{"id":584,"date":"2015-02-09T01:16:54","date_gmt":"2015-02-08T23:16:54","guid":{"rendered":"http:\/\/haup.eu\/?p=584"},"modified":"2015-02-09T01:16:54","modified_gmt":"2015-02-08T23:16:54","slug":"wolfgang-hawly-101","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/haup.eu\/?p=584","title":{"rendered":"Wolfgang Hawly"},"content":{"rendered":"<p><strong><span class=\"overhead\">Nobelpreistr\u00e4ger und streitbarer Geist \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 <\/span>Star-\u00d6konom Paul Krugman: &#8222;Der Euro ist wohl nicht zu retten&#8220;<\/strong><\/p>\n<div class=\"leadIn\">Der ber\u00fchmte Wirtschaftsprofessor Paul Krugman spricht Klartext: Er lobt zwar den Euro, erwartet aber seinen Untergang. Und er wirft Deutschland im Umgang mit den Euro-S\u00fcdl\u00e4ndern Heuchelei vor: Fr\u00fcher habe Deutschland von der dortigen Inflation profitiert, heute verlange es strikte Sparpolitik.<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<p>Er ist weltweit einer der einflussreichsten Wirtschaftswissenschaftler. 2008 bekam Paul Krugman den Nobelpreis. Krugman lehrt als Professor an der Universit\u00e4t Princeton und schreibt einen viel beachteten Blog in der \u201e<a class=\"uc i\" title=\"Mehr zu New York\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/orte\/new-york\/\">New York<\/a>\u00a0Times\u201c. Der Experte sprach auf dem Asian Financial Forum in Hongkong und beantwortete Fragen von FOCUS-MONEY und anderen internationalen Medien. Lesen Sie die Ausf\u00fchrungen Krugmans zu den wichtigsten Themengebieten f\u00fcr die Finanzm\u00e4rkte. Vorsicht: Er provoziert gerne die Deutschen.<\/p>\n<h2><\/h2>\n<\/div>\n<div class=\"mediaBlock arto landscape clearfix\">\n<div id=\"videofwid2\" class=\"video clearfix\">\n<div class=\"caption clearfix\"><span class=\"source\">FOCUS Online\u00a0<\/span><span class=\"caption\">EZB erh\u00f6ht Druck im Griechenland-Poker \u2013Schmei\u00dft Draghi jetzt die Griechen raus?<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<p>\u201eZun\u00e4chst: Ich w\u00fcrde\u00a0<a title=\"Nach der Arbeit ins Ausland: In diese Ecken der Welt zieht es deutsche Senioren\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/altersvorsorge\/ruhestand-im-ausland-in-diese-rentnerparadiese-zieht-es-deutsche-senioren_id_3936912.html\">das Rentensystem in Frankreich<\/a>\u00a0sofort \u00e4ndern &#8211; auch wenn das Sozialsystem dort ansonsten sehr erfolgreich funktioniert. Griechenland ist eine v\u00f6llig andere Geschichte. Dort geht es wirklich um Staatsverschuldung. Nehmen Sie auf der anderen Seite Spanien, das in vieler Hinsicht den Kern der Probleme illustrieren kann. Spanien hatte eine riesige Immobilienblase, die durch verantwortungslose Vergabe von Hypotheken befeuert wurde. Die verantwortungslose Kreditvergabe wurde durch eine Unmenge an Krediten unter institutionellen Anlegern erm\u00f6glicht.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"mediaBlock arto small clearfix\">\n<div id=\"imagefwid3\" class=\"image clearfix\">\n<div class=\"caption clearfix\"><span class=\"source\">Reuters\u00a0<\/span><span class=\"caption\">Wolkenkratzer in der spanischen Stadt Madrid.<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<p>In anderen Worten: Die spanischen Cajas (Sparkassen) liehen sich viel Geld von den deutschen Landesbanken, um schlechte Hypotheken zu vergeben. K\u00f6nnen Sie jetzt sagen, dass das ein komplett spanisches Problem ist &#8211; mit dessen L\u00f6sung Deutschland ganz und gar nichts zu tun hat? Das scheint nicht richtig zu sein. Die Probleme umfassen ganz Europa.\u00a0<strong>Deutschland ist nicht der wei\u00dfe Rabe.\u00a0<\/strong>Und auch aus \u00f6konomischer Sicht: Deutschland steckte in den 90ern in schweren Problemen, einer sehr schwachen Konjunktur.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<p><strong>Herausgekommen sind die Deutschen dank eines Booms und hoher Inflationsraten in S\u00fcdeuropa.