Archiv der Kategorie: Allgemein

Wolfgang Hawly

Tech-Milliardär Peter Thiel investierte in Facebook und PayPal. Jetzt steigt er ins Marihuana-Geschäft ein

Amerikas boomende Marihuana-Industrie erhält Verstärkung durch einen der berühmtesten Silicon-Valley-Milliardäre: Der durch seine frühen Einstiege bei Facebook und PayPal bekannte Peter Thiel hat sich mit seinem mehr als zwei Milliarden Dollar schweren Founders Fund an der auf Cannabis-Geschäfte spezialisierten Private-Equity-Firma Privateer Holdings beteiligt, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Über die Höhe der Investition gibt es keine konkreten Angaben, es ist lediglich die Rede von „mehreren Millionen Dollar“.

Privateers Portfolio besteht aus drei Startups, die von der fortschreitenden Cannabis-Legalisierung in den USA profitieren wollen. Zuletzt hatte die Beteiligungsfirma Schlagzeilen gemacht, als sie die Erben der Reggae-Ikone Bob Marley als Namensgeber für die Marke „Marley Natural“ gewinnen konnte.

„Meilenstein für die Gras-Branche“

Privateer bezeichnet den Einstieg des ersten institutionellen Großinvestors als Meilenstein für die ganze Branche.

Der Founders Fund, den Thiel 2005 mit zwei seiner PayPal-Mitbegründer startete, ist unter anderem an den Trendfirmen Airbnb, Spofify, SpaceX, Oculus und Lyft beteiligt.

Obwohl Marihuana – in der Regel zu medizinischen Zwecken – mittlerweile in 23 von 50 US-Staaten erlaubt ist, haben viele Firmen es schwer, Kapitalgeber zu finden.

Branche wird zum Milliardenmarkt

Banken gewähren kaum Kredite, um nicht mit den Geldwäschegesetzen in Konflikt zu geraten. Dennoch ist rund um das Geschäft mit Cannabis längst ein Milliardenmarkt entstanden.

Experten gehen davon aus, dass der Umsatz mit legalen Verkäufen in den nächsten Jahren massiv wachsen wird. Die Branche setzt auf einen weiteren Abbau der rechtlichen Hürden, der früher oder später das ganz große Geld anlockt.

(tof/dpa)

Wolfgang Hawly

Tom Buhrow: „ARD und ZDF haben sich seit Jahren in die Tasche gelogen“

 

WDR-Intendant Tom Buhrow möchte die öffentlich-rechtliche Anstalt gesund verkleinern, sein Konzept des „sinnvollen Schrumpfens“ werde bereits umgesetzt. Wie das aussieht und warum sich ARD und ZDF „seit Jahrzehnten in die Tasche gelogen haben“, erzählte er dem „Focus“.

Im Interview mit dem Nachrichtenmagazins sagte er: „Dieses Sich-selbst-in-die-Tasche-Lügen, das will ich nicht mehr.“ Das hätten ARD und ZDF „seit Jahrzehnten gemacht und immer mehr Aufgaben übernommen, ohne neue Leute einzustellen“.

Sein Konzept des sinnvollen Schrumpfens werde bereits umgesetzt. „Das Bitterste bislang“ seien die Einschnitte bei der „Lokalzeit“, dem laut Buhrow „populärsten, aktuellen Informationsprogramm im WDR Fernsehen“.

Das sendet seit Ende Dezember nur noch montags bis freitags jeweils eine eigene Sendung aus elf NRW-Regionen, am Wochenende nur noch eine gemeinsame Sendung. „Einen Teil des eingesparten Geldes investieren wir in die ‚Lokalzeiten’ unter der Woche, um diese noch attraktiver zu machen“, so Buhrow.

