Rosetta-Sonde „Philae“ schickt erstes Bild von Komet Tschuri
Sensation: „Rosettas“ Mini-Labor „Philae“ ist auf dem Kometen „Tschuri“ gelandet. Die Landung galt als heikel. Offenbar war „Philae“ zunächst von der Kometen-Oberfläche abgeprallt. Nun bestätigte die Esa aber den sicheren Stand des Labors. Jetzt geht es für „Philae“ an die Arbeit.
+++ Mini-Labor ist auf dem auf Kometen gelandet +++
+++ Philae steht sicher und sendet erstes Bild von Kometenoberfläche +++
+++ Chef des Esa-Flugbetriebs bezeichnet das Programm als Meilenstein +++
13.15 Uhr:„Philae“ mache einen großartigen Job, sagt Paolo Ferri von der Esa. „Wir haben ein sehr glückliches Landefahrzeug.“ 13.08 Uhr:Am Nachmittag sind weitere Bilder vom Kometen „Tschuri“ angekündigt.
13.00 Uhr:„Rosettas“ Mini-Labor „Philae“ soll „Tschuri“ mit mehr als 20 Instrumenten an Bord genau analysieren. Etliche Messungen sind geplant, um möglichst viel über ihn und die Entstehung des Sonnensystems zu erfahren. Auch Hinweise auf die Entstehung des Lebens erhoffen sich die Forscher, etwa durch den Nachweis von organischen Molekülen wie Aminosäuren.
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Der knapp einen Kubikmeter große „Rosetta“-Lander namens „Philae“ wiegt rund 98 Kilogramm, von denen 27 auf zehn wissenschaftliche Instrumente entfallen. Die Forscher hoffen, dass er Wochen oder gar Monate Daten liefert. Eine besondere Herausforderung war das komplexe Landesystem mit Dämpfungsmechanismus, Eisschrauben und zwei Ankerharpunen. Sechs der Geräte an Bord entstanden unter deutscher Projektleitung:
- „Cosac“, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) Göttingen: Das Gerät dient der Analyse von Gas aus erhitzten Bodenproben, vor allem zur Erkennung organischer Komponenten.
- „APX“, Universität Mainz, Max-Planck-Institut für Chemie (MPCh) Mainz: Das Alpha-Röntgenspektrometer misst die Zusammensetzung der Elemente im Oberflächenmaterial – fast baugleiche Geräte gibt es auf den Nasa-Marsrovern.
- „Rolis“, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Berlin:Die Panoramakamera soll Bilder vom Kometen machen, unter anderem von der Oberfläche unter dem Lander.
- „Mupus“, Universität Münster, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Berlin:Dies ist ein System aus Sensoren etwa für die Temperatur und einem Penetrator, der in den Kometenboden gehämmert wird und Aussagen über dessen Härte ermöglicht.
- „Sesame“, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Köln:Das Instrument misst die elektrischen und mechanischen Eigenschaften der Kometenoberfläche über die drei Fußpaare des Landers.
- „Romap“, TU Braunschweig, Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik (MPE) Garching:Das Experiment vermisst das Magnetfeld sowie die Plasmaumgebung des Kometen.Im Video: Gestochen scharf! Erstes Bild von Philaes neuer Heimat
11.42 Uhr:In den ersten Stunden nach der Landung hätten bereits wichtige Daten gesammelt werden können, sagte der Chef des Esa-Flugbetriebs im Satelliten-Kontrollzentrum Esoc in Darmstadt, Paolo Ferri. Neben Fotos sei es etwa gelungen, das Tomographie-Projekt „Consert“ zu starten. Dabei durchleuchten „Philae“ und die Sonde „Rosetta“ den Kometen in Teamarbeit. Wissenschaftler wollen mit der Mission einen Blick in die Kinderstube des Sonnensystems werfen, das vor 4,6 Milliarden Jahren entstand.
11.37 Uhr:Der Chef des Esa-Flugbetriebs im Satelliten-Kontrollzentrum Esoc in Darmstadt, Paolo Ferri, geht davon aus, dass „Philae“ trotz erster Schwierigkeiten auf dem Kometen bleiben wird. „Dass das Mini-Labor wieder abhebt, bezweifle ich sehr. Es ist zur Ruhe gekommen.“
Beim Aufsetzen auf „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ gab es am Mittwoch Schwierigkeiten. Zwei Harpunen zum Verankern von „Philae“ auf „Tschuri“ wurden nicht ausgelöst, eine Düse zum Aufdrücken des Labors auf dem Kometen funktionierte nicht.
11.01 Uhr:„Philae“ twittert, es habe gestern einen anstrengenden Tag gehabt. Denn genau genommen sei es gestern dreimal gelandet, um 16.33 Uhr, 18.26 Uhr und 18.33 Uhr Mitteleuropäischer Zeit.
10.47 Uhr:Trotz wilder Hopser bei der Landung auf einem Kometen liefert das Mini-Labor „Philae“ wieder Daten. Kontrolleure konnten am Donnerstagmorgen erneut Kontakt zu „Philae“ aufnehmen. „Die Verbindung läuft gut“, sagte ein Sprecher im Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation Esa in Darmstadt. In der Nacht hatte es wie erwartet eine Zwangspause wegen eines Funklochs gegeben. Das Labor scheine in einem „sehr soliden“ Zustand zu sein.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln wollte Daten prüfen, nach denen „Philae“ nicht nur zwei, sondern sogar noch ein drittes Mal auf dem Kometen aufgesetzt haben könnte. „Die Vermutung liegt nahe“, sagte DLR-Sprecher Andreas Schütz. „Sicher ist es aber erst, wenn die Daten ausgewertet sind.“ Dies könnte womöglich noch am Donnerstag klar sein.
09.59 Uhr:Mittlerweile bestätigte die Esa den sicheren Stand des Mini-Labors.
09.35 Uhr:Nach Standproblemen:Nun steht Mini-Labor „Philae“ stabil,wie die„BBC“berichtete.
08.10 Uhr: Einen Tag nach der spektakulären Landung mit einem Mini-Labor auf einem Kometen haben Kontrolleure am Donnerstagmorgen wieder Kontakt zu dem Landegerät „Philae“ bekommen.Das teilte die Europäische Weltraumorganisation Esa mit. In der Nacht hatte es eine Zwangspause ergeben, da sich der Komet „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ sowie die Raumsonde „Rosetta“ in seiner Nähe bewegen. Das auf „Tschuri“ sitzende Labor „Philae“ kann somit nicht immer Kontakt zur Sonde haben, von der aus Signale zur Erde geschickt werden.
Donnerstag, 13. November, 6.53 Uhr:Nachdem seit gestern der Funkkontakt zu „Philae“ immer wieder abgerissen ist, wird im Laufe des Vormittags erwartet, dass es eine neue Einschätzung der Situation des Mini-Labors gibt. Gegen 14 Uhr ist eine Pressekonferenz der Esa geplant, bis dahin sollen die Daten ausgewertet werden. „Wir wissen nicht, ob Philae jetzt fest am Boden des Kometen klebt.“ Das Gerät habe möglicherweise sogar gleich doppelt auf dem Planeten aufgesetzt. „Eine Hypothese ist, dass Philae nach der Landung wieder abgestoßen wurde und nach etwa zwei Stunden ein zweites Mal gelandet ist“, sagte ein Esa-Forscher zu dem denkbaren Hüpfer.
20.52 Uhr: Die beiden Harpunen des „Philae“-Forschungsroboters bohrten sich offenbar nicht wie geplant in die Kometenoberfläche, teilt der Lande-Manager Stephan Ulamec in Darmstadt mit. Dies bedeute, dass der Lander im Kometenboden „nicht verankert“ sei.
20.36 Uhr: Am Donnerstag soll es um 14 Uhr die nächste Pressekonferenz geben. Bis dahin werten die Wissenschaftler die bisher empfangenen Daten aus.
20.30 Uhr: Ulamec gibt auf der Pressekonferenz weitere Informationen zum Landungsvorgang.So würden die Daten darauf hin deuten, dass „Philae“ zunächst von der Kometenoberfläche abgeprallt und ein zweites Mal aufgesetzt sei. „Nach dieser Interpretation gab es heute nicht nur eine, sondern zwei Landungen auf einem Kometen.“ Wie es genau um „Philae“ steht sei unklar, der Kontakt sei bis morgen abgebrochen.
19.56 Uhr:Die Identifikation mit der Mission geht bei einigen der Wissenschaftler sehr weit. Matt Taylor hat sich sogar ein Bild der Rosetta-Mission auf den Oberschenkeltätowieren lassen.
19.40 Uhr:Neues zu den Problemen bei der Landung:Die Verankerung der Sonde auf der Kometenoberfläche werde überprüft, teilt der technische Projektleiter des Landerteams, Koen Geurts mit. Demnach herrschte zunächst Unklarheit über die Standsicherheit der Sonde.
Im Video: Rosetta am Ziel: Forschungssonde landet erfolgreich auf Kometen
Es gebe „einige Anzeichen“, dass die Verankerung des Forschungsroboters „Philae“ nicht gewährleistet sei, sagte der Lande-Manager Stephan Ulamec. Das könne bedeuten, dass der Roboter „in weichem Material steckt“.
dpa19.21 Uhr:Die Internetseite des „Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt“ ist zurzeit nicht zur erreichen. War der Besucher-Ansturm zu groß?
18.52 Uhr:Der Landeplatz namens „Agilkia“ wurde sechs Wochen nach dem Einschwenken der Sonde in die Umlaufbahn des Kometen anhand von Bildern und Daten ausgewählt.
18.35 Uhr: Leicht skurrile Twitter-Kommunikation über ein ernstes Problem. Die Landungsharpunen wurden nicht wie geplant abgefeuert: Das Mini-Labor „Philae Lander“ schreibt dazu:
Die Landung ist unter anderem so heikel, weil der Komet kaum Schwerkraft ausübt. Außerdem ist die Bodenbeschaffenheit unklar. Die Oberfläche von „Tschuri“ – so der Spitzname des Kometen – scheint sehr weich zu sein. Das Labor könnte versinken oder umkippen.
18.20 Uhr:Der deutsche Astronaut Alexander Gerst beglückwünscht die erfolgreiche Landung: „Philae“, du hast es geschafft! Die erste Landung auf einem Kometen. Gratulationen an alle Teams für diese epische Landung.“
18.02 Uhr:„Wir sind die ersten, die so etwas geschafft haben und das wird auch immer so bleiben!“, sagt Esa-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain.
17.59 Uhr:„Es war eine äußerst lange und beschwerlicheReisefür ein absolut einmaliges Ereignis, aber es hat sich allemal gelohnt“, erklärte der Esa-Missionsleiter für „Rosetta“, Fred Jansen. Wir freuen uns jetzt auf die kommenden Erfolge dieses großartigen wissenschaftlichen Unterfangens, denn die Mission ‚Rosetta‘ wird unser Wissen über Kometen revolutionieren.“
17.54 Uhr: Offenbar hat „Philae“ doch nicht seine Landungsharpunen abgeschossen. Nun suche das Team nach neuen Abschuss-Optionen, so Esa-Operations auf Twitter. Dennoch sind die Wissenschaftler erleichtert: Das Mini-Labor ist wohl relativ sanft auf dem Kometen gelandet.