<\/strong>Und jetzt? Jetzt haben sich die Rollen umgekehrt, und die Deutschen sagen: &#8218;Oh, nein, wir k\u00f6nnen keine Inflation akzeptieren, die S\u00fcdeurop\u00e4er m\u00fcssen sich mit ihrer Deflation abfinden.&#8216; Das ist keine faire Lastenteilung.\u201c<\/p>\n<h2><em>Vita Paul Krugman<\/em><\/h2>\n<p><em>Geboren am\u00a0<strong>28. Februar 1953\u00a0<\/strong>in Albany\/New York<\/em><\/p>\n<p><em><strong>1977<\/strong>Ph.D. an der Eliteuniversit\u00e4t MIT<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Seit 1977<\/strong>Professuren an den Universit\u00e4ten Yale, Stanford, MIT,<strong>seit 2000<\/strong>in Princeton<\/em><\/p>\n<p><em><strong>1983 bis 1993<\/strong>Mitglied des Council of Economic Advisers des US-Pr\u00e4sidenten<\/em><\/p>\n<p><em><strong>2008<\/strong>Verleihung des Nobelpreises f\u00fcr Wirtschaftswissenschaften<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<p>\u201eAuf der einen Seite wollen oder m\u00fcssen alle ihre Schulden zur\u00fcckzahlen. Auf der anderen steht die &#8217;s\u00e4kulare Stagnation&#8216;, ein Mangel an Investment-Chancen. In anderen Worten: Die Weltwirtschaft will negative Zinss\u00e4tze. Die internationalen Investoren sehen so wenige gute Chancen bei riskanten Anlagen, dass sie diese nur kaufen, wenn es f\u00fcr sichere keine Verzinsung mehr gibt. In Deutschland liegt die Rendite f\u00fcr f\u00fcnfj\u00e4hrige Staatsanleihen bei minus 0,05 Prozent. Das hei\u00dft doch nichts anderes, als dass die Stimmung so schlecht ist, dass Anleger bereit sind, den deutschen Staat daf\u00fcr zu bezahlen, dass er ihr Geld sch\u00fctzt. Und es hei\u00dft: Die Erwartungen f\u00fcr die Konjunktur in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren sind extrem schwach.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<h2>. . . und die Gr\u00fcnde<\/h2>\n<p>\u201eViel tiefer kann es kaum gehen. Ich wundere mich schon \u00fcber die\u00a0<a title=\"Franken-Freigabe im News-Ticker: Tag eins nach der Franken-Freigabe startet mit neuem B\u00f6rsen-Tsunami\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/boerse\/newsticker-zur-franken-freigabe-tag-eins-nach-der-franken-freigabe-startet-mit-neuem-boersen-tsunami_id_4409474.html\">Schweizer Nationalbank<\/a>\u00a0mit ihren minus 0,75 Prozent. Da muss es fast g\u00fcnstiger sein, Bargeld ins Schlie\u00dffach zu stecken. Mit 0,2 Prozent ist es wie mit den M\u00e4usen, die etwas wegknabbern. Uns mag das merkw\u00fcrdig vorkommen, aber es ist ja nicht so, dass die Zentralbanken einfach irgend jemanden bestrafen wollen. Die Realwirtschaft ruft vielmehr nach niedrigeren\u00a0<a class=\"uc i\" title=\"Mehr zu Zinsen\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/thema\/zinsen\/\">Zinsen<\/a><span class=\"kka_p\">&#8211; auch wenn sie nur noch bei null liegen. Machen Sie nicht die Europ\u00e4ische Zentralbank verantwortlich, sondern die Entwicklung der Realwirtschaft.<\/span><\/p>\n<p>Wenn Sie sich die europ\u00e4ische Wirtschaft anschauen w\u00fcrden, ohne die\u00a0<a class=\"uc playbtn i\" title=\"Mehr zu Leitzinsen\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/videos\/einfach-auf-den-punkt-gebracht-wie-die-mechanik-der-leitzinsen-funktioniert_vid_35614.html?ucil=Video_Leitzinsen\">Leitzinsen<\/a>\u00a0zu kennen: mit niedrigen und fallenden Inflationsraten, deflation\u00e4ren Tendenzen und einer sehr schwachen Realwirtschaft? Sie w\u00fcrden sagen, die Leitzinsen sind zu hoch. Wenn die EZB Leitzinsen von vier Prozent h\u00e4tte, w\u00fcrden wir doch sofort Zinssenkungen fordern. Die gleichen Symptome bei null Leitzinsen signalisieren doch, die EZB muss etwas tun.\u201c<\/p>\n<h2><strong>. . . ein Scheitern des Euro<\/strong><\/h2>\n<p>\u201eWenn ich eine Zeitmaschine h\u00e4tte und in die 90er zur\u00fcckgehen k\u00f6nnte, w\u00fcrde ich laut rufen: Nein! Tut es nicht. Aber jetzt den Euro aufl\u00f6sen? Das ist nicht so einfach. Es g\u00e4be nicht nur ein Finanzchaos. Sondern vor allem einen hohen politischen Preis. Das Projekt Europa, der breitere Prozess &#8211; Wohlstand durch Frieden und Demokratie &#8211; w\u00e4ren gef\u00e4hrdet. Der Euro war ein gro\u00dfer Fehler, aber jetzt m\u00fcssen wir ihn retten. Das h\u00f6rt sich verr\u00fcckt an, trifft aber die Lage.