„Ich setzte darauf, den WDR zu reformieren und zu verkleinern“

Auf die Frage, ob der öffentlich-rechtlichen Rundfunk insgesamt mit Blick auf zwei Vollprogramme, sieben Dritte und über 60 Radioprogramme „sinnvoll schrumpfen“ solle, sagte Buhrow: „Wer eine solche Debatte über eine Radikalreform wirklich führen will, der muss das dann aber auch bitte sehr ehrlich tun – und die fatalen Folgen, beispielsweise für renommierte Kulturprogramme, klar und deutlich benennen.“

Er sehe nicht, dass „die Menschen eine Radikalreform wollen“. Buhrow sagte: „Ich setzte darauf, den WDR zu reformieren und zu verkleinern“.

Zur Kritik an der Expansion der öffentlich-rechtlichen Sender im Internet sagte Buhrow: „Wir müssen dahin gehen, wo die Leute uns nutzen – dafür bezahlen sie uns doch auch!“ Durch die digitale Revolution sei „der Frieden zwischen Verlegern und Öffentlich-Rechtlichen gebrochen. Wir haben ständig schlechte Presse“, beklagte der Intendant. Er glaube, man werde „die Art und Weise, wie wir in der Zukunft öffentlich-rechtliche Inhalte konsumieren, nicht mehr wiedererkennen“. Die Sender könnten den Verbreitungsweg Internet nicht ausschließen, „auch wenn es sich nicht mehr um Broadcasting im eigentlichen Sinn handelt“.

„Viele meiner Kollegen haben in Russland studiert und leben dort“

Die Kritik an der Ukraine-Berichterstattung der ARD hat Buhrow entschieden zurückgewiesen. Zum „Focus“ sagte er, er könne die Herkunft der Beschwerden nicht beurteilen. „Auffällig ist, dass es eine Zunahme von professionell formulierten und juristisch versierten Programmbeschwerden speziell zur Ukraine gibt“, so Buhrow.

„Ich akzeptiere die kritische Beobachtung der Berichterstattung, und wir prüfen jeden Vorwurf selbstkritisch“, sagte Buhrow weiter. „Was ich aber in aller Form zurückweise, ist der Vorwurf der Einseitigkeit und der Voreingenommenheit.“

Die Berichterstattung zur Ukraine-Krise verantwortet das vom WDR betriebene ARD-Studio Moskau. „Viele meiner Kollegen haben in Russland studiert und leben dort. Zum Teil haben sie russische Ehepartner – wie unser Studioleiter in Moskau, Udo Lielischkies“, sagte Buhrow. Die Ukraine-Reporterin Golineh Atai sei gerade zur Journalistin des Jahres gewählt worden. „Von einer unabhängigen Jury – das sagt doch alles“, so Buhrow.

 

Wolfgang Hawly

Ukraine-Krise: Michael Gorbatschow warnt vor Atomkrieg in Europa – „Werden die nächsten Jahre nicht überleben“

 

Michail Gorbatschow warnt vor einem großen Krieg in Europa wegen der Ukraine. „Ein solcher Krieg würde heute wohl unweigerlich in einen Atomkrieg münden. Wenn angesichts dieser angeheizten Stimmung einer die Nerven verliert, werden wir die nächsten Jahre nicht überleben“, erklärte der Friedensnobelpreisträger gegenüber dem „Spiegel“. „Ich sage so etwas nicht leichtfertig. Ich mache mir wirklich allergrößte Sorgen.“

Angesichts eines „katastrophalen Vertrauensverlustes“ zwischen Russland und dem Westen forderte er dazu auf, die Beziehungen zu „enteisen“, und wandte sich gegen Versuche, Russland zu isolieren, und gegen westliche Wirtschaftssanktionen. „Es war auch falsch, Russland aus der G8 auszuschließen. Das erinnert an Blutrache und führt ins Nichts“, sagte Gorbatschow.

