{"id":470,"date":"2014-12-17T20:30:25","date_gmt":"2014-12-17T18:30:25","guid":{"rendered":"http:\/\/haup.eu\/?p=470"},"modified":"2014-12-18T11:06:11","modified_gmt":"2014-12-18T09:06:11","slug":"wolfgang-hawly-59","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/haup.eu\/?p=470","title":{"rendered":"Wolfgang Hawly"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"title\">Mehdorn-R\u00fccktritt: Das sind die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Neustart am BER<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich: Es gibt den Tag, an dem auch einer wie Hartmut Mehdorn die Nase voll hat. Vorbei die Scherze, mit der der knorrige Manager gern seine Hartleibigkeit zur Schau stellte, zum Beispiel: &#8222;Ich geh\u00f6re zu den kleinen Dicken, die was aushalten.&#8220; Chef am neuen Hauptstadtflughafen &#8211; das ist eine der h\u00e4rtesten Aufgaben, die die Republik Managern zu bieten hat.<\/p>\n<p>Man hat Mehdorn das in den vergangenen Wochen angesehen. <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.de\/2014\/12\/15\/ber-mehdorn-tritt-zuruck_n_6326498.html\" target=\"_hplink\">Nun ist der Posten wieder zu vergeben. Nach 20 Monaten auf der ber\u00fcchtigten Baustelle in Berlin Sch\u00f6nefeld wirft Mehdorn hin, er kapituliert vor dem Klima des Misstrauens, das das Projekt umgibt<\/a> &#8211; das f\u00fcr manchen Politiker noch immer Spielball war, um tagesaktuell Punkte zu sammeln.<\/p>\n<p>Doch auch Mehdorn hat dieses Klima mit herbeigef\u00fchrt. Nun wird ein f\u00e4higer Nachfolger schwer zu finden sein.<\/p>\n<p>&#8222;Sie haben mich geholt, jetzt m\u00fcssen sie mich auch aushalten&#8220;, t\u00f6nte Mehdorn, als Brandenburgs Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) und Berlins Regierender B\u00fcrgermeister Klaus Wowereit (SPD) ihn im vorvergangenen Fr\u00fchjahr als ihren neuen Mann in Sch\u00f6nefeld pr\u00e4sentierten.<\/p>\n<p><strong>Napoleon-Bewunderer Mehdorn<\/strong><\/p>\n<p>Da lachten die damaligen L\u00e4nderchefs. Doch dem Napoleon-Bewunderer Mehdorn war es ernst, er ging tollk\u00fchn ans Werk. Sein erster Tabubruch kam am ersten Arbeitstag: Lasst uns den Flughafen Tegel offen halten! Da hatte er sich die ersten Feinde gemacht.<\/p>\n<p>Es folgte Reibereien um den Schallschutz f\u00fcr die Anwohner, die im dicht besiedelten Umfeld des neuen Gro\u00dfflughafens an der Berliner Stadtgrenze nicht gut ankamen &#8211; und die vor allem brandenburgische Politiker aufbrachte, vor der Landtagswahl im September.<\/p>\n<p>Immer wieder f\u00fchlten sich Aufsichtsr\u00e4te von Mehdorn unzureichend informiert. Ein Bericht des Bundesrechnungshofs vom Fr\u00fchjahr lie\u00df sich auch so verstehen, als lie\u00dfen sie sich mitunter von dem erfahrenen Manager an der Nase herumf\u00fchren. Mehdorns neueste Ideen lasen sie zuerst in der Zeitung, darunter einen Testbetrieb in einem Seitenfl\u00fcgel des neuen Terminals &#8211; den der Aufsichtsrat stoppte.<\/p>\n<p>Doch auch Mehdorn musste erfahren, dass ihm immer wieder Verantwortliche Kn\u00fcppel zwischen die Beine warfen. &#8222;Insgesamt hat es Mehdorn uns nicht immer leicht gemacht, aber wir haben es ihm auch nicht immer leicht gemacht&#8220;, bekennt Brandenburgs Ministerpr\u00e4sident Dietmar Woidke (SPD).