\u00a0<strong>Letzten Endes wird der Euro aber wahrscheinlich nicht zu retten sein.\u201c<\/strong><\/p>\n<h2>und die Zukunft der W\u00e4hrungsunion<\/h2>\n<p>\u201eVor zweieinhalb, drei Jahren gab es ein gro\u00dfes Risiko, dass die W\u00e4hrungsunion auseinanderfliegt.\u00a0<strong>Mario Draghi rettete den Euro\u00a0<\/strong>mit drei Worten: &#8218;Whatever it takes &#8230;&#8216;. Die &#8218;hei\u00dfe Phase&#8216; der Euro-Krise ist wohl unter Kontrolle. Selbst mit Griechenland und der\u00a0<a title=\"Umdenken in Griechenland?: Finanzminister Varoufakis: Athen verzichtet auf Schuldenschnitt\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/staatsverschuldung\/neue-politik-ja-schuldenerlass-nein-umdenken-in-athen-griechenland-will-auf-schuldenschnitt-verzichten_id_4448477.html\">Syriza-Regierung<\/a>. \u00a0Aber die europ\u00e4ische Konjunktur rutscht in eine Deflation ab. Und es ist nichts in Sicht, um das abzuwenden. Weder eine Bankenunion, geschweige denn eine Fiskalunion. Einen Fiskalpakt werde ich wohl nicht mehr erleben. Jetzt drohen populistische Parteien an Einfluss zu gewinnen. Syriza ist von all diesen Gruppierungen wahrscheinlich noch die am wenigsten unangenehme. Stellen Sie sich eine Marine Le Pen als franz\u00f6sische Pr\u00e4sidentin vor. Dinge, die vor einigen Jahren in Europa nicht gesagt werden konnten, sind jetzt Mainstream.\u201c<\/p>\n<p><span class=\"source\">FOCUS Online<\/span><span class=\"caption\">EZB erh\u00f6ht Druck im Griechenland-Poker \u2013Schmei\u00dft Draghi jetzt die Griechen raus?<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\u00a0. . . drohende japanische Verh\u00e4ltnisse in Europa\u201eAlle Zutaten stimmen: Beinahe Deflation und ein R\u00fcckgang der Bev\u00f6lkerungszahlen, insbesondere in den wichtigen Altersgruppen. Es ist wie in Japan &#8211; allerdings ohne die soziale Koh\u00e4sion.\u201c<\/p>\n<h2>. . . die Kursentwicklung des Euro<\/h2>\n<p>\u201eWir wussten schon seit einiger Zeit, dass Quantitative Easing (Staatsanleihenk\u00e4ufe, kurz QE) kommen w\u00fcrde. Deswegen steckt schon sehr viel im Kurs des Euro. Eine Prognose \u00fcber den weiteren Verlauf ist vor diesem Hintergrund schwierig. Einige exportstarke L\u00e4nder werden von einem starken Euro profitieren, Europa als Ganzes nicht so sehr; der meiste Handel findet zwischen den Mitgliedsstaaten statt. In einer Welt, in der es generell an Nachfrage fehlt, ist eine W\u00e4hrungsabwertung der Versuch, sich auf Kosten der Nachbarn einen Vorteil zu verschaffen.\u201c<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nobelpreistr\u00e4ger und streitbarer Geist \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Star-\u00d6konom Paul Krugman: &#8222;Der Euro ist wohl nicht zu retten&#8220; Der ber\u00fchmte Wirtschaftsprofessor Paul Krugman spricht Klartext: Er lobt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/haup.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/584"}],"collection":[{"href":"http:\/\/haup.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/haup.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/haup.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/haup.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=584"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/haup.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/584\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":585,"href":"http:\/\/haup.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/584\/revisions\/585"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/haup.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=584"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/haup.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=584"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/haup.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=584"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}