In scharfen Worten kritisierte er die deutsche Ukraine-Politik. „Das neue Deutschland will sich überall einmischen. In Deutschland möchten anscheinend viele bei der neuen Teilung Europas mitmachen“, sagte er. „Deutschland hat im Zweiten Weltkrieg schon einmal versucht, seinen Machtbereich nach Osten zu erweitern. Welche Lektion braucht es noch?“

Putin stürzen zu wollen sei „saudumm und höchst gefährlich“

Als „saudumm und höchst gefährlich“ bezeichnete der letzte Staatschef der Sowjetunion Gedankenspiele im Westen, Putin zu stürzen.

gorbatschow
Michael Gorbatschow

Amerika und der Nato warf Gorbatschow vor, die europäische Sicherheitsstruktur durch die Erweiterung des westlichen Verteidigungsbündnisses zerstört zu haben. „Kein Kremlchef kann so etwas ignorieren“, sagte er, Amerika habe leider angefangen, ein Mega-Imperium zu errichten.

Gorbatschow verteidigte Putins Annexion der Krim, kritisierte aber Putins autoritären Führungsstil. „Wir brauchen freie Wahlen und die Teilnahme der Menschen am politischen Prozess“, sagte er. „Es ist schlicht nicht in Ordnung, wenn jemand wie der Anti- Korruptions-Blogger und Politiker Alexej Nawalny unter Hausarrest gestellt wird, nur weil er den Mund aufgemacht hat.“

jkl

Wolfgang Hawly

Deutsche Telekom: Dreiste Methoden bei neuen Verträgen

 

Bis 2018 will die Deutsche Telekom ihre Technik komplett auf Internet-Telefonie umgestellt haben. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt der Konzern seine Kunden unter Druck. Bereits im letzten Jahr drohte er jenen, die sich der Umstellung verweigern, mit Kündigung. Jetzt macht er offenbar Ernst.

Der „Münchner Merkur“ berichtet von einem Betroffenen: Einem Kunden in der bayerischen Landeshauptstadt, der nicht von seinem alten ISDN-Anschluss auf IP umsteigen wollte, wurde demnach von der Telekom gekündigt.

Es ist davon auszugehen, dass der Vorgang kein Einzelfall ist, doch die Telekom verweigert eine genaue Auskunft.
„Wir haben einen mehrstufigen Prozess aufgesetzt, in dem wir die Kunden auf die Umstellung hinweisen und erst im letzten Schritt erfolgt eine Kündigung“, so ein Sprecher des Konzern gegenüber dem „Merkur“.

Kritik aus Politik für „Hauruck-Aktion“

Leidtragende sind vor allem Großstädter, da hier die neue Technik bereits verfügbar ist. Tausende von Kunden erhielten bereits ein Schreiben, in dem sie auf die Umstellung hingewiesen wurden – für ihre Entscheidung bekamen sie eine Frist von vier Wochen gesetzt. Wer sich weigert, dem wird gekündigt.

Der bayerische Landtagsabgeordneter Florian von Brunn (SPD) äußerte sich gegenüber der Münchner „Abendzeitung“ empört: „Die Hauruck-Aktion überfordert viele Kunden, zum Beispiel ältere Menschen, komplett“. Er fordert ein Ende der Kündigungswelle, von der er auch persönlich betroffen ist.

Komplette Umstellung bis Ende 2018

Hintergrund der Kündigungen ist das Vorhaben der Telekom, ihre 20 Millionen Festnetz-Anschlüsse in Deutschland bis Ende 2018 auf Internet-Telefonie umgestellt zu haben. Bei der sogenannten „Voice-over-IP“-Technik (VoIP) sendet das Telefon seine Signale nicht über die Telefonleitung, sondern über Computernetzwerke. Kunden brauchen hierfür einen speziellen Router.

 

Wolfgang Hawly

Wolfgang Kubicki: Wie die Politik im Umgang mit Pegida versagt

Zehntausende gehen auf die Straße, die Politik stemmt sich gegen Pegida. Doch sie greift dabei laut FOCUS-Online-Experte Wolfgang Kubicki zu den falschen Mitteln. Der FDP-Vize fordert weniger Gut-Böse-Denken, dafür mehr Dialog, Argumentation und Aufklärung. Ansonsten, so Kubickis Fazit, bestehe Gefahr für die demokratische Gesellschaft.

Die Innenministerkonferenz (IMK) hat in ihrer Sitzung am 11. und 12. Dezember vergangenen Jahres zur neuen politisch-gesellschaftlichen Erscheinung namens „Pegida“ unmissverständlich Stellung bezogen. In dem gemeinsamen Beschluss, der vor dem Hintergrund der aktuellen, aufgeheizten Diskussion erfrischend differenziert formuliert wurde, heißt es unter anderem wie folgt: „Sie [die IMK] betrachtet die Instrumentalisierung von Ängsten aus der Mitte der Gesellschaft durch Mitglieder des rechtspopulistischen und rechtsextremen Spektrums mit Sorge.“

Und wenige Sätze weiter: „Die IMK nimmt (…) die in Teilen der Bevölkerung vorhandenen und auch in den Demonstrationen zum Ausdruck gebrachten Sorgen und Ängste vor einer angeblichen Überfremdung und vor einer vermeintlichen Entstehung von sog. Parallelgesellschaften ernst.“

Ängste nicht zur politischen Instrumentalisierung nutzen

„Ängste aus der Mitte der Gesellschaft“ heißt in diesem Kontext übersetzt: Diese tiefgreifende Furcht sollte nach Ansicht der Innenminister der Länder – immerhin neun davon Sozialdemokraten, sieben von der Union – tunlichst nicht selbst zur politischen Instrumentalisierung genutzt werden.

Denn diese vielfältigen Besorgnisse können logischerweise schon deshalb kein Randphänomen sein, weil sie in der gesellschaftlichen Mitte vorkommen. Die Länderinnenminister zogen die einzig richtige Konsequenz, dass solchen Ängsten – sollten sie noch so diffus und hanebüchen sein – nicht mit Druck, sondern mit Dialog und Aufklärung begegnet werden müsse.

Wolfgang Hawly

„Schutz kaum möglich“Polizeigewerkschaft: Pegida-Märsche mögliches Terror-Ziel

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft hält vor dem Hintergrund des tödlichen Anschlags auf die Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“ auch Kundgebungen wie Pegida in Deutschland für gefährdet. Die Muslime ihrerseits fürchten „Racheakte“.

Zwar könne niemand sagen, ob solch ein Anschlag auch in Deutschland drohe, sagte Rainer Wendt dem „Handelsblatt“ vom Donnerstag. „Aber es braucht nicht viel Phantasie, um die vielen islamkritischen Veranstaltungen, Parolen und Demonstrationen ebenfalls als mögliche Terrorziele zu definieren.“

Polizei mit Schutz „hoffungslos überfordert“

Einen umfassenden Schutz solcher Veranstaltungen hält Wendt indes kaum für möglich. Damit wäre die Polizei „hoffnungslos überfordert“, sagte er der Zeitung. Stattdessen sei es „höchste Zeit“ für eine andere Sicherheitspolitik. Es fehle eine Strategie für Deutschland und Europa darüber, mit welchen Mitteln welche sicherheitspolitischen Ziele angestrebt werden und wann ein Ende der Sparpolitik bei den Sicherheitsbehörden eingeleitet werde.

Wolfgang Hawly

Streit über Anti-Islam-Bewegung Kauder nennt Pegida „unerträglich“

Für Unionsfraktionschef Volker Kauder stehen „Zukunftsverweigerer“ an der Spitze der Pegida-Bewegung. Im Gespräch mit FOCUS kritisierte er deren „unerträgliche“ verbale Attacken. AfD-Co-Chef Konrad Adam hingegen öffnet seine Partei für die Pegida-Anhänger.

