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Wolfgang Hawly: Nebenjob Börsenprofi: So verdienen Sie mit Social Trading

Beim Social Trading können Anleger die Strategien von erfolgreichen Investoren kopieren, indem sie diesen einfach folgen – und einen vorher festgelegten Teil ihres Vermögens in dieselben Werte investieren. Aber auch für die Top-Trader ist es lukrativ, viele Follower zu haben.

Viele Anleger schwimmen im Börsenteich, alle wollen Rendite erzielen, aber es lauern Gefahren. Was schützt am besten vor bissigen Haien? Die Schwarmintelligenz. Mag der einzelne Anleger noch so ein kleiner Fisch sein, wenn genügende davon im Schwarm schwimmen, lässt sich eine schlagkräftige Truppe bilden. Was Anleger bereits als soziale Medien wie Facebook und Twitter kennen, gibt es auch für Investments. Social Trading heißt das Phänomen. FOCUS-MONEY und FOCUS Online erklären den Trend in einer Serie und stellt im fünften Teil Top-Trader aus dem Universum des Social Investings vor. Was treibt sie an? Wie gehen sie mit der Verantwortung um? Und wie beschränken sie ihre Risiken?

Die Grundidee des Social Trading: Bei den Plattformen können sich Nutzer anmelden, untereinander austauschen und die Trades von populären Tradern verfolgen und nachmachen, also durch Copy-Trades kopieren. Bei eToro und Wikifolio heißen die dicken Fische Trader, bei ZuluTrade Händler. Die Idee ist dieselbe: Je besser die Performance, umso mehr Anleger folgen den Vorbildern. Hier zeigt sich das Phänomen der Schwarm-intelligenz:

Die Rendite verbessert sich durch die Weisheit der Masse, das fand die Universität Bochum durch eine Studie heraus.

Vorbild für Tausende Anleger

Top-Trader gibt es bei jeder Plattform: Bei Zulutrade liegt ein gewisser „Fibotradingchris“ aus Griechenland auf dem dritten P latz im Gesamtranking: Er bringt es auf einen Return-on-Investment (ROI) von 710 Prozent in 28 Wochen, und das bei einem Maximalverlust (Drawdown) von zehn Prozent auf Jahressicht. Ihm folgen knapp 4000 Anleger – und sie können auch Noten für seine Leistung vergeben und kommentieren. Momentan empfehlen 73 Prozent den Top-Trader aus Hellas weiter.

Beim Marktführer eToro gehört der 24-jährige Christian Fahrner zu den dicken Fischen im Teich. Im Gesamtranking schafft er es auf Platz drei der meistkopierten Trader. Sein Trader-Name: FC Investment. In den vergangenen drei Monaten erzielte Fahrner eine Rendite von mehr als 52 Prozent. Davon profitieren auch andere Anleger: Momentan folgen Fahrner auf der Trading-Plattform mehr als 15.400 Anleger und verfolgen seine Transaktionen; mehr als 4400 Anleger kopieren sie.

Top-Trader als Nebenjob

Das kommt dem Stuttgarter entgegen: „Als junger Trader kann ich meine Strategie der Öffentlichkeit präsentieren. Sind Anleger überzeugt von meiner Performance und kopieren mich, kann ich zusätzliches Geld für mein Studium verdienen.“ Denn die Top-Trader werden belohnt.

Bei eToro läuft es beispielsweise so: Anleger registrieren sich, traden und qualifizieren sich dadurch nach drei Monaten für das Programm der populären Investoren. Selbstverständlich müssen sich Anleger identifizieren lassen – also ihre Anonymität ablegen, bevor überhaupt an Geld zu denken ist. Dazu gehören die Angabe des echten Namen, ein Foto und eine Kurzbiografie. Weitere Voraussetzung: Ein Anleger muss von mindestens zehn anderen Anlegern kopiert werden.

Je mehr Kopierer, desto höher der Verdienst

Gewinnt der Top-Trader tatsächlich zahlreiche Follower, fließt echtes Geld sein Konto: Die monatliche Vergütung hängt ab von der Anzahl der qualifizierten Kopierer (also Follower, die einen Trader mit mindestens 100 Euro kopieren) sowie von der Beständigkeit des Erfolgs (gemessen in vier Zeiträumen).