<\/p>\n<p><strong>Aufsichtsrat kippte Mehdorns Antrag<\/strong><\/p>\n<p>Vor allem der Bund war schlecht auf Mehdorn zu sprechen, weil er im internen Machtkampf Horst Amann wegbiss, den Technikchef, den das Bundesverkehrsministerium vor Mehdorns Engagement als Hoffnungstr\u00e4ger geholt hatte. Ein R\u00fccktritt aber kam f\u00fcr Mehdorn nie infrage. &#8222;Die Frage \u00fcberspringen wir, weil das nie stattfindet&#8220;, sagte er einmal.<\/p>\n<p>Der 72-J\u00e4hrige gilt als Manager alter Schule. Pflichtbewusstsein habe ihn bewogen, die Aufgabe in seinem Alter noch zu schultern, verriet er mal. Von Patriotismus sprach gar Peter Ramsauer (CSU), damals Herr im Bundesverkehrsministerium. Jenes Haus, dass jetzt schon per Headhunter einen Mehdorn-Ersatz gesucht haben soll. Best\u00e4tigt wurde das nicht.<\/p>\n<p>Es wird diese Eskalation im Streit um eine externe \u00dcberpr\u00fcfung von Mehdorns Arbeit gewesen sein, die den Unbeugsamen zum R\u00fccktritt brachte. Er warf dem Ministerium &#8222;Inquisition&#8220; vor.<\/p>\n<p>Die vorweihnachtliche Friedens-Demonstration des Aufsichtsrats am vergangenen Freitag im brandenburgischen Motzen konnte das nicht kitten: &#8222;Alle Unterst\u00fctzung&#8220; sicherte das Gremium Mehdorn noch zu, der gerade einen Zeitplan zur Er\u00f6ffnung des Flughafens sp\u00e4testens Ende 2017 pr\u00e4sentiert hatte.<\/p>\n<p>Dann kippte der Aufsichtsrat Mehdorns Antrag, Unternehmensberater weiter zu besch\u00e4ftigen, die seit eineinhalb Jahren seine Schaltzentrale auf der Baustelle managen.<\/p>\n<p>Treibende Kraft war der neue Berliner Regierungschef Michael M\u00fcller (SPD). Dessen Vorg\u00e4nger Wowereit war Mehdorn zwar manchmal auch in die Parade gefahren &#8211; aber wenn es drauf ankam, hielt er zum Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. &#8222;Ich freue mich auf jeden Fall, dass ich bei der Er\u00f6ffnung dabei bin&#8220;, sagte Mehdorn in einer Sitzungspause am Freitag vielsagend. &#8222;In welcher Form? Das ist heute nicht entscheidend.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Nachfolger dringend gesucht<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Spiegel Online&#8220; <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/ber-mehdorns-ruecktritt-aus-angst-vor-dem-rausschmiss-a-1008625.html\" target=\"_hplink\">bezeichnet Mehdorns R\u00fccktritt als &#8222;Inszenierung&#8220;. Er habe sich damit als Herr des Geschehens pr\u00e4sentieren wollen<\/a>. Dabei sei das Ende seiner Amtszeit l\u00e4ngst besiegelt gewesen.<\/p>\n<p>Wer der Nachfolger wird, ist jedenfalls offen. Namen wie der des K\u00f6ln-Bonner Flughafenchefs Michael Garvens werden immer wieder genannt &#8211; und sind damit wohl schon verbrannt.<\/p>\n<p>Mehdorns neuer Technikchef J\u00f6rg Marks, der den neuen Zeitplan f\u00fcr die Er\u00f6ffnung mit entworfen hat, k\u00e4me auch infrage. Offen ist, ob der Mann, der zuvor als Siemens-Manager jahrelang in zweiter Reihe t\u00e4tig war, dem Aufsichtsrat Paroli bieten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Entsprechend \u00fcberrumpelt wirkt Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke am Tag des R\u00fccktritts: &#8222;Ob das so schnell gehen musste, das ist fraglich.&#8220;<\/p>\n<p><em>jds\/dpa<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehdorn-R\u00fccktritt: Das sind die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Neustart am BER &nbsp; Tats\u00e4chlich: