philae“ wieder Daten. Kontrolleure konnten am Donnerstagmorgen erneut Kontakt zu „Philae“ aufnehmen. „Die Verbindung läuft gut“, sagte ein Sprecher im Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation Esa in Darmstadt. In der Nacht hatte es wie erwartet eine Zwangspause wegen eines Funklochs gegeben. Das Labor scheine in einem „sehr soliden“ Zustand zu sein.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln wollte Daten prüfen, nach denen „Philae“ nicht nur zwei, sondern sogar noch ein drittes Mal auf dem Kometen aufgesetzt haben könnte. „Die Vermutung liegt nahe“, sagte DLR-Sprecher Andreas Schütz. „Sicher ist es aber erst, wenn die Daten ausgewertet sind.“ Dies könnte womöglich noch am Donnerstag klar sein.

09.59 Uhr:Mittlerweile bestätigte die Esa den sicheren Stand des Mini-Labors.

09.35 Uhr:Nach Standproblemen:Nun steht Mini-Labor „Philae“ stabil,wie die„BBC“berichtete.

08.10 Uhr: Einen Tag nach der spektakulären Landung mit einem Mini-Labor auf einem Kometen haben Kontrolleure am Donnerstagmorgen wieder Kontakt zu dem Landegerät „Philae“ bekommen.Das teilte die Europäische Weltraumorganisation Esa mit. In der Nacht hatte es eine Zwangspause ergeben, da sich der Komet „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ sowie die Raumsonde „Rosetta“ in seiner Nähe bewegen. Das auf „Tschuri“ sitzende Labor „Philae“ kann somit nicht immer Kontakt zur Sonde haben, von der aus Signale zur Erde geschickt werden.

 

Donnerstag, 13. November, 6.53 Uhr:Nachdem seit gestern der Funkkontakt zu „Philae“ immer wieder abgerissen ist, wird im Laufe des Vormittags erwartet, dass es eine neue Einschätzung der Situation des Mini-Labors gibt. Gegen 14 Uhr ist eine Pressekonferenz der Esa geplant, bis dahin sollen die Daten ausgewertet werden. „Wir wissen nicht, ob Philae jetzt fest am Boden des Kometen klebt.“ Das Gerät habe möglicherweise sogar gleich doppelt auf dem Planeten aufgesetzt. „Eine Hypothese ist, dass Philae nach der Landung wieder abgestoßen wurde und nach etwa zwei Stunden ein zweites Mal gelandet ist“, sagte ein Esa-Forscher zu dem denkbaren Hüpfer.

20.52 Uhr: Die beiden Harpunen des „Philae“-Forschungsroboters bohrten sich offenbar nicht wie geplant in die Kometenoberfläche, teilt der Lande-Manager Stephan Ulamec in Darmstadt mit. Dies bedeute, dass der Lander im Kometenboden „nicht verankert“ sei.

20.36 Uhr: Am Donnerstag soll es um 14 Uhr die nächste Pressekonferenz geben. Bis dahin werten die Wissenschaftler die bisher empfangenen Daten aus.

20.30 Uhr: Ulamec gibt auf der Pressekonferenz weitere Informationen zum Landungsvorgang.So würden die Daten darauf hin deuten, dass „Philae“ zunächst von der Kometenoberfläche abgeprallt und ein zweites Mal aufgesetzt sei. „Nach dieser Interpretation gab es heute nicht nur eine, sondern zwei Landungen auf einem Kometen.“ Wie es genau um „Philae“ steht sei unklar, der Kontakt sei bis morgen abgebrochen.

19.56 Uhr:Die Identifikation mit der Mission geht bei einigen der Wissenschaftler sehr weit. Matt Taylor hat sich sogar ein Bild der Rosetta-Mission auf den Oberschenkeltätowieren lassen.

dpaMatt Taylor hat sich die Rosetta-Mission auf den Oberschenkel tätowieren lassen

19.40 Uhr:Neues zu den Problemen bei der Landung:Die Verankerung der Sonde auf der Kometenoberfläche werde überprüft, teilt der technische Projektleiter des Landerteams, Koen Geurts mit. Demnach herrschte zunächst Unklarheit über die Standsicherheit der Sonde.

Im Video: Rosetta am Ziel: Forschungssonde landet erfolgreich auf Kometen

FOCUS Online/WochitRosetta am Ziel: Forschungssonde landet erfolgreich auf Kometen

Es gebe „einige Anzeichen“, dass die Verankerung des Forschungsroboters „Philae“ nicht gewährleistet sei, sagte der Lande-Manager Stephan Ulamec. Das könne bedeuten, dass der Roboter „in weichem Material steckt“.

dpa19.21 Uhr:Die Internetseite des „Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt“ ist zurzeit nicht zur erreichen. War der Besucher-Ansturm zu groß?

18.52 Uhr:Der Landeplatz namens „Agilkia“ wurde sechs Wochen nach dem Einschwenken der Sonde in die Umlaufbahn des Kometen anhand von Bildern und Daten ausgewählt.

18.35 Uhr: Leicht skurrile Twitter-Kommunikation über ein ernstes Problem. Die Landungsharpunen wurden nicht wie geplant abgefeuert: Das Mini-Labor „Philae Lander“ schreibt dazu:

Die Landung ist unter anderem so heikel, weil der Komet kaum Schwerkraft ausübt. Außerdem ist die Bodenbeschaffenheit unklar. Die Oberfläche von „Tschuri“ – so der Spitzname des Kometen – scheint sehr weich zu sein. Das Labor könnte versinken oder umkippen.

18.20 Uhr:Der deutsche Astronaut Alexander Gerst beglückwünscht die erfolgreiche Landung: „Philae“, du hast es geschafft! Die erste Landung auf einem Kometen. Gratulationen an alle Teams für diese epische Landung.“

REUTERS„Philae Lander“ auf dem Weg zum Kometen

18.02 Uhr:„Wir sind die ersten, die so etwas geschafft haben und das wird auch immer so bleiben!“, sagt Esa-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain.

AFP

17.59 Uhr:„Es war eine äußerst lange und beschwerlicheReisefür ein absolut einmaliges Ereignis, aber es hat sich allemal gelohnt“, erklärte der Esa-Missionsleiter für „Rosetta“, Fred Jansen. Wir freuen uns jetzt auf die kommenden Erfolge dieses großartigen wissenschaftlichen Unterfangens, denn die Mission ‚Rosetta‘ wird unser Wissen über Kometen revolutionieren.“

17.54 Uhr: Offenbar hat „Philae“ doch nicht seine Landungsharpunen abgeschossen. Nun suche das Team nach neuen Abschuss-Optionen, so Esa-Operations auf Twitter. Dennoch sind die Wissenschaftler erleichtert: Das Mini-Labor ist wohl relativ sanft auf dem Kometen gelandet.

Wolfgang Hawly

Banken und Wirtschaft in Gefahr Strafzins aufs Konto:

Warum Banken vor der Rache der Sparer zittern müssen

 

Immer mehr Banken werden dem Beispiel der Skatbank folgen und Strafzinsen von Sparern verlangen. Noch nehmen das die Sparer hin. Doch wehe, wenn sie zurückschlagen.

Jetzt ist es soweit: In Deutschland verlangt mit der Skatbank, der Internet-Tochter einer Volksbank in Thüringen, die erste Bank Strafzinsen für hohe Guthaben. Jetzt ist nicht mehr von der Hand zu weisen, dass Deutschlands Sparer endgültig die Zeche für die vollkommen aus dem Ruder gelaufene Rettungspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) bezahlen.

Heute wird noch der ein oder andere Bürger sagen: “Diese Maßnahme betrifft mich nicht, weil mein Kontostand nicht ansatzweise diesen Betrag anzeigt.“ Dies kann sich jedoch ganz schnell ändern. Zwar sprechen sich Sparkassen und Volksbanken weiter gegen Strafzinsen aus. Asoka Wöhrmann, seines Zeichens Chefanlagestratege der Deutschen Asset & Wealth Management und somit oberster Vermögensverwalter der Deutschen Bank,sieht das bereits grundlegend anders.