Wem die Anleger folgen, bestimmen die nackten Zahlen: je besser die Rendite, umso populärer wird ein Trader. Nachvollziehen lässt sich das ganz leicht durch Statistiken: Die Zahl der Wochen mit Gewinn, die Performance oder der Drawdown. Einem Trader wie Fahrner kommt die Aufmerksamkeit anderer Anleger zwar gelegen, doch für ihn spielen allein die Fakten die Hauptrolle: „Die Performance ist die Kennzahl, an der ich mich messen lassen muss. Stimmt die Wertentwicklung, kommen mit der Zeit automatisch die Kopierer.“

Quelle: Focus Online

Wolfgang Hawly: Twitter klagt gegen Maulkorb der US-Regierung

Twitter wehrt sich gegen den gesetzlich verordneten Maulkorb: Der Kurznachrichtendienst hat die US-Regierung verklagt, um Nutzer transparenter über personenbezogene Anfragen von Geheimdiensten und anderen US-Behörden informieren zu können. Bisher schränkt ein US-Gesetz diese Transparenz stark ein.

Der Kurznachrichtendienst Twitter klagt gegen das US-Justizministerium und das FBI, um sich ein Recht auf mehr Transparenz bei Behördenanfragen zu erkämpfen. Das Unternehmen aus San Francisco will genauere Angaben darüber veröffentlichen, wie häufig US-Behörden die Herausgabe von Nutzerdaten vor dem Hintergrund der nationalen Sicherheit verlangen. Das betrifft unter anderem Anordnungen des geheimen FISA-Gerichts, das einen Teil der Überwachungsmaßnahmen des Geheimdienstes NSA genehmigen muss.

Derzeit beschränkt ein US-Gesetz diese die Angaben nur auf eine recht breite und allgemeine Spanne an Informationen. Twitter und andere Unternehmen dürfen nicht einmal konkret sagen, dass es keine solchen Anfragen gab. Twitter will diese Regel über die Klage kippen.

Gesetz beschneide Meinungs- und Pressefreiheit

Der aktuelle Zwang zu breiten Spannen sei ein Verstoß gegen den ersten Zusatzartikel zur US-Verfassung, in dem Meinungs- und Pressefreiheit festgeschrieben werden, argumentiert Twitter in der am Dienstag veröffentlichten Klage. Man könne so nicht auf Sorgen der Nutzer reagieren. Alle Versuche, eine Lösung ohne eine Klage zu finden, seien gescheitert.

Konflikt spitzt sich zu

Mit dem Schritt spitzt sich die Kontroverse zwischen der amerikanischen Internet-Branche und der US-Regierung nach Edward SnowdensEnthüllungen über die ausufernde Überwachung durch die NSA und andere Geheimdienste zu.Apple und Google versprachen vor kurzem, Informationen auf Smartphones durchVerschlüsselung dem Zugriff von Behörden zu entziehen. Das FBI machte bereits deutlich, dass es darin ein Problem sieht.

 Microsoft kämpft gegen eine Gerichtsentscheidung, die US-Behörden direkten Zugriff auf Nutzerdaten in Europa gewähren soll. Der Konzern zeigte sich entschlossen, den Fall aus New York notfalls bis vor das Oberste Gericht durchzufechten.
Maulkorb war ursprünglich viel umfangreicher

Den Internet-Unternehmen war es ursprünglich untersagt, sogar die Existenz von Behördenanfragen mit Bezug zur nationalen Sicherheit zu bestätigen, geschweige denn Zahlen dazu zu nennen. Die heutige Regelung erlaubt, in Blöcken von 250 oder 1000 über solche Behördenanfragen zu informieren. Diese Regelung ist bereits ein Kompromiss.

Er kam zustande, nachdem Microsoft, Google,Yahoo, Facebook und das Karriere-NetzwerkLinkedIn gegen das geheime Gericht FISA klagten, das Geheimdienst-Aktivitäten in den USA erlaubt. Twitter legte den Behörden Anfang des Jahres einen Transparenzbericht mit genaueren Zahlen zur Freigabe vor, sie wollen dies aber nicht akzeptieren.

Vertrauen der Nutzer zurück gewinnen

Für die Internet-Unternehmen geht es dabei auch darum, das Vertrauen der Nutzer wiederzugewinnen, das von den Enthüllungen des Edward Snowden beschädigt wurde. Mit den von ihm veröffentlichten Dokumenten wurde unter anderem das Programm Prism bekannt, über das der Abhördienst NSA und andere Behörden Zugang zu Daten aus den Internet- und Hightech-Firmen bekommen.

Die Unternehmen versicherten wiederholt, dies geschehe nur auf richterliche Anordnung und sie hätten keiner staatlichen Instanz direkten Zugang zu ihren Servern gewährt.