Der Vorsitzende der Unionsfraktion, Volker Kauder (CDU) hat scharfe Kritik an der Pegida-Bewegung  geübt. „Was ich in den letzten Tagen von Pegida gelesen und gehört habe, war unerträglich“, sagte Kauder im Interview mit FOCUS. „Slogans wie ‚Sachsen bleibt deutsch‘, Attacken gegen Amerika, das Schwenken russischer Fahnen – da kommt vieles zusammen, was die Grundprinzipien und die Erfolgsbasis unseres Landes in Frage stellt.“

Mit einer Politik, wie sie aufden Pegida-Kundgebungen gefordert werde, „könnten wir unseren Wohlstand nicht bewahren“, warnte der Unionsfraktionschef. „Wir sind auf den internationalen Austausch angewiesen, und dazu gehört, dass Menschen aus der ganzen Welt zu uns kommen können.“ Die Wortführer der Pegida-Demonstrationen nannte er „Zukunftsverweigerer“.

Wolfgang Hawly

Von wegen Aktien: Mit diesen Geldanlagen machten Sparer richtigen Profit

 

Aktien sind das Gebot der Stunde, da sind sich die meisten Anlageberater einig. Doch eine Analyse der Bankenverbands zeigt: 2014 mussten sich Aktien zwei anderen Anlageklassen geschlagen geben. Was das für Sparer bedeutet.

Fürs Sparbuch gibt es praktisch keineZinsenmehr, der Garantiezins für Lebensversicherungen sank zum Jahreswechsel auf nur noch 1,25 Prozent. Kein Wunder, dass Finanzexperten seit Jahren zu Aktien raten. Nur dort, so heißt es, könne man noch ordentliche Gewinne erwirtschaften.

Der Blick in die jüngere Vergangenheit scheint das zu bestätigen: Im Jahr 2013 legte der deutsche Leitindex Dax um satte 25 Prozent zu. Wer damals zu Jahresbeginn 5000 Euro in einen Dax-Indexfonds steckte, ging am Jahrsende mit 6250 Euro nach Hause.

Doch 2014 sieht die Sache anders aus. DerBundesverband deutscher Banken hat ausgerechnet, welche Anlageformen vom 2. Januar 2014 bis zum 2. Januar 2015 am besten abgeschnitten haben.

Totgesagte leben länger

Ergebnis: Aktien rangieren nur auf Platz drei, mit einer Rendite von vier Prozent. Davor liegen Bundesobligationen (Bobls). Das sind Schuldverschreibungen des Bundes. 2014 warfen sie 4,7 Prozent Gewinn ab.

Unangefochten auf Platz eins liegt Gold. Durchaus überraschend. Denn nach den Goldpreis-Höchstständen 2012 und 2013 war es zuletzt ruhig um das Edelmetall geworden.

Nun steht Geld plötzlich wieder als Renditekönig da. Der Bankenverband rechnet vor: Wer Anfang 2014 für 10.000 Euro Gold kaufte, strich am Jahresende 900 Euro Gewinn ein (neun Prozent).

Bankenverband, Geldanlage, Gold

Bankenverband

Zu früh gefreut

Bevor sich Gold-Fan bestätigt fühlen, sollten sie sich die Rechnung des Bankenverbands allerdings genauer anschauen.

Schon ein Blick auf die Goldpreisentwicklung irritiert. Gold hat nämlich an Wert verloren. Am 1. Januar 2014 kostete eine Feinunze (31,1 Gramm) 1206 Dollar. Am 31.12.2014 lag der Preis bei 1184 Dollar.

Doch woher kommt dann der Neun-Prozent-Gewinn?

Die Antwort:Aus dem Wechselkurs. Gold wird weltweit in Dollar gehandelt. Der Dollar hat gegenüber dem Euro zuletzt massiv an Wert gewonnen. Wer also sein Gold für Dollar verkaufte und diese dann in Euro umtauschte, strich einen Wechselkursgewinn ein.

Auf den zweiten Blick

Auch bei den Bundesobligationen lohnt ein zweiter Blick. Dort stammen die Gewinne nur zum Teil aus dem eher mickrigenZinsvon einem Prozent. Renditetreiber war dagegen der Kursgewinn. Die Papiere waren gefragt und gewannen deshalb an Wert (Kursveränderung: 100,3 Prozent auf 104 Prozent).

Um diesen Gewinn zu realisieren, muss man das Papier allerdings verkaufen. Wer seine Bundespapiere bis zum Ende der Laufzeit hält, hat davon nichts.

