{"id":562,"date":"2015-01-18T13:04:43","date_gmt":"2015-01-18T11:04:43","guid":{"rendered":"http:\/\/haup.eu\/?p=562"},"modified":"2015-01-18T13:04:43","modified_gmt":"2015-01-18T11:04:43","slug":"wolfgang-hawly-92","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/haup.eu\/?p=562","title":{"rendered":"Wolfgang Hawly"},"content":{"rendered":"<p class=\"hcf-teaser\"><strong>Deutschland braucht mehr Wohnsiedlungen<\/strong><\/p>\n<p class=\"hcf-teaser\">Zwischen 1920 und 1980 schossen in Deutschland gro\u00dfe Wohnh\u00e4user aus dem Boden. Knapp vier Millionen Wohnungen bieten Platz f\u00fcr acht Millionen Menschen. Seit dem ist Schluss mit dem Bau gro\u00dfer Mietsh\u00e4user. Das muss sich \u00e4ndern-<\/p>\n<div>\n<p>Die Deutschen wohnen gerne im Einfamilienh\u00e4uschen, doch damit l\u00e4sst sich der Wohnungsmangel, der gerade in St\u00e4dten herrscht, nicht beheben. Wo viele Menschen g\u00fcnstig wohnen wollen, braucht es Mietsh\u00e4user mit vielen Parteien.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"hcf-detail-header-ad hcf-content hcf-stopper\"><\/div>\n<div>\n<p>Das haben St\u00e4dte und Gemeinden schon einmal erkannt und zwischen den 1920er und 1980er Jahren mehrgeschossige Mieth\u00e4user gebaut. In den so genannten gro\u00dfen Wohnsiedlungen befinden sich rund vier Millionen Wohnungen f\u00fcr circa acht Millionen Menschen. Doch seit Ende der 1980er Jahre ist Deutschland weg vom Hochhaus und Plattenbau. Ein Fehler, wie die Bau- und Wohnungswirtschaft findet. &#8222;Die Weiterentwicklung dieser Wohngebiete z\u00e4hlt nach Einsch\u00e4tzung der Gutachter allein schon aufgrund ihrer gro\u00dfen Dimension zu den zentralen Aufgaben der nachhaltigen Stadtentwicklung und sozialen Wohnraumversorgung&#8220;, betonte Axel Gedaschko, Pr\u00e4sident des GdW Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen.<\/p>\n<p>Das wird allerdings nicht ganz billig: Um die nachhaltige Weiterentwicklung der gro\u00dfen, im 20. Jahrhundert errichteten Wohnsiedlungen zu sichern, sind Investitionen in H\u00f6he von 90 Milliarden Euro notwendig, <a href=\"http:\/\/web.gdw.de\/wohnen-und-stadt\/grosssiedlungen\" target=\"_blank\">wie eine von der Bau- und Wohnungswirtschaft beauftragte Studie ergab<\/a>.<\/p>\n<h3>\u00a0St\u00e4dte m\u00fcssen zur\u00fcck zum Plattenbau<\/h3>\n<p>F\u00fcr die Bauwirtschaft ist jedoch klar, dass der diese Investitionen unumg\u00e4nglich sind. Die Siedlungen bieten bezahlbare Wohnverh\u00e4ltnisse f\u00fcr breite Schichten der Bev\u00f6lkerung, erbringen wichtige Integrationsleistungen, die anderen Stadtquartieren indirekt zu gute kommen und er\u00f6ffnen den Kommunen Spielr\u00e4ume f\u00fcr eine sozialvertr\u00e4gliche Belegungspolitik, hei\u00dft es in der Studie. &#8222;F\u00fcr die Bauindustrie stellt gerade der in der Studie ermittelte Neubaubedarf in gro\u00dfen Wohnsiedlungen von j\u00e4hrlich 6.500 Wohnungen mit einem Investitionsvolumen von einer Milliarde Euro eine interessante Besch\u00e4ftigungsperspektive dar&#8220;, erg\u00e4nzte Marcus Becker, Vizepr\u00e4sident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"hcf-faq hcf-stopper\">\n<h4><\/h4>\n<\/div>\n<div>\n<p>&#8222;Denn Fakt ist, die Zuwanderung nach Deutschland h\u00e4lt an, unsere St\u00e4dte wachsen weiter und die Nachfrage nach bezahlbaren und qualitativ hochwertigen Wohnungen steigt. Es lohnt sich also, den seriellen Wohnungsbau aus seinem Dornr\u00f6schenschlaf zu wecken&#8220;, so Becker weiter.