Quelle: Rüdiger Wölk/imago

Datenschützer gehen in Revision gegen Urteil zu Facebook-Fanseiten

Das juristische Tauziehen um den Datenschutz bei Facebook-Fanseiten von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen im Land geht weiter. Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) werde das Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgerichts (OVG) vor dem Bundesverwaltungsgericht anfechten, teilte das Landeszentrum am Montag in Kiel mit. Das Oberverwaltungsgericht hatte am 4. September entschieden, dass schleswig-holsteinische Betreiber von Facebook-Fanseiten für Datenschutzverstöße, die bei der Benutzung der Seite stattfinden, nicht verantwortlich sein sollen. Wegen der „Grundsatzbedeutung“ des Falles hatte das OVG die Revision zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zugelassen.

Quelle: dpa

Wolfgang Hawly

Wolfgang Hawly: IWF hält neue Weltwirtschaftskrise für möglich

Berlin – Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat einen düsteren Weltwirtschaftsausblick gewagt. Die Wachstumsprognose müsse deutlich nach unten korrigiert werden. Die IWF-Experten wörtlich: „Die Geschwindigkeit des Wachstums hat in den letzten Jahren enttäuscht.“ Besonders die Risiken für die Weltkonjunktur hätten in den letzten Monaten rapide zugenommen. Eine neue Weltwirtschaftskrise sei durchaus möglich.

Die Wachstumsprognose wurde von 3,7 Prozent auf 3,3 Prozent heruntergeschraubt. Auch für das kommende Jahr liegen die Prognosen unter den Erwartungen, die der IWF noch im April formuliert hatte. Für Deutschland wurden die Wachstumserwartungen um einen halben Prozentpunkt nach unten korrigiert.

Die Gründe für die trüben Aussichten sind vielfältig. Die Eurozone treibe auf eine Stagnation zu, der erhoffte Aufschwung rückt in weite Ferne. Der IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard sagte dazu: „Es besteht das Risiko, dass die Erholung in der Eurozone stagniert. Aber sollte dieses Szenario wahr werden, würde es ein großes Problem werden.“ Geopolitische Krisen im Nahen und Mittleren Osten verursachen ökonomische Schäden durch steigende Energiepreise. Auch warnt der IWF vor einer Überhitzung der internationalen Finanzmärkte, da die derzeit recht hohen Kurse nicht die tatsächliche Situation der Wirtschaft widerspiegeln. Die Investitionen seien zu gering, was sich wiederum in fehlender Nachfrage vor allem in den großen Volkswirtschaften niederschlage. Überdies warten in vielen Ländern notwendige Strukturreformen auf ihre dringende Umsetzung. Auch Brasilien kämpft mit einer deutlich abgeschwächten Konjunktur und Russland leidet zunehmend unter den Sanktionen wegen der Ukraine-Krise. Diese Sanktionen führen aber auch zu wirtschaftlichen Verlusten in EU-Staaten, die die Sanktionen verhängt haben, allen voran in Deutschland.

Lediglich für die USA werden positive Zukunftsaussichten prognostiziert. So werden Wachstumsraten in Höhe von 2,2 Prozent für dieses Jahr und 3,1 Prozent für das kommende Jahr vorhergesagt.

Für Deutschland empfiehlt der IWF, die öffentlichen Investitionen in die Infrastruktur zu steigern. Dass der IWF mit seinem Latein offenbar am Ende ist, belegt der Hinweis, dass die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik noch weiter lockern solle, wenn Inflation weiterhin nicht nennenswert steigt. Die Politik des billigen Geldes hat doch letztlich erst dazu geführt, dass die offizielle Inflation deutlich gesunken ist.

Wenn die Folgen des billigen Geldes mit weiterem billigen Geld bekämpft werden sollen, wird der Bock zum Gärtner gemacht.

Quelle: Oliver Blanchard

Wolfgang Hawly: Trotz Regulierung, derGraumarkt blüht

Seit Juli 2014 gilt das KAGB uneingeschränkt. Allerdings mit unerwünschten Nebenwirkungen: Unregulierte Produkte sind auf dem Vormarsch.

 Lange Bearbeitungszeiten durch die BaFin und eine allgemeine Verunsicherung über die Zulassungsbedingungen, aber auch die sich bietende Möglichkeit zum Unterlaufen der Regulierung, haben nach Informationen von Dextro Ratings zu einer Zunahme von Produkten geführt, die nicht dem KAGB unterliegen. Dazu zählen Direktinvestments, Nachrangdarlehen, Namensschuldverschreibungen, Genussrechte, Stille Beteiligungen und Beteiligungen an operativ tätigen Unternehmen. Nach einer Dextro-Umfrage planen die Initiatoren fürs zweite Halbjahr 2014 derartige Emissionen im Volumen von 106,8 Millionen Euro bzw. haben es bereits umgesetzt. Das sind 4 Prozent der gesamten Emissionspläne bei AIF-Publikumsfonds (2,7 Milliarden Euro) fürs zweite Halbjahr 2014.

Weiß gegen grau: 10:1
Ohne Direktinvestments kommt das Dextro Analyse Portal bei den Produkten außerhalb des KAGB auf ein in Platzierung befindliches Emissionsvolumen von 130 Millionen Euro. Daraus ergibt sich ein Verhältnis von weißer (KAGB-reguliert) zu grauer Kapitalmarkt (unreguliert) von 10:1. Bei Genussrechten und Nachrangdarlehen haben Anleger wie der prominente Fall von Prokon zeigt im Insolvenzfall keinen Anspruch auf Zugriff auf die investierten Sachwerte. Zudem haben die Anleger keinerlei Stimmrechte und werden im Insolvenzfall nachrangig gegenüber den Banken bedient.

Direktinvestment-Boom seit 2013
Nicht nur Nachrangdarlehen und Genussrechte sind auf dem Vormarsch, gleiches gilt für Direktinvestments. Für Initiatoren ist das Produktvehikel unter anderem reizvoll, weil der kostenzehrende Fondsmantel entfällt und eine schnelle Emission ohne BaFin-Gestattung möglich ist. Doch auch dieses Vehikel, beispielsweise Containerdirektinvestments, haben laut Dextro ihre Tücken. Beispielsweise fehle dem Anleger ohne genaue Marktkenntnis der Überblick, ob die Kauf- und Mietkonditionen sowie die Rückkaufpreise für die Container marktkonform kalkuliert sind und ob der fragliche Anbieter in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. „Abhängig von der individuellen Vertragsgestaltung haben Anleger hier weder Mitwirkungs- noch vollständige Informationsrechte“, sagt Dextro-Chefanalyst Evgeniy Gilenko. „Umso wichtiger sind objektive Analysen, um die Plausibilität der getroffenen Annahmen zu überprüfen.“ Nach Dextro sind viele Direktinvestments ihrem Wesen nach besicherte Darlehen. Denn neben dem Erwerb der Vermögensgegenstände wie beispielsweise einzelner Container verpflichtet sich der Anleger regelmäßig per Vertrag zur Vermietung und zum späteren Wiederverkauf der erworbenen Objekte an den ursprünglichen Verkäufer. Doch auch Produkte außerhalb des KAGB können Qualitätsprodukte sein. „Die Voraussetzungen dafür sind eine ausbalancierte Rendite-Risiko-Relation und angemessene Sicherheitsmechanismen. Der hohen Risikokategorie muss eine entsprechende Renditeerwartung gegenüberstehen.“

Nachbesserungen seitens der BaFin
Andrea Kühne, bei Dextro verantwortlich für Client Relationship Management und Marktforschung, rechnet angesichts der Marktsituation damit, dass die BaFin mittelfristig auch Genussrechte und Nachrangdarlehen in den Geltungsbereich des KAGB einbezieht. Eine regulatorische Erfassung der Direktinvestments hält Kühne für schwieriger. Allerdings könnte die BaFin beim Erwerb unterzeichnete Rückkaufvereinbarungen mit konkreten Rücknahmepreise oder die Beteiligung an nicht exakt zurechenbaren Vermögenswerten wie der Erwerb von Anteilen an einem Asset-Pool, als Hinweise auf das Vorliegen strukturierter Finanzprodukte werten, was dann somit dem KAGB unterliegen sollte.

Quelle: Dextro Ratings

Wolfgang F. Hawly Unternehmensberatung: Was bringt Social Media wirklich?

Facebook, Twitter, Xing: Soziale Netzwerke werden für Unternehmen immer wichtiger. Viele Firmen wollen so Geschäftsbeziehungen pflegen, neue Kunden gewinnen und Leistungen rascher auf den Markt bringen. Doch nur wenige Unternehmen können den geschäftlichen Nutzen ihrer Social Media Maßnahmen beurteilen, registriert der Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller e.V. (BVBC). Firmen sollten ihre Aktivitäten mit ausgewählten Kennzahlen auf ihre Wirksamkeit hin kontrollieren.

„Voraussetzung für die Messbarkeit von Social Media ist eine klare Zieldefinition“, betont Unternehmensberater Jörgen Erichsen, Fachexperte des BVBC für Social Media Controlling. „Mögliche Ziele sind etwa Imageverbesserung, Neukundenakquise oder Personalgewinnung.“ Je nach Ausrichtung und Medium bieten sich verschiedene operative und strategische Messgrößen an. So können operative Kennzahlen wie Verweildauer, Klickrate oder Abbruchquote die Kaufbereitschaft beleuchten. Strategische Faktoren wie Zahl und Qualität der Verlinkungen, Kommentare oder Weiterleitungen geben Hinweise auf den Bekanntheitsgrad und das Markenimage. „Unternehmen sollten sich auf bis zu fünf Kennzahlen pro Kanal konzentrieren und diese regelmäßig prüfen“, rät BVBC-Fachexperte Erichsen. Neulinge nehmen am besten professionelle Hilfe in Anspruch, um die passenden Kennzahlen auszuwählen und einen Stufenplan mit realistischen Zielvorgaben zu entwickeln.

Für die Analyse von Kennzahlen stehen vielfältige Tools bereit. Neben den Controlling-Tools führender Plattformen wie Google, Facebook oder Twitter kommen Spezialanwendungen wie Hootsuite, Gridmaster oder Social Bench in Betracht. Eine umfassende Gesamtlösung gibt es nicht. „Es existieren viele Tools mit ganz unterschiedlichen Einsatzschwerpunkten“, so Erichsen. „Ratsam ist eine gründliche Internetrecherche, welche Lösungen sich für die Erfolgsmessung der speziellen Social Media Aktivitäten am besten eignen.“ Vor dem laufenden Betrieb sollten Unternehmen eine Testphase einplanen, um das Produkt auf seine Praxistauglichkeit hin zu testen. Es ist sinnvoll, im Unternehmen einen festen Ansprechpartner für Social Media zu benennen, der alle erforderlichen Schritte koordiniert.

Ganz wichtig: Die Auswertungen sind nicht isoliert zu betrachten. Unternehmen sollten die Entwicklung der Social Media Aktivitäten mit den Unternehmensdaten der „realen“ Welt verknüpfen und vergleichen können. Obendrein bietet das Nutzerverhalten in sozialen Netzwerken interessante Ansatzpunkte für die Produktentwicklung und Vermarktung. Denn Nutzer geben durch Anklicken, Bewertungen und Empfehlungen ihre Vorlieben preis.

„Social Media Controlling ist nicht nur für Großunternehmen, sondern auch für Mittelständler eine interessante Option“, sagt Markus Kessel, Geschäftsführer des BVBC. „Mit vertretbarem Aufwand lassen sich wichtige Kennzahlen gewinnen, um unternehmerische Entscheidungen vorzubereiten und den Einsatz von Marketingbudgets zu optimieren.“ Denn Controlling-Tools können aufschlussreiche Informationen über die Zielgruppen liefern. So läßt sich etwa ermitteln, welche Region, Altersgruppe oder welches Geschlecht ein besonders großes Produktinteresse hat. Firmen können ihre Vermarktungsaktivitäten effektiver gestalten und genau auf die Bedürfnisse der Zielgruppen ausrichten. „Richtig eingesetzt, wird Social Media Controlling zu einem zentralen Baustein für den Unternehmenserfolg“, betont BVBC-Geschäftsführer Kessel.

Quelle: Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller e.V. (BVBC), www.bvbc.de

 

Wolfgang Hawly: Warum den Deutschen ihr Erspartes durch die Finger rinnt

Kaum ein Volk spart so eifrig wie die Deutschen. Doch was eigentlich eine Tugend ist, hat in der Praxis wegen der niedrigen Zinsen fatale Folgen. Die Sparer verschenken Milliarden. Dabei gäbe es simple Auswege aus der Zinswüste.

Ende dieses Monats wird sich ein alljährliches Ritual wiederholen: Am 30.Oktober ist Weltspartag. Und wie jedes Jahr werden viele Deutsche mit ihren Kindern zur Bank gehen, um das sauer Ersparte auf ein Sparkonto einzuzahlen.