Was bedeutet das nun für Sparer?

Fest steht: Auf Wechselkursgewinne zu setzen, ist hochriskant. Der Währungskurse schwanken stark. Im April 2014 bekam man für zum Beispiel für einen Euro noch 1,38 Dollar, aktuell nur noch 1,17 Dollar.

Zwar dürfte die Euro Schwäche anhalten – weil die US-Notenbank wohl bald die Leitzinsen erhöht, die EZB dagegen weitere Milliarden in die Eurozone pumpen will. Dennoch: Eine seriöse Anlagestrategie sieht anders aus.

Der Bankenverband hält Gold bei der Geldanlage ohnehin nur in kleinen Dosen für sinnvoll. „Gold sollte im Depot nur einen Beimischung sein, fünf bis maximal zehn Prozent des Vermögens“, sagt Bankenverband-Sprecherin Tanja Beller. Schließlich sei Gold keine Geldanlage, die regelmäßige Erträge abwirft. „Die Rendite ist nur aus dem steigenden Goldpreis zu erzielen.“

Fazit:Für langfristig orientierte Anleger führt an Aktien kaum ein Weg vorbei. Wer genug Zeit hat, Kurseinbrüche auszusitzen, hat mit einem breit gestreuten Aktiendepot in den vergangenen Jahrzehnten meistens Gewinne erzielt.

 

Wolfgang Hawly

Heiner Geißler fordert: Islamisten ausweisen und Verschleierung verbieten

Der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler versteht die Ängste in der Bevölkerung vor dem Islam – und beklagt untaugliche Beschwichtigungen durch die Politik. Es dürfe in Deutschland keine Sonderrechte für den Islam geben.

FOCUS Online:Im Zusammenhang mit dem Terroranschlag von Parisist wieder oft der Satz zu hören, Islam und Islamismus dürften nicht gleichgesetzt werden. Hilft das weiter?

Heiner Geißler:Dieser Satz hilft leider nicht weiter. Denn dem Normalbürger, der sich in der Religionsgeschichte nicht auskennt, kann der Unterschied nur schwer begreifbar gemacht werden. Außerdem ist es nun einmal leider so: Vieles, was die Islamisten an Schrecklichem tun, wird mit dem Koran begründet. Insofern ist diese Differenzierung auch von der Sache her untauglich.

FOCUS Online:Was ist also nötig? Eine breite Islam-Debatte in der muslimischen Welt? Das dürfte schwer machbar sein.

Geißler:Diese Debatte hätte schon längst stattfinden müssen. Aber wir können von unserer Seite her auch bereits eine deutliche Positionierung vornehmen. Es muss klargestellt sein, dass in Deutschland jeder demonstrieren kann, wofür er will – auch wenn es der Mehrheit nicht passt, der Regierung nicht passt, auch wenn es den Religionen nicht passt. Das Demonstrationsrecht ist ein heiliges Grundrecht, das nicht angetastet werden und nicht unter dem Vorbehalt klerikaler Bevormundung stehen darf. Außerdem brauchen wir klare Aussagen und Maßnahmen, die von jedem Muslim mitgetragen werden können, und gleichzeitig denen, die vor dem Islamismus Angst haben, die Angst nehmen können.

FOCUS Online:Welche wären das?

Geißler:Es muss klar sein, dass wir Flüchtlinge in Not aufnehmen, der Staat Muslime ebenso schützt wie andere Religionsgemeinschaften auch, aber eben nicht mehr. Das betrifft die Frage der Mohammed-Karikaturen und der Pressefreiheit. Hier darf es keine Sonderrechte fürden Islamgeben. Wir müssen die Muslime absolut gleich behandeln und integrieren.

Aber darüber hinaus gilt:

  1. Islamisten, Dschihadisten, IS-Kämpfer, Salafisten und Hassprediger müssen ausgewiesen werden. Die Menschen verstehen nicht, warum das nicht geschieht. Wenn die Betreffenden deutsche Staatsbürger sind, dann wird es nicht möglich sein, sie auszuweisen. Dann müssen diese Leute vom Verfassungsschutz und von der Polizei entsprechend beobachtet und möglicherweise strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Also: Nötig sind ganz klare und harte, für jedermann erkennbare Maßnahmen gegen Islamisten, Dschihadisten, IS-Kämpfer, Salafisten und Hassprediger.
  2. Außerdem müssen wir in Deutschland in der Öffentlichkeit die Frauen-Verschleierung verbieten, nicht nur die Burka, sondern auch die Voll-Verschleierung, bei der nur Teile des Gesichts frei bleiben. Ein Verbot ist nötig, weil die Verschleierung ein Akt der Diskriminierung der Frauen ist.
  3. Es muss ein für alle Mal klargestellt werden, dass islamisches Recht nicht angewendet werden darf, auch nicht Teile davon, etwa das Ehe- oder Familienrecht. Das darf von deutschen Gerichten und Behörden nicht akzeptiert werden.

Diese Punkte gelten übrigens auch für Mitglieder jeder anderen Religionsgruppe. Wenn sie mit Blick auf den Islam klar formuliert und angewandt werden, schaffen wir wieder die Voraussetzungen für Frieden im Land. Es ist zu bedauern, dass das in der Bundesrepublik derzeit nicht geschieht.

Wolfgang Hawly

Warum WeChat bald WhatsApp überholt hat – mit Recht

 

“Noch ein Messenger”, werdet Ihr jetzt stöhnen? “WhatsApp reicht mir doch”, werdet Ihr jetzt sagen. Doch hierbei geht es nicht um eine App-Empfehlung. Es geht nicht darum – obwohl es stimmt -, dassWeChat mehr kann als WhatsApp. Es geht darum, dass WeChat in China längst schon eine Supermacht ist. Eine Supermacht. Die Frage ist: Wer wird das WeChat des Westens?

Wir müssen uns nichts vormachen. WhatsApp hat in Europa, vor allem in Deutschland, die SMS ersetzt. Gekillt, würden einige sagen. Letzten Endes ist der Messenger, genau wie Google für die Suche und Facebook für Social Media, zur Infrastruktur geworden. Und wie es mit einmal eingeschlagenen Wegen so ist: Man will sie nur ungern verlassen. Fest steht: Trotz der heftigen Kritik am Kauf durch Facebook, anschließender Server-Probleme und der ein oder anderen Panik sowie Bedenken in Sachen Datenschutz ist die Nutzung von WhatsApp ungebrochen hoch. Mehr noch: Studien ergaben nun, dass der Messenger von Jugendlichen sogar stärker genutzt wird als Facebook. Gute Entscheidung, Zuck!

Mehr neue WeChat-Profile als registrierte Webseiten

Doch werfen wir einmal einen Blick in Richtung Osten. Dort, wo sich gerade Xiaomi anschickt, Samsung und vielleicht bald auch Apple anzugreifen. Wo mehr iPhones verkauft werden als anderswo. Wo das Motto “Mobile first” längst zum Standard geworden ist. Im Reich der Mitte ist es mittlerweile so: Wer dort ein Web-Business startet, der launcht nicht zuerst eine Webseite, sondern eröffnet ein WeChat-Profil. Tatsächlich werden dort täglich mehr Profile angelegt als Webseiten registriert. In Zahlen: Im zweiten Quartal dieses Jahres kam der chinesische Messenger schon auf auf 438 Millionen aktive Nutzer pro Monat – 100 Millionen außerhalb Chinas.

