{"id":594,"date":"2015-03-06T23:11:12","date_gmt":"2015-03-06T21:11:12","guid":{"rendered":"http:\/\/haup.eu\/?p=594"},"modified":"2015-03-06T23:11:12","modified_gmt":"2015-03-06T21:11:12","slug":"wolfgang-f-hawly-21","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/haup.eu\/?p=594","title":{"rendered":"Wolfgang F. Hawly"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Ende der vierten Gewalt: Wenn Unternehmen Journalisten manipulieren<\/strong><br \/>\nIn den letzten Wochen machten gleich mehrere Skandale \u00fcber k\u00e4ufliche und manipulierte Journalisten die Runde.<\/p>\n<p>Von den Vorw\u00fcrfen betroffen sind nicht nur kleine Fachmagazine, wie Versicherungsbote oder Finanzwelt, sondern auch Deutschlands renommierteste Tageszeitungen: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und S\u00fcddeutsche Zeitung.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Politik und Medien von populistischen Vorw\u00fcrfen reden, sieht die Wirtschaft eine ernsthafte Gefahr f\u00fcr die Demokratie. Und plant mit dem &#8222;Kodex f\u00fcr die Medienarbeit von Unternehmen&#8220; eine Selbstverpflichtung gegen die Manipulation der Vierten Gewalt.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>In der politischen Theorie gilt die Presse als das letzte Bollwerk der Demokratie, als Vierte Gewalt, die ihre Funktion in der Kontrolle der drei klassischen Gewalten &#8211; Legislative (Gesetzgebende Gewalt), Exekutive (Ausf\u00fchrende Gewalt) und Judikative (Rechtsprechende Gewalt) &#8211; findet.<\/p>\n<p>In Politik, Wissenschaft und Wirtschaft wird unisono eine Lobeshymne auf die Funktion der Presse, auf die Relevanz der Meinungsfreiheit, gesungen. Schnell ist die Kritik an der Unterdr\u00fcckung der Pressefreiheit in Unrechtsstaaten angestimmt.<\/p>\n<p>Im eigenen Land ist Kritik am Umgang mit Presse und Journalisten allerdings weniger erw\u00fcnscht. Gerne verweist man auf die funktionierenden Strukturen, auf eine lebendige Konkurrenz zwischen staatlichem und privaten Rundfunk und einem wachsenden Onlinemarkt.<\/p>\n<p>Und doch gibt es wachsenden Unmut an der journalistischen Praxis im Land.<\/p>\n<p>Unter dem Label &#8222;L\u00fcgenpresse&#8220; werden Redaktionen, Verlagen und Journalisten die eigenen Fehler vorgehalten und harsche Kritik formuliert.<\/p>\n<p>Die Vorw\u00fcrfe lauten: mangelnde Unabh\u00e4ngigkeit, Kampagnen-Journalismus und K\u00e4uflichkeit.<\/p>\n<p><strong>Attacken schwei\u00dfen Journalisten zusammen.<\/strong><\/p>\n<p>Die Reaktion der Verlags-Branche, die sich zu Unrecht den Vorw\u00fcrfen ausgesetzt f\u00fchlt, ist eindeutig. Keine Spur von Selbstreflexion oder einer sachgerechten Auseinandersetzung mit den teils polemisch vorgetragenen Vorw\u00fcrfen. In der Ablehnung, sich mit der Kritik auseinanderzusetzen, sind sich die f\u00fchrenden Verlage der Nation einig.<\/p>\n<p>Kein Wunder also, dass &#8222;L\u00fcgenpresse&#8220; zum\u00a0<a href=\"http:\/\/www.unwortdesjahres.net\/fileadmin\/unwort\/download\/pressemitteilung_unwort2014.pdf\">Unwort des Jahres 2014<\/a>\u00a0gew\u00e4hlt wurde.\u00a0<strong><br \/>\n<\/strong><br \/>\nEs sei zwar richtig, &#8222;dass Mediensprache eines kritischen Blicks bedarf und nicht alles, was in der Presse steht, auch wahr ist&#8220;, schreibt die Jury zur Begr\u00fcndung ihrer Entscheidung. Dennoch gelte: &#8222;Eine solche pauschale Verurteilung verhindert fundierte Medienkritik und leistet somit einen Beitrag zur Gef\u00e4hrdung der f\u00fcr die Demokratie so wichtigen Pressefreiheit.