Dafür bekommen die Kinder dann einen Kuli oder ein Plüschtier. Doch in Wirklichkeit verlieren sie etwas. Von ihrem Sparguthaben können sie sich nämlich derzeit jeden Monat ein bisschen weniger kaufen – weil die mickrigen Sparzinsen meist nicht einmal die Inflation ausgleichen.

Tugend mit Tücken

Finanzexperten sehen den Spareifer der Deutschen deshalb kritisch. „An der Sparfreudigkeit ist grundsätzlich nichts auszusetzen“, sagt Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Finanzberater-Verbandes FPSB Deutschland und FOCUS-Online-Experte.„Doch die Sorge vor Kursschwankungen hält leider sehr viele Bürger davon ab, das Ersparte auch wirklich effektiv und gewinnbringend anzulegen.”

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Das meiste Geld lande wie seit eh und je auf dem Sparbuch oder fließe in festverzinsliche Anlagen wie Staatsanleihen.„Es ist sehr bedauerlich, dass die Deutschen weltweit eine der höchsten Sparquoten aufweisen, aber so wenig daraus machen“, urteilt Tilmes.

Quelle: Focus Online

Wolfgang Hawly: Medien bestimmen die Weltsicht

Denkschablonen statt Ergebnis offener Debatten – das hat viel mit den Medien zu tun. Schließlich fallen die Vorstellungen davon, was gut und richtig ist, nicht einfach vom Himmel.                                                    Der Medientheoretiker Norbert Bolz spricht Klartext:                         Seit Jahrzehnten dominierten die Linksintellektuellen den Diskurs, sie hätten „das ausgeprägt, was wir Political Correctness nennen“. Daher gebe es nicht nur in der Welt der Kultur, sondern vor allem in den Massenmedien – auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk – einen „massiven, linksgeprägten Diskurs“.

In einer Welt, in der die Menschen durchschnittlich mehr als sieben Stunden pro Tag mit Medienkonsum verbringen, kann das nicht ohne Folgen bleiben. Zumal sich viele Medienmacher nicht mit der Rolle des bloßen Berichterstatters zufrieden geben wollen. „Massenmedien sind nicht nur ein Forum der politischen Auseinandersetzung oder ein Mittler zwischen den Fronten; die Medienorganisationen sind selbst Akteure, die auf der Basis ihrer zentralen Funktion in der politischen Kommunikation mit anderen Akteuren – Parteien, Verbänden, staatlichen Instanzen – um politischen Einfluss ringen“, heißt es beispielsweise auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung.

Journalisten selbst sehen sich gern in einer Wächterrolle, die sie unabhängig, objektiv und nur der Wahrheit verpflichtet ausfüllen. Bei näherem Hinsehen bekommt das hehre Bild freilich Kratzer. So förderte eine repräsentative Befragung von Journalisten nach ihren politischen Vorlieben Eindeutiges zu Tage: Rund 35 Prozent der Medienmacher sympathisieren mit den Grünen, 25 Prozent favorisieren die SPD. Der Union sahen sich dagegen gerade mal 7,6 Prozent verbunden. Nun haben sicher auch Journalisten das Recht auf eine eigene Meinung. Aber es wäre naiv zu glauben, dass sich ihre Vorlieben und Abneigungen nicht in der täglichen Arbeit spiegeln und auswirken würden.

Laut dem Medienwissenschaftler Hans Martin Kepplinger billigen denn auch fast die Hälfte aller Journalisten das „bewusste Hochspielen von Informationen, die ihre eigene Sichtweise stützen“. Beispiel Fukushima: Nach der Katastrophe fehlte es nicht an Darstellungen der Gefährlichkeit von Reaktorunfällen, in Sondersendungen warnten mehr oder weniger seriöse Experten vor den Folgen radioaktiver Strahlung. Dass Erdbeben und Tsunamis, die in Japan erst das Atomdesaster ausgelöst hatten, hierzulande eher selten vorkommen, wurde dagegen nicht erwähnt. Kepplinger: „Dadurch erschien Fukushima nicht als Folge regionaler Besonderheiten, sondern als Beleg für das generelle Risiko der Kernenergie.“ Was nicht in ihr Weltbild passe, werde von Journalisten dagegen gern heruntergespielt. So sei etwa die Schadstoffbelastung von Bio-Eiern schnell aus den Medien verschwunden, und auch die Gefahr durch Solaranlagen bei Bränden werde kaum thematisiert.

