{"id":505,"date":"2014-12-19T23:24:00","date_gmt":"2014-12-19T21:24:00","guid":{"rendered":"http:\/\/haup.eu\/?p=505"},"modified":"2014-12-21T22:37:07","modified_gmt":"2014-12-21T20:37:07","slug":"wolfgang-hawly-71","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/haup.eu\/?p=505","title":{"rendered":"Wolfgang Hawly"},"content":{"rendered":"<h1>Warum WeChat bald WhatsApp \u00fcberholt hat &#8211; mit Recht<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<article>\n<section class=\"article-content\"><\/section>\n<section class=\"article-body\"><strong>\u201cNoch ein Messenger\u201d, werdet Ihr jetzt st\u00f6hnen? \u201cWhatsApp reicht mir doch\u201d, werdet Ihr jetzt sagen. Doch hierbei geht es nicht um eine App-Empfehlung. Es geht nicht darum &#8211; obwohl es stimmt -, dass<a href=\"http:\/\/www.wechat.com\/en\/\" target=\"_blank\">WeChat<\/a> mehr kann als WhatsApp. Es geht darum, dass WeChat in China l\u00e4ngst schon eine Supermacht ist. Eine Supermacht. Die Frage ist: Wer wird das WeChat des Westens?<\/strong><\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns nichts vormachen. WhatsApp hat in Europa, vor allem in Deutschland, die SMS ersetzt. Gekillt, w\u00fcrden einige sagen. Letzten Endes ist der Messenger, genau wie Google f\u00fcr die Suche und Facebook f\u00fcr Social Media, zur Infrastruktur geworden. Und wie es mit einmal eingeschlagenen Wegen so ist: Man will sie nur ungern verlassen. Fest steht: Trotz der <a title=\"19 Milliarden! Warum Facebook WhatsApp kaufen musste\" href=\"https:\/\/curved.de\/news\/19-milliarden-warum-facebook-whatsapp-kaufen-musste-22218\">heftigen Kritik am Kauf durch Facebook<\/a>, anschlie\u00dfender Server-Probleme und der ein oder anderen Panik sowie Bedenken in Sachen Datenschutz ist die Nutzung von WhatsApp ungebrochen hoch. Mehr noch: <a href=\"https:\/\/curved.de\/news\/studie-whatsapp-ist-fuer-jugendliche-die-wichtigste-app-176326\">Studien ergaben nun<\/a>, dass der Messenger von Jugendlichen sogar st\u00e4rker genutzt wird als Facebook. Gute Entscheidung, Zuck!<\/p>\n<h2>Mehr neue WeChat-Profile als registrierte Webseiten<\/h2>\n<p>Doch werfen wir einmal einen Blick in Richtung Osten. Dort, wo sich gerade <a title=\"Neues Xiaomi-Tablet soll Samsung und Apple Druck machen\" href=\"https:\/\/curved.de\/news\/neues-xiaomi-tablet-soll-samsung-und-apple-druck-machen-175492\">Xiaomi anschickt<\/a>, Samsung und vielleicht bald auch Apple anzugreifen. Wo <a title=\"iPhone 6 und 6 Plus: 20 Mio. Vorbestellungen in China\" href=\"https:\/\/curved.de\/news\/iphone-6-und-6-plus-20-mio-vorbestellungen-in-china-153300\">mehr iPhones verkauft werden als anderswo<\/a>. Wo das Motto \u201cMobile first\u201d l\u00e4ngst zum Standard geworden ist. Im Reich der Mitte ist es mittlerweile so: Wer dort ein Web-Business startet, der launcht nicht zuerst eine Webseite, sondern er\u00f6ffnet ein WeChat-Profil. Tats\u00e4chlich werden dort t\u00e4glich mehr Profile angelegt als Webseiten registriert. In Zahlen: Im zweiten Quartal dieses Jahres kam der chinesische Messenger schon auf auf 438 Millionen aktive Nutzer pro Monat &#8211; 100 Millionen au\u00dferhalb Chinas.<\/p>\n<p>Warum? Weil in China sowieso die Uhren anderes ticken und Ebay, Google, Twitter und Co. seit jeher keine Chance haben, dort Fu\u00df zu fassen &#8211; so auch WhatsApp nicht? Nein. Denn WeChat ist mehr als nur eine Chat-App. Es ist eine Plattform. In China k\u00f6nnen Nutzer nicht nur miteinander chatten, sie k\u00f6nnen Spiele spielen, Taxis und Essen bestellen, Investements t\u00e4tigen\u00a0und und und&#8230; <a href=\"https:\/\/curved.de\/news\/huawei-will-smartphones-ueber-messenger-app-verkaufen-98165?utm_source=facebook%3Futm_medium%3Dpost0705.1545\">Huawei verkauft \u00fcber die Plattform<\/a> sogar seine Smartphones. Wie Ted Livingston, CEO und Gr\u00fcnder des Messengers kik, <a href=\"https:\/\/medium.com\/@tedlivingston\/the-race-to-become-the-wechat-of-the-west-3fe52c8db946\">in seinem Medium-Blogeintrag erkl\u00e4rt<\/a>, ist WeChat die \u201cKiller-app of mobile\u201d, die Menschen nicht nur manchmal \u00fcber den PC verbindet, an dem die sitzen, sondern dauerhaft und \u00fcberall auf den Smartphones, die sie immer bei sich haben. Davon profitieren auch Marken. Die Zahlen sind beeindruckend: Angeblich werden 70 Prozent der 100 Millionen bislang versandten Nachrichten von Marken auf WeChat innerhalb der ersten Stunde gelesen. Werte, von denen Seitenbetreiber auf Facebook nur tr\u00e4umen k\u00f6nnen. Und WhatsApp? Nun ja, hier gibt es nur sehr, sehr wenige Accounts von gro\u00dfen Marken.