Warum? Weil in China sowieso die Uhren anderes ticken und Ebay, Google, Twitter und Co. seit jeher keine Chance haben, dort Fuß zu fassen – so auch WhatsApp nicht? Nein. Denn WeChat ist mehr als nur eine Chat-App. Es ist eine Plattform. In China können Nutzer nicht nur miteinander chatten, sie können Spiele spielen, Taxis und Essen bestellen, Investements tätigen und und und… Huawei verkauft über die Plattform sogar seine Smartphones. Wie Ted Livingston, CEO und Gründer des Messengers kik, in seinem Medium-Blogeintrag erklärt, ist WeChat die “Killer-app of mobile”, die Menschen nicht nur manchmal über den PC verbindet, an dem die sitzen, sondern dauerhaft und überall auf den Smartphones, die sie immer bei sich haben. Davon profitieren auch Marken. Die Zahlen sind beeindruckend: Angeblich werden 70 Prozent der 100 Millionen bislang versandten Nachrichten von Marken auf WeChat innerhalb der ersten Stunde gelesen. Werte, von denen Seitenbetreiber auf Facebook nur träumen können. Und WhatsApp? Nun ja, hier gibt es nur sehr, sehr wenige Accounts von großen Marken.

Wer oder was wird das WeChat des Westens?

Muss sich WhatsApp also auf die Übermacht aus China gefasst machen? Ganz so schnell dürften sich die beiden Systeme nicht in die Quere kommen. Aber Livingston stellt die berechtigte Frage: Wer oder was wird das WeChat des Westens sein? Snapchat? Zumindest macht der Bilder-Messenger einiges anders, vielleicht sogar besser. Seit kurzer Zeit können die Nutzer, vorerst nur in den USA, über den Service Snapcash Geld an andere Nutzer verschicken. Das wird zwar medienwirksam auch von Pornosternchen dazu benutzt, das schnelle Geld zu machen, bereichert die Plattform aber in erster Linie um eine spannende Komponente.

WhatsApp hingegen scheint sich, und das spätestens nach dem Kauf durch Facebook, dagegen zu sträuben, mehr als ein Messenger zu sein. Aus Sicht des neuen Eigentümers ist das nur verständlich, denn ansonsten würde der grüne Messenger die Dienste des blauen Riesen eventuell kannibalisieren. Insofern müssen wir uns die Frage stellen: Kann Facebook es mit den neuen Konkurrenten aus Fernost aufnehmen? Zumindest jüngste Studien lassen Zweifel aufkommen. Demnach sind Messenger mittlerweile unter Jugendlichen beliebter als das Social Network. Typische Kritik, wonach fernöstliche Technologien oder Web-Phänomene hierzulande nicht funktionieren würden, will Livingston nicht gelten lassen. Vor allem Jugendliche würden das Web längst vor allem mobil nutzen, genau wie die Jugend in China. Sie seien noch nicht festgelegt auf bestimmte Dienste oder Konzerne. Facebook hat zudem schon Anstrengungen gemacht, neben der reinen Social-Media-Funktion eine Plattform mit Apps und erweiterten Diensten aufzubauen. Allerdings sind diese noch nicht richtig zum Tragen gekommen.

Schafft Facebook noch die Trendwende?

Livingston Fazit ist hart: Facebook könnte das Microsoft des Chat werden. Genau wie der Redmonder Softwareriese eine bessere Suche hätte entwickeln und damit Google Konkurrenz machen können, so hätte Facebook schon vor langer Zeit eine Mobile-first-Chat-Plattform werden müssen, um es künftig mit Snapchat, Kik und eben auch WeChat aufnehmen zu können. 

Eine steile These angesichts der enormen Popularität des Social Networks, wie ich finde. Ich denke: Wenn auch WhatsApp schon länger in Sachen Innovation – sprich Zugang über den PC oder direkt über den Browser – hinter der Konkurrenz bleibt, so hat Facebook selbst doch die besten Chancen, und sei es durch weitere Zukäufe, die künftige Mobile-Plattform für alle zu werden. Auch wenn man über Social-Media-Firmen sagt, dass sie es noch nie geschafft haben, wirklich „mobil“ zu werden, setzt das Unternehmen mit einer Vielzahl neuer Apps seine Mobile-First-Strategie um. Am krassen Wachstum von WeChat, das schon in Kürze WhatsApp eingeholt haben dürfte, wird das dennoch nichts ändern.