Gut vs. gut gemeint

Wo die gute Absicht wichtiger ist als die ergebnisorientierte Lösung, treibt die Sprachregulierung seltsame, zuweilen auch bizarre Blüten. Da darf Pippi Langstrumpf ihren Vater nicht mehr „Negerkönig“ nennen, wie sie das jahrzehntelang getan hat, sondern muss vom „Südseekönig“ sprechen. Zu groß war für den Verlag offensichtlich die Angst vor Rassismusvorwürfen; da musste der Kinderbuch-Klassiker eilig an die Sprachentwicklung angepasst werden. Ähnlichen „Säuberungsaktionen“ fielen schon die „Zehn kleinen Negerlein“ von Agatha Christie zum Opfer, die hierzulande nur noch unter dem Titel „Und dann gabs keines mehr“ erscheinen dürfen. Auch der Comic „Tim und Struppi im Kongo“ geriet wegen angeblich kolonialistischer Tendenzen unter Rassismusverdacht, ebenso der „Struwwelpeter“, weil dort vom „Mohrenkind“ die Rede ist.

Zuweilen stößt die Sprachbereinigung sogar bei den Betroffenen selbst auf Unverständnis. Weil längst nicht alle „Zigeuner“ zu den Stämmen der Sinti und Roma gehören, legen beispielsweise in Rumänien viele Angehörige dieser Volksgruppe großen Wert darauf, Zigeuner zu sein.

Und die allgegenwärtige Korrektheit macht selbst vor der Heiligen Schrift nicht halt. Ein Kreis aus Theologen und Sprachwissenschaftlern präsentierte vor einiger Zeit nach mehrjähriger Arbeit die „Bibel in gerechter Sprache“. In dieser Neuübersetzung der Texte aus dem Hebräischen und Griechischen gelten korrekte Sprachregelungen offenbar mehr als Theologie. Da kommt die Frohe Botschaft abwechselnd von „Gott“ oder „Göttin“, mal ist von dem, mal von der Höchsten die Rede. Dass Jesus nicht mehr der „Sohn“, sondern das „Kind“ Gottes ist, gehört da noch zu den harmloseren Verhunzungen.
Quelle: Focus

Was darf man in Deutschland sagen – und was nicht?

Sprechverbote und Tabus bestimmen den öffentlichen Diskurs: „Wer in Deutschland nicht sozialdemokratisch ist, landet entweder im Irrenhaus oder im Ausland“, glaubt der Philosoph Peter Sloterdijk. Eine Analyse der Dos and Donts dieser Republik.

Es gibt in Deutschland Tabus. Wer gegen denEuro ist und dies öffentlich kundtut, hat in aller Regel einen schweren Stand. Gutmenschen jeglicher Couleur denunzieren Menschen mit eurokritischen Meinungen in Talkshows als europafeindlich und als Revanchisten.

Auch wer den menschengemachten Klimawandel in Frage stellt, findet kaum Fürsprecher. „Solche Menschen haben kein Verantwortungsgefühl für die Zukunft unserer Kinder“, heißt das Totschlagargument. Und wer gar die Schuld an Armut und sozialen Problemen bei den Betroffenen selbst sucht, ist hartherzig und bar jeder Solidarität. Nur das Christentum darf man ablehnen. Weilder Papstdie Pille verbietet und Priester im Zölibat leben. AmIslamist dagegen jede Kritik verboten. Das wäre fremdenfeindlich.

Schweigen statt Zensur

Obwohl unsere Verfassung jedem Bürger garantiert, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei äußern zu dürfen, beherrschen Sprech- und Denkverbote die bundesdeutschen Debatten. Das funktioniert ohne sichtbaren staatlichen Zwang, schließlich heißt es im Artikel 5, Absatz III des Grundgesetzes ja auch ausdrücklich: „Eine Zensur findet nicht statt.“ Doch warum lassen sich die Menschen eigentlich all diese gedankliche Bevormundung gefallen? Und welche Antworten auf die brennenden Probleme werden durch solche Gängelei des Sprechens – und damit des Denkens – unterdrückt?

Die „Schweigespirale“

Eine anschauliche Erklärung für das Funktionieren eines Systems aus Tabus und Redeverboten lieferte bereits in den 70er-Jahren die Demoskopin Elisabeth Noelle-Neumann in ihrer Theorie der Schweigespirale. Danach treibt den Menschen die Angst vor der sozialen Isolation um – keiner will in einer Gruppe oder der Gesellschaft außen stehen. Das hat seine guten Gründe: Schließlich sind wir als soziale Wesen auf die Gemeinschaft angewiesen, und wir leben auch gern in ihr. Um nur ja nicht ausgegrenzt zu werden, beobachtet der Einzelne ständig seine Umgebung auf der Suche nach der gerade vorherrschenden Meinung – und passt sich ihr dann an.