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Vorwurf der K\u00e4uflichkeit gegen FAZ.<\/strong><\/p>\n<p>Skandalwerk in den Bestsellerlisten:<br \/>\nUdo Ulfkotte &#8211; Gekaufte Journalisten<\/p>\n<p>Besonders entsetzt waren viele Journalisten \u00fcber Munition f\u00fcr die Kritiker, die aus den eigenen Reihen geliefert wurde. Die Frustration entlud sich vor allem \u00fcber dem Herausgeber des kleinen Kopp-Verlags, den ehemaligen FAZ-Redakteur Udo Ulfkotte.<\/p>\n<p>In seinem j\u00fcngsten Werk\u00a0<a href=\"http:\/\/www.gekaufte-journalisten.de\/?gclid=Cj0KEQiAsdCnBRC86PeFkuDJt_MBEiQAUXJfLU1EfXVdciCeXJGiidHnvby2QLz9puda-CXs6jjLVD4aAlfD8P8HAQ\">&#8222;Gekaufte Journalisten&#8220;<\/a>\u00a0rechnet der Herausgeber diverser B\u00fccher, die im Eigenverlag ver\u00f6ffentlicht wurden, mit Deutschlands Massenmedien ab. Ulfkotte sieht die Medien als Sprachrohre der Hochfinanz und Politik. Insbesondere seine ehemalige Arbeitgeberin, die FAZ, kommt in dem Werk, als verl\u00e4ngerter Arm der NATO-Pressestelle, au\u00dferordentlich schlecht weg.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Ulfkottes Werk bei den Lesern f\u00fcr Begeisterung sorgte und Topplatzierungen in den Bestsellerlisten eroberte, kam aus der Medienbranche nur Kritik.<\/p>\n<p>Das Buch sei unsachlich und \u00fcbertrieben, der Autor k\u00f6nne\u00a0<a href=\"http:\/\/krautreporter.de\/46--die-wahrheit-uber-die-lugen-der-journalisten\">&#8222;zwischen Realit\u00e4t und Fiktion nicht mehr unterscheiden&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p>FAZ-Herausgeber G\u00fcnther Nonnenmacher nennt die erhobenen Vorw\u00fcrfe &#8222;l\u00e4cherlich und abstrus&#8220;.<\/p>\n<p>Die beschriebenen Geschichten aus seiner Zeit bei der FAZ habe Ulfkotte mit den Jahren ordentlich verzerrt.<br \/>\nAuch Stefan Niggermeyer, lange Jahre Medienjournalist bei der FAZ, kommentiert Ulfkotte in seinem Blog:<\/p>\n<p><strong><em>Zitat:<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Inzwischen hat er einen Weg gefunden, aus solchen Geschichten Bestsellermaterial zu machen. Er stellt sein pers\u00f6nliches Versagen nachtr\u00e4glich als System dar. Dass die FAZ und vage als &#8222;renommierte deutsche Zeitungen&#8220; bezeichnete Medien sich willentlich zum Handlanger des deutschen Auslandsgeheimdienstes machen und von ihm Artikel diktieren lie\u00dfen, ist aber eine blo\u00dfe Behauptung &#8211; die auch noch dem widerspricht, was er selbst vor acht &#8211; Jahren \u00fcber den Fall ver\u00f6ffentlichte.<\/em><\/p>\n<p>Quelle: Tagespresse<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Ende der vierten Gewalt: Wenn Unternehmen Journalisten manipulieren In den letzten Wochen machten gleich mehrere Skandale \u00fcber k\u00e4ufliche und manipulierte Journalisten die Runde. Von den Vorw\u00fcrfen betroffen sind nicht nur kleine Fachmagazine, wie Versicherungsbote oder Finanzwelt, sondern auch Deutschlands renommierteste Tageszeitungen: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und S\u00fcddeutsche Zeitung. 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