<\/p>\n<h3>Gro\u00dfe Wohnsiedlungen haben schlechtes Image<\/h3>\n<p>Optimistisch stimme, dass nach Jahrzehnten der Kritik eine \u00e4sthetische Umwertung der Gro\u00dfformen der St\u00e4dtebaumoderne zu erfolgen scheint. Ein Beleg daf\u00fcr sei die aktuelle Diskussion um die Renaissance des Hochhauses. Die gro\u00dfen Wohnsiedlungen sind als Modelle neuen Wohnens geplant und errichtet worden. Heute k\u00f6nnen in ihnen wiederum modellartig die neuen, mit dem Wohnen verbundenen gesellschaftlichen Anforderungen angegangen werden.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"hcf-faq hcf-stopper\">\n<h4><\/h4>\n<\/div>\n<div>\n<p>Dennoch weist das Gutachten auch auf aktuelle Herausforderungen f\u00fcr Kommunen und Wohnungswirtschaft hin. Die gro\u00dfen Wohngebiete haben nach wie vor Imageprobleme und k\u00e4mpfen gegen Stigmatisierungen. Aufgrund des h\u00e4ufig h\u00f6heren Anteils von Haushalten mit Zugangsschwierigkeiten auf dem Wohnungsmarkt bed\u00fcrfen die Quartiere besonderer sozialer Aufmerksamkeit. Sie sind zwar nicht die Ursache, k\u00f6nnen aber zu Austragsorten sozialer Konflikte werden.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>Entscheidend f\u00fcr den Erfolg der Siedlungserneuerung ist nach den Analysen der Gutachter das abgestimmte Vorgehen von Stadt und Wohnungseigent\u00fcmern &#8211; sowohl was die Investitionst\u00e4tigkeit als auch die Beteiligung der Bewohnerschaft betrifft. Das gelingt dort am besten, wo die gro\u00dfen Wohnsiedlungen einen ihrer Bedeutung entsprechenden Stellenwert in der kommunalen Stadtentwicklungsplanung haben. Ebenso wichtig sei die Kooperation der Eigent\u00fcmer untereinander, die umso schwieriger ist, je kleinteiliger die Strukturen sind. Quartiersbezogenes Handeln w\u00e4re dort besonders erfolgreich, wo wenige professionelle Wohnungsunternehmen kooperativ miteinander zusammenarbeiten.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>Aber auch die Politik m\u00fcsse ihren Beitrag leisten. Zu \u00fcberpr\u00fcfen seien die kostentreibenden Anforderungen unter anderem im Bereich des Klimaschutzes und Barriereabbaus ebenso wie das Vergaberecht, das die fr\u00fchzeitige Zusammenarbeit von Bau- und Wohnungsunternehmen erschwert. In diesen Bereichen k\u00f6nne die Baukostensenkungskommission einen erheblichen Beitrag leisten.<\/p>\n<p>Das Zusammenspiel der St\u00e4dtebauf\u00f6rderung, der Wohnraumf\u00f6rderung und der KfW &#8211; Programme hat Erneuerungsprozesse im Quartierszusammenhang wesentlich unterst\u00fctzt. Die in den letzten Jahren erfolgte st\u00e4rkere Fokussierung der F\u00f6rderung auf die Innenst\u00e4dte solle dahingehend erg\u00e4nzt werden, dass die Gebietskulisse der gro\u00dfen Wohngebiete wieder st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt wird. Ein neues Teilprogramm der St\u00e4dtebauf\u00f6rderung &#8222;Integrierte Weiterentwicklung gro\u00dfer Wohnsiedlungen&#8220; k\u00f6nne hierzu einen besonders wirksamen Beitrag leisten.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland braucht mehr Wohnsiedlungen Zwischen 1920 und 1980 schossen in Deutschland gro\u00dfe Wohnh\u00e4user aus dem Boden. Knapp vier Millionen Wohnungen bieten Platz f\u00fcr acht Millionen Menschen. Seit dem ist Schluss mit dem Bau gro\u00dfer Mietsh\u00e4user. 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