Wolfgang Hawly: Der Börsencrash hat schon 141 Milliarden Euro vernichtet

An der Börse geht es nur noch abwärts. Kleine Erholungen erwiesen sich als trügerisch. Wer sich täuschen ließ, hat nun ein Problem: Ein gewaltiges Vermögen hat sich durch den Absturz in Luft aufgelöst.

Dax, TecDax, MDax – die deutsche Börse befindet sich im freien Fall. Knapp zwölf Prozent hat der Dax in den vergangenen vier Wochen verloren. Allein seit Montag gingen den Anlegern 4,5 Prozent flöten.

Grund für die Verluste: Die weltweite Angst vor einem Wirtschaftsabschwung. Die Konjunktur in Deutschland wächst nicht so wie erhofft und nun gibt es auch noch Zweifel an den USA, nachdem dort am Mittwoch Wirtschaftsdaten nicht so ausfielen wie erwartet. „Die Nervosität ist groß“, sagte ein Händler am Donnerstag.

Der Börsenwert schrumpfte um 10,9 Prozent

Der Absturz an der Börse hat ein gewaltiges Vermögen vernichtet. Nach Daten des Finanzinformationsdienstes Bloomberg haben Anleger in Deutschland in den vergangenen vier Wochen 141 Milliarden Euro verloren. Um diesen Betrag ist in diesen Zeitraum die Marktkapitalisierung aller in Deutschland notierten Firmen gefallen. Das entspricht einem Minus von 10,9 Prozent. Das Minus seit Jahresbeginn liegt sogar bei 17,2 Prozent. Das bedeutet einen Verlust von 219 Milliarden Euro.

Unter den wichtigsten Börsenplätzen hat Deutschland den größten Absturz erlebt. Zum Vergleich: In den USA sank die Marktkapitalisierung aller dort gehandelten Aktien seit Mitte September um 7,7 Prozent, in Japan sind es 5,5 Prozent.

„Jeder fragt sich: Was kommt als nächstes?“

„Die Stimmung an den Aktienmärkten hat sich inzwischen gewandelt“, sagte ein Analyst der Nachrichtenagentur Reuters. In der Vergangenheit hätten die Investoren Kursrückgänge für den Einstieg genutzt, das sei nun nicht mehr automatisch der Fall: „Die Frage ist: Was kommt jetzt?“

Christian Jimenez, Fondsmanager und Chef von Diamant Bleu Gestion, erklärt: „Es ist eine Negativ-Spirale in Gang gekommen.“ Die Wahrnehmung von Nachrichten sei derzeit asymmetrisch. „Die Leute sehen nur noch die negativen Schlagzeilen.“

Quelle: reuters dpa

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