<\/p>\n<h2>Wer oder was wird das WeChat des Westens?<\/h2>\n<p>Muss sich WhatsApp also auf die \u00dcbermacht aus China gefasst machen? Ganz so schnell d\u00fcrften sich die beiden Systeme nicht in die Quere kommen. Aber Livingston stellt die berechtigte Frage: Wer oder was wird das WeChat des Westens sein? Snapchat? Zumindest macht der Bilder-Messenger einiges anders, vielleicht sogar besser. Seit kurzer Zeit k\u00f6nnen die Nutzer, vorerst nur in den USA, <a title=\"Snapchat l\u00e4sst Euch nun auch Geld versenden\" href=\"https:\/\/curved.de\/news\/snapchat-laesst-euch-nun-auch-geld-versenden-170607\">\u00fcber den Service Snapcash Geld an andere Nutzer verschicken<\/a>. Das wird zwar medienwirksam <a title=\"Snapchat: Porno-Darsteller finden Bezahlfunktion toll\" href=\"https:\/\/curved.de\/news\/snapchat-porno-darsteller-finden-bezahlfunktion-toll-173700\">auch von Pornosternchen dazu benutzt<\/a>, das schnelle Geld zu machen, bereichert die Plattform aber in erster Linie um eine spannende Komponente.<\/p>\n<p>WhatsApp hingegen scheint sich, und das sp\u00e4testens nach dem Kauf durch Facebook, dagegen zu str\u00e4uben, mehr als ein Messenger zu sein. Aus Sicht des neuen Eigent\u00fcmers ist das nur verst\u00e4ndlich, denn ansonsten w\u00fcrde der gr\u00fcne Messenger die Dienste des blauen Riesen eventuell kannibalisieren. Insofern m\u00fcssen wir uns die Frage stellen: Kann Facebook es mit den neuen Konkurrenten aus Fernost aufnehmen? Zumindest j\u00fcngste Studien lassen Zweifel aufkommen. Demnach sind Messenger mittlerweile unter Jugendlichen beliebter als das Social Network. Typische Kritik, wonach fern\u00f6stliche Technologien oder Web-Ph\u00e4nomene hierzulande nicht funktionieren w\u00fcrden, will Livingston nicht gelten lassen. Vor allem Jugendliche w\u00fcrden das Web l\u00e4ngst vor allem mobil nutzen, genau wie die Jugend in China. Sie seien noch nicht festgelegt auf bestimmte Dienste oder Konzerne. Facebook hat zudem schon Anstrengungen gemacht, neben der reinen Social-Media-Funktion eine Plattform mit Apps und erweiterten Diensten aufzubauen. Allerdings sind diese noch nicht richtig zum Tragen gekommen.<\/p>\n<h2>Schafft Facebook noch die Trendwende?<\/h2>\n<p>Livingston Fazit ist hart: Facebook k\u00f6nnte das Microsoft des Chat werden. Genau wie der Redmonder Softwareriese eine bessere Suche h\u00e4tte entwickeln und damit Google Konkurrenz machen k\u00f6nnen, so h\u00e4tte Facebook schon vor langer Zeit eine Mobile-first-Chat-Plattform werden m\u00fcssen, um es k\u00fcnftig mit Snapchat, Kik und eben auch WeChat aufnehmen zu k\u00f6nnen.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Eine steile These angesichts der enormen Popularit\u00e4t des Social Networks, wie ich finde. Ich denke: Wenn auch WhatsApp schon l\u00e4nger in Sachen Innovation &#8211; sprich Zugang \u00fcber den PC oder direkt \u00fcber den Browser &#8211; hinter der Konkurrenz bleibt, so hat Facebook selbst doch die besten Chancen, und sei es durch weitere Zuk\u00e4ufe, die k\u00fcnftige Mobile-Plattform f\u00fcr alle zu werden. Auch wenn man \u00fcber Social-Media-Firmen sagt, dass sie es noch nie geschafft haben, wirklich &#8222;mobil&#8220; zu werden, setzt das Unternehmen <a title=\"Facebook Rooms: Gruppen-App jetzt auch in Deutschland\" href=\"https:\/\/curved.de\/news\/facebook-rooms-gruppen-app-jetzt-auch-in-deutschland-173903\">mit einer Vielzahl neuer Apps<\/a> seine Mobile-First-Strategie um. Am krassen Wachstum von WeChat, das schon in K\u00fcrze WhatsApp eingeholt haben d\u00fcrfte, wird das dennoch nichts \u00e4ndern.<\/p>\n<\/section>\n<\/article>\n<div class=\"article-content\"><a name=\"engagements\"><\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum WeChat bald WhatsApp \u00fcberholt hat &#8211; mit Recht &nbsp; \u201cNoch ein Messenger\u201d, werdet Ihr jetzt st\u00f6hnen? \u201cWhatsApp reicht mir doch\u201d, werdet Ihr jetzt sagen. Doch hierbei geht es nicht um eine App-Empfehlung. 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