Der Apple-Analyst prognostiziert für die Aktie auch nach 30 Prozent Kursverlust noch neue Höchststände, weil 90 Prozent seiner Kollegen das auch tun.Dschungelcamp-Fans outen sich heute öffentlich, weil das einstige Schmuddel-TV in den Feuilleton-Seiten von „Süddeutsche“ und FAZ Einzug gehalten hat. Und das angeblich meistverkaufte Accessoire fürPorsche Panameraund Cayenne ist der „Hybrid“-Aufkleber. Am Auspuff allein ist nämlich die Umweltfreundlichkeit nicht zu erkennen.

Was als die gerade vorherrschende Meinung wahrgenommen wird, bestimmen die jeweilige Umgebung – etwa Familie, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen – und die Medien. Und ob eine abweichende Meinung richtig oder falsch ist, ist gar nicht entscheidend – weit wichtiger ist, ob sie als moralisch gut oder schlecht dasteht.

These
Sprache bestimmt das Denken, daher müssen diffamierende und diskriminierende Ausdrücke vermieden werden. Korrekte Begriffe verhindern, dass die Gegner von Fortschritt und Toleranz Gehör finden.

Antithese
Sprachverbote und Zensur vergiften die geistige Atmosphäre und lähmen die lösungsorientierte Debatte. Statt zu Offenheit und Toleranz führt Politische Korrektheit zu Feigheit und Anpassertum.

Keiner wagt, Alternativen zu denken

Aber wo sind die Alternativen zur herrschenden Meinung und die neuen Denkansätze? Fehlanzeige! Wenn abweichende Meinungen nicht mehr geäußert werden, weil ihre Vertreter sofort als unmoralisch gegeißelt werden, versiegt bald jede Diskussion.

Unter dem Einfluss von Political Correctness und Tabus entstand in der Bundesrepublik ein alternativloses politisches und intellektuelles Klima, das der Philosoph Peter Sloterdijk folgendermaßen beschreibt: „Ob einer sich zur Sozialdemokratie bekennt oder nicht, spielt schon längst keine Rolle mehr, weil es Nicht-Sozialdemokraten bei uns gar nicht geben kann, die Gesellschaft ist per se strukturell sozialdemokratisch, und wer es nicht ist, der ist entweder im Irrenhaus oder im Ausland. Es gibt keine ernsthafte Alternative dazu.“ Und tatsächlich redet heute alle Welt von Gerechtigkeit, wo doch nur Gleichheit gemeint ist; wird dem Kollektiv alles und dem Einzelnen immer weniger zugetraut und die Lösung der Probleme fast nur noch vom Staat erwartet.

Wolfgang Hawly

Quelle: Focus Money

Wolfgang Hawly: Wie viel der Finanzminister vom Zins kassiert

Die im Jahr 2009 eingeführte Abgeltungsteuer sieht vor, dass jeder Bürger von seinen Kapitalerträgen 25 Prozent abführen muss. Mit dem Soli sind es sogar 26,375 Prozent. Und wer kirchensteuerpflichtig ist, muss mit rund 28 Prozent rechnen.

Anleger, die einen höheren persönlichen Steuersatz haben, sparen bei dem pauschalen Abzug durch Banken und Sparkassen bares Geld. Umgekehrt gilt: Wer einen niedrigeren Steuersatz hat, zahlt drauf, wenn das Geldhaus seine Erträge aus Zinsen, Dividenden oder Kursgewinnen pauschal versteuert.

Wahlrecht für Geringverdiener

Das hat der Finanzminister bedacht. Für Geringverdiener gibt es ein Veranlagungswahlrecht: Wer zum Beispiel einen Grenzsteuersatz von lediglich 20 Prozent hat, kann seine Kapitalerträge in der Anlage KAP zur Einkommensteuererklärung angeben. Er muss sie dann lediglich mit seinem persönlichen Satz versteuern. In diesen Fällen gilt also das alte Recht weiter.

Ein Trost für alle Steuerzahler: Das Finanzamt erhebt die Steuer nicht auf den Gesamtbetrag, sondern zieht bei Alleinstehenden noch den Sparerfreibetrag von 750 Euro und Werbungskosten in Höhe von 42 Euro ab (bei zusammen Veranlagten die doppelten Beträge). Was dann übrig bleibt, wird mit der Abgeltungsteuer belastet.