Nach seiner Einschätzung werden Strafzinsen auf Konten und Sparbüchern bald zur Normalität: „Negativzinsen werden bald keine Seltenheit mehr sein“,sagt er in einem Interview. „Statt sich arm zu sparen, müssen wir Deutschen wieder mehr konsumieren und gleichzeitig vernünftig investieren.“ Wir sollten uns alle vor Augen führen, was diese Aussage bedeutet.

Was ist eigentlich Geld?

Es ist unabdinglich, zuerst einmal zu verinnerlichen was Geld überhaupt ist. Geld ist der Gegenwert für die menschliche Arbeit. Geld ist also ein Anspruch auf Waren oder Dienstleistungen. Die Bürger können ihr Geld durch Konsum verbrauchen oder aber auf eigenen Konsum verzichten und sparen. Dieser gegenwärtige Konsumverzicht wird mit Zinsen belohnt.

Die Banken wiederum nutzen das Geld der Sparer, um es gegen einen höheren Zins an Unternehmen zu verleihen. Diese verwenden den Kredit für Investitionen oder für die Produktion von Waren und Dienstleistungen. Mit dem erwirtschafteten Betrag zahlen die Firmen den Kredit zurück. Sparer machen also durch ihren Konsumverzicht Investitionen und somit Wirtschaftswachstum möglich.

Eine verheerende Altersarmut droht

Heute ist der Sachverhalt grundlegend anders. Die Notenbanken drucken Geld, um faktisch bankrotte Staaten und marode Banken künstlich am Leben zu erhalten. Die Zinsen liegen praktisch bei null Prozent. Die Banken werden mit dem billigen Geld der Notenbanken überflutet, und das Geld der Sparer ist nichts mehr wert. Das spiegelt sich in den niedrigen Zinsen wider. Der Sparer wird durch die Notenbanken seiner Möglichkeit beraubt, aktiv für das Alter vorzusorgen. Eine verheerende Altersarmut ist vorprogrammiert.

Nicht nur deswegen spielen EZB, Finanzbranche und Politik ein gefährliches Spiel. Den Protagonisten sollte bewusst sein, was geschieht, wenn der Sparer anfängt zu rechnen. Denn dann wird er eiskalt zurückschlagen und sein hart erarbeitetes Geld abheben, anstatt es auf seinem Konto zu lassen.

Fakt ist, dass nur ein Bruchteil der Buchgeldmenge tatsächlich physisch als Bargeld existiert. Die Auszahlung allen Buchgeldes (aller Kontostände) ist unmöglich.

Der Kontoauszug ist nur eine Illusion

Kontostände sind nichts anderes als Zahlungsversprechen, von denen bereits im Voraus feststeht, dass sie nicht eingehalten werden können. Vom praktischen Standpunkt her gesehen könnte man es durchaus als ungedeckten (bzw. kaum gedeckten) Scheck sehen.

Abgesehen davon gehört das Geld auf dem Konto nicht dem Sparer sondern der Bank. Dies sollte seit dem sogenannten Bail-Inauf Zypern, als die Gläubiger (Aktionäre, Anleihebesitzer und Sparer) die Banken retteten, bekannt sein. Heute ist das Zypernmodel europäisches Gesetz. Der Sparer hat lediglich eine Forderung an ein Unternehmen, welches bis unters Dach verschuldet ist. Ein Blick auf den Eigenkapitalanteil Ihrer Bank wird Ihnen das bestätigen.

Wehe, die Sparer fangen an zu rechnen

Bisher haben die meisten Sparer diesen Aspekt noch nicht bedacht. Doch spätestens wenn sie anfangen draufzuzahlen, wird ein Umdenken stattfinden, und die Banken stehen vor einem immensen Problem.

Da jedoch nur zwei Prozent aller Euros physisch existieren, wird die Politik das Räumen der Konten durch Beschränkungen zu unterbinden wissen. Das bedeutet nichts Weiteres, als dass Sie sich nicht mehr gegen die Enteignung der EZB wehren können und dafür bestraft werden, dass Sie etwas für das Alter zurücklegen möchten.

In Zeiten von oftmals manipulierten Märkten und teilweise gigantischen Blasen an Aktien- und Immobilienmärkten klingt die Aussage von Asoka Wöhrmann wie blanker Hohn. Es gibt zwar kein Grundrecht auf Zinsen, jedoch haben Sparer heute nur die Möglichkeit, das Geld auf dem Konto zu belassen oder ins Bankschließfach zu legen. In beiden Fällen gewinnt die Bank – beim Geld im Schließfach jedoch bedeutend weniger, und das Geld gehört Ihnen. In unruhigen Zeiten kann dies ein äußerst beruhigendes Gefühl sein.

Quelle: Focus, Marc Friedrich und Matthias Weik.

Wolfgang Hawly

Zum 1. Januar  Strompreise sinken für Millionen Haushalte

 

Rund acht Millionen Haushalte in Deutschland können sich auf fallende Strompreise im kommenden Jahr freuen. Wie das Vergleichsportal Check24.de am Dienstag in München mitteilte, kündigten bereits 33 Energieversorger an, zum 1. Januar den Strompreis in der Grundversorgung zu senken. Da die Frist zur Veröffentlichung der neuen Preise erst kommenden Montag ablaufe, könnten noch weitere Strompreissenkungen folgen. Laut Check24.de halten sich die Preissenkungen allerdings in Grenzen. So falle die Rechnung für einen Vierpersonenhaushalt bei einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden pro Jahr im Durchschnitt um 2,4 Prozent oder 35 Euro niedriger aus.

Verantwortlich für die Preissenkungen seien unter anderem die um rund 10 Prozent niedrigeren Beschaffungspreise an der Leipziger Strombörse, erklärte die Energieexpertin des Vergleichsportals, Isabel Wendorff. Zudem sinke im nächsten Jahr auch die Ökostromumlage. Einige Versorger könnten so offenbar die gestiegenen Netzentgelte ausgleichen oder sogar überkompensieren. Die Gaspreise sinken 2015 laut Check24.de nur bei wenigen Grundversorgern. Bislang verkündeten demnach sechs Gasversorger günstigere Preise für das nächste Jahr, wovon knapp 350.000 Haushalte profitieren.

Quelle: Check 24

Wolfgang Hawly

Smartphone statt Filiale                                               Die Bank von morgen ist heute schon von gestern

 

Loungebereich, Videoberater und Kuschelecke: Die Banken wollen mit modernen Vorzeigefilialen Finanzgeschäfte zum Erlebnis machen. Dabei kann das Smartphone künftig jede Bank ersetzen.

Berliner Vorzeigefiliale der Deutschen Bank.

Es wirkt wie ein letzter verzweifelter Versuch: Deutschlands Banken pimpen ihre Filialen auf. Vorbild sind einige Musterbanken in Großstädten wie Berlin und Stuttgart. In der „Bank der Zukunft“ gibt es Lounge-Ecken mit trendigen Möbeln, in denen Latte macchiato ausgeschenkt wird. Shops, in denen verschiedene Sorten Marmelade feilgeboten werden. Und Kinderecken mit Spielzeugburgen, in denen geschulte Pädagogen die Kleinen beaufsichtigen, damit ihre Eltern möglichst ungestört mit dem Bankberater über einen neuen Sparvertrag plaudern können.

Selbst die Tische, an denen sich Banker und Kunden niederlassen, haben als Tischplatte eine Art riesiges iPad, auf dem man nach Herzenslust Unterlagen aufrufen und bearbeiten kann. Auf Knopfdruck lässt sich zudem ein Videoberater aus der Zentrale dazuschalten, der sich beispielsweise mit speziellen Wertpapieren besonders auskennt.

Alles ist in der „Bank der Zukunft“ so ausgelegt, dass es möglichst wenig nach Bank aussieht, wie es eine Kundin in einem Werbefilm der Deutschen Bank eigentlich recht treffend formuliert. Die Banken antworten auf die schwerste Identitätskrise in ihrer Geschichte, indem sie Filialen erfinden, in denen sich der Kunde überall wähnt, nur nicht in einer Bank: im Lifestyle-Café beispielsweise, wo er sich gern aufhält, in einem netten Laden mit hippen Dekor-Artikeln – oder gar im neuen Apple Store. In den Filialen der Zukunft feiern die Banken den Abschied von der eigenen Verstaubtheit.

Aber haben die Banken damit eine Chance? Oder ist die Bank von morgen heute womöglich längst von gestern? Wer in einer Großstadt wie Frankfurt in eine geschniegelte Bankfiliale kommt, in der vorne im Eingangsbereich vor den Geldautomaten ein paar Leute warten, ansonsten aber gähnende Leere herrscht, den beschleicht ein Verdacht: Die ganze Modernisierung, von den Banken mit so viel Aufwand betrieben, ist womöglich vergebens. Die Bankfiliale der Zukunft ist 12,4 Zentimeter hoch, 5,8 Zentimeter breit und wiegt gerade mal 112 Gramm. Die Bankfiliale der Zukunft steckt in einem Smartphone.

Auf jeden Fall musste man diesen Eindruck gewinnen, als Apple in Amerika kürzlich sein neues Bezahlsystem Apple Pay einführte, das irgendwann auch nach Deutschland kommen soll. Innerhalb von nur drei Tagen meldeten sich mehr als eine Million Kunden dafür an. Das neue System soll es einfach machen, im Supermarkt mit dem Smartphone zu bezahlen.

Damit könnte vielen Leuten der Hauptgrund, der sie im Augenblick noch in Bankfilialen treibt, genommen werden: Sie müssten nicht mehr zum Geldautomaten. Zwar gibt es in Amerika noch eine Menge Anfangsschwierigkeiten – und wann und wie erfolgreich das Modell auch in Deutschland eingeführt wird, ist noch unklar. Sicher aber ist: Das Bankgeschäft erlebt noch einmal eine Revolution. Der technische Fortschritt sorgt für die Emanzipation des Bankkunden von der Bankfiliale: Und es ist noch keineswegs ausgemacht, ob die großen Spieler der alten Bankenwelt auch die wichtigsten Spieler der neuen sein werden. Im Gegenteil: Schon jetzt ist zu erkennen, dass es eine Vielzahl kleiner Start-ups gibt, im Branchenjargon Fintechs genannt, die klassische Bankfunktionen vom Zahlungsverkehr bis zum Aktienhandel für Smartphone, Tabletcomputer oder PC anbieten.

Flagship-Filialen funktionieren nicht

Zudem rüsten sich die Internetgiganten Apple, Google und Amazon, ihre gewaltigen Kundenstämme, ihre technische Leistungsfähigkeit und ihre Erfolge im Sammeln von Daten auszunutzen, um ihrerseits den Banken Konkurrenz zu machen. Zuletzt sorgte eine geplante Kooperation zwischen der chinesischen Internetplattform Alibaba und Apple für Schlagzeilen – die Revolution des Zahlungsverkehrs lockt die Großen offenbar sehr. „Die Banken sind gut beraten, das im Auge zu behalten“, heißt es in einer Studie der Deutschen Bank.

von MARIE BAUMANN UND CHRISTIAN SIEDENBIEDEL

Wolfgang Hawly

Der gläserne Steuerbürger wird Realität 

Christoph Bruns ist Fondsmanager und Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG.

Ein Bankgeheimnis gibt es nicht mehr. Die 50 wirtschaftlich führenden Länder der Welt haben beschlossen, einen umfassenden Finanzdatenaustausch vorzunehmen. Den Behörden ist nunmehr national und international der Blick in die Konten und Steuerdaten aller Bürger eröffnet. Der gläserne Steuerbürger wird Realität.

Sofern diese umfassende Staatsaufsicht zu Steuergerechtigkeit führt, mag man sie begrüßen. Alle Erfahrung deutet aber darauf hin, dass die eigentliche Absicht der geschlossenen Vereinbarungen darin liegt, die Steuereinnahmen zu erhöhen. Jedenfalls ist es kein Zufall, dass der Ausdruck „aufkommensneutral“ in der Diskussion gar nicht auftaucht, obwohl ja zusätzliche Einnahmen von Steuersündern zur Entlastung der Steuerehrlichen verwendet werden könnten.

In Deutschland haben die getroffenen Abkommen zum Datenaustausch die erwartbaren Rituale in den politischen Lagern geweckt. Kaum war die Tinte unter den Datenaustauschverträgen trocken, da wurde bereits die Abschaffung der Abgeltungssteuer und die künftige Besteuerung von Kapitalerträgen nach den persönlichen Einkommensteuersatz gefordert, in der Hoffnung, die seit Jahren sprudelnden Steuerquellen noch üppigere Fontänen werfen zu sehen.

Für Zinsanleger ist diese Entwicklung unerfreulich, denn die Abgeltungssteuer dürfte regelmäßig unterhalb des jeweiligen persönlichen Steuersatzes liegen. Insofern ist das staatliche Scharren mit den Steuerhufen sehr verständlich. Die Obrigkeit weiß allzu genau, dass die Deutschen ihr Erspartes ganz überwiegend zinsgebunden anlegen, wenngleich viele dieser Anlagen steuerprivilegiert sind, wie zum Beispiel bei der klassischen Kapitallebensversicherung. Gedämpft werden die Hoffnungen des Staates jedoch durch die Dauernullzinspolitik der Europäischen Zentralbank, so dass die Einnahmen aus der Besteuerung von Zinsanlagen zum Ingrimm des Finanzministers für längere Zeit mager ausfallen dürften.

Gänzlich anders liegt der Fall bei der Besteuerung von Kapitalerträgen aus Aktienanlagen. Im Gegensatz zu Zinsanlagen werden Dividendenausschüttungen steuerlich in Deutschland stark diskriminiert, indem Unternehmensgewinne zuerst im Unternehmen und im Falle der Ausschüttung zusätzlich beim Anleger zu versteuern sind. Diese Doppelbesteuerung ist unsystematisch, produziert unverhältnismäßig hohe Steuersätze und ist daher zutiefst ungerecht.

Mehr noch: Sie trägt im Ergebnis dazu bei, dass die Deutschen Aktienanlagen meiden und somit kaum an ihrer Wirtschaft beteiligt sind. Inzwischen ist in den letzten Jahren durch diese zum Teil staatlich gelenkte Fehlentwicklung ein Vermögensschaden von mehreren hundert Milliarden Euro entstanden. Mit Altersarmut wird unsere Gesellschaft langfristig diesen Schaden bezahlen müssen.

von Christoph Bruns

Wolfgang Hawly

Alte Währung nicht vergessen. Jeder zehnte Deutsche hat über 100 D-Mark zuhause.

Im Schnitt 65 D-Mark hat jeder Deutsche noch zu Hause – jeder zehnte hortet gar 100 D-Mark. Vor allem aus sentimentalen Gründen wollen sich viele nicht von den Scheinen und Münzen der Altwährung trennen.

Deutschland bleibt der D-Mark treu. Wenn auch nur indirekt. Obwohl vor 13 Jahren der Euro als offizielle Währung eingeführt wurde, ist die Deutsche Mark noch nicht aus den Köpfen beziehungsweise Haushalten der Deutschen verschwunden.

Laut einer Umfrage der Postbank besitzt jeder zweite Deutsche noch Münzen oder Scheine der alten Währung – im Schnitt 65 Mark. Vergesslichkeit spielt dabei kaum eine Rolle: Lediglich ein Fünftel gab an, die alten Scheine und Münzen entweder zuhause vergessen oder gerade erst gefunden zu haben. Die deutliche Mehrheit der Befragten, fast 75 Prozent, die einstige deutsche Währung  als Erinnerungsstücke in Ehren.

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Quelle: Postbank

Elf Milliarden D-Mark verschwunden

Insgesamt schlummern nach nach Schätzung der Bundesbank noch knapp zwei Milliarden D-Mark in deutschen Haushalten. Die tatsächliche Summe ist jedoch wesentlich größer. Theoretisch müssten noch 13 Milliarden D-Mark im Umlauf sein.

Eine mögliche Erklärung für die gewaltige Lücke von elf Milliarden Mark iefert Postbank-Experte Nentwig: „Erhebliche D-Mark-Beträge sind verloren gegangen sind oder wurden vernichtet.“ Zudem befänden sich zahlreiche Münzen und Banknoten noch im Ausland – beispielsweise in der Türkei, wo bis zur Euro-Einführung noch mit D-Mark gezahlt werden konnte. Bis zu 14 Prozent der Fünf-DM- und mehr als die Hälfte der Ein-Pfennig-Münzen bleiben dauerhaft verschollen.

Spenden statt Wechseln

Nach wie vor können Geldscheine und Münzen der Altwährung in Bundesbankfilialen in Euro gewechselt werden. Jedoch bevorzugten 13 Prozent der Befragten, ihre Restbestände Spendenorganisationen zukommen zu lassen. Mit der D-Mark in Geschäften einzukaufen, in denen das noch möglich ist, würden lediglich vier Prozent.

Quelle: Focus Online

Wolfgang Hawly

Videotheken, Bücher, Privatsphäre                                                                         Diese sieben Dinge wird es bald nicht mehr geben

Wann haben sie zum letzten Mal privat einen Brief verschickt? Wahrscheinlich ist es eine ganze Weile her. Deswegen werden Briefkästen und diese sechs anderen Dinge bald nicht mehr zu unserem Alltag gehören.

Diesen Artikel können Sie wahrscheinlich schon in ein paar Jahren ihren Kindern oder Enkeln zeigen und damit ungläubige Blicke ernten. Gut möglich, dass die sieben von „Finanzen 100“ identifizierten Dinge für sie dann schon wie aus einer anderen Welt wirken, denn es wird sie wohl nicht mehr lange geben.

1. Videotheken

Fast jeder war wohl irgendwann einmal in einer Videothek angemeldet, aber können Sie sich an Ihren letzten Besuch dort erinnern? Filme leiht man sich heutzutage nicht auf DVD oder VHS, sondern streamt sie im Internet. Anbieter dafür gibt es mit Netflix, Watchever, Lovefilms mittlerweile genug. Den Niedergang der Videotheken kann man auch am Aktienwert der US-Kette Blockbuster ablesen. Dieser lag zwischenzeitlich bei 30 Dollar und ist heute bei 0,015 Dollar angekommen.

2. Der Pflug

Eine bekannte Parole der Friedensbewegung der 80er Jahre lautete „Schwerter zu Pflugscharen“. Man wohl wird sich bald etwas Neues überlegen müssen. Pflüge sind nämlich in der Landwirtschaft nach Jahrhunderten der Nutzung ziemlich out: Experten von msn.com zufolge befördert er die Erosion des Bodens und kostet gleichzeitig zu viel Kraftstoff. Ersetzt werden könnten sie durch Herbizide und Anbau-Sämaschinen, die den Boden weniger stark beeinflussen.

3. Bücher

Früher wurden für Bücher riesige Tempel gebaut, auch Bibliotheken genannt. Man denke nur an die New York Public Library oder die Staatsbibliothek in München. Spätere Generationen werden sich wohl fragen, wer früher solch schwere Papierbände mit sich herumgetragen hat. Die Beratungsfirma Kiplinger geht davon aus, dass in Zukunft immer mehr Tablets und e-Reader zum Lesen genutzt werden.

4. Die Kupplung

Sie gehört zu den deutschen Heiligtümern und wird hierzulande daher vermutlich auch noch etwas länger überleben: Die Schaltung per Kupplung. In den USA wird sie wohl dagegen bald von der Bildfläche verschwinden. Schon jetzt hat die Automatikschaltung dort hohe Marktanteile. Auch bei Effizienz und Spritverbrauch ist sie der Kuppelschaltung voraus.

5. Briefkästen

Wie oft versenden Sie pro Jahr privat Briefe? Vermutlich erheblich seltener als E-Mails oder andere elektronische Nachrichten zu schreiben, oder. Briefe sind langsamer und teurer als die Elektro-Post und werden daher wohl von ihr verdrängt. In den USA hat sich das Briefvolumen schon zwischen 2004 und 2013 um 55 Prozent verringert Irgendwann werden so wohl auch die Briefkästen verschwinden.

6. Glühbirnen

Dieser Punkt ist eigentlich recht offensichtlich. Alleine schon, weil sie aufgrund einer EU-Verordnung nicht mehr verkauft werden dürfen, werden die Glühbirnen wohl nicht mehr lange Teil unserer Alltagswelt sein. Auch technisch macht es Sinn: Halogen- und LED-Lampen sind weit effizienter als die traditionelle Birnen.

7. Privatsphäre

Die Gründe hierfür: Facebook, Google und Apple. Diese Unternehmen speichern alle unsere Klicks im Netz. Auch unsere Bewegungen im echten Leben können sie über unsere Smartphones mitverfolgen. So ganz anonym für sich sein, wird in Zukunft also schwerer – zumindest wenn man sein Smartphone immer dabei hat.

Quelle: Focus Online

Wolfgang Hawly

EuGH: Deutschland darf Zuwanderern Sozialhilfe verwehren. Gericht verweigert arbeitsloser Rumänin Hartz-IV            CSU begrüßt Urteil

Der Europäische Gerichtshof hat am Dienstag über den Anspruch von Zuwanderern auf deutsche Hartz IV-Leistungen entschieden. Demnach haben Einwanderer, die nur wegen der Sozialhilfe nach Deutschland kommen, kein Recht auf Sozialleistungen.

Der Europäische Gerichtshof hat am Dienstag ein Grundsatzurteil über deutsche Sozialhilfe für Armutseinwanderer aus dem EU-Ausland gefällt. Die Richter betonten, EU-Ausländer, die nur wegen des guten Sozialsystems nach Deutschland kommen und sich keine Arbeit suchen, haben keinen Anspruch auf Hartz IV.

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt begrüßte die Entscheidung als „gutes Signal“. Das Urteil stärke die Rechtssicherheit und sei ein gutes Signal an Sozialsysteme und Gerichte, sagte Hasselfeldt in Berlin. Es werde dazu führen, dass die Akzeptanz der Freizügigkeit in Europa steige. Hasselfeldt verteidigte mit Blick auf das Urteil auch die Initiativen der CSU-Landesgruppe gegen die sogenannte Armutszuwanderung in der EU. „Es wird klar, dass wir richtig gelegen gaben“, sagte sie.

Der EuGH in Luxemburg hatte zuvor entschieden, dass Deutschland EU-Ausländern keine Hartz-IV-Leistungen bezahlen muss, wenn sie hier nicht nach Arbeit suchen. Danach können die Mitgliedsstaaten beitragsunabhängige Sozialleistungen eigenständig regeln.

Um einen Anspruch auf Sozialleistungen zu haben, müssten die Einwanderer der „Unionsbürgerrichtlinie“genügen. Das bedeutet, dass das Aufnahmeland, in diesem Fall Deutschland, während der ersten drei Monate nicht verpflichtet ist, Hartz IV zu zahlen. In den folgenden fünf Jahren muss der Staat nur aushelfen, wenn die Einwanderer nachweisen, dass sie über „ausreichende Existenzmittel verfügen“. So soll ein Ausnutzen der Freizügigkeit innerhalb der europäischen Union verhindert werden. Das Gericht folgte damit unter anderem einem Gutachten, das bereits im Mai vorgelegt worden war. Darin hatte es geheißen, nur so könne Missbrauch verhindert werden.

Klage einer Rumänin abgewiesen

Im konkreten Fall ging es um eine Rumänin und ihren kleinen Sohn, die seit 2010 dauerhaft in Deutschland leben. Die Frau wohnte jahrelang bei ihrer Schwester in Leipzig und erhielt Kindergeld sowie einen Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt.

Sie nahm allerdings keine Arbeit auf, weswegendas Jobcenterihren Antrag auf Hartz IV ablehnte. Als sie dagegen klagte, legte das Sozialgericht Leipzig den Fall im Juni 2013 dem EuGH zur Klärung vor.

Debatte um Hilfe für Ausländer

Um Armutszuwanderer aus Bulgarien und Rumänien gab es im Sommer lange Debatten. Die CSU hatte gefordert, den Einwanderern den Zugang zum Sozialsystem zu erschweren. Auch die EU-Kommission hatte sich eingeschaltet. Sie bemängelte vor allem den Ausschluss vieler EU-Ausländer von der deutschen Sozialhilfe. Nach den geltenden Regeln erhalten nur Arbeitnehmer und Selbstständige Hartz-IV-Leistungen, nicht aber Migranten, die nach Deutschland kommen und keine Arbeit suchen.

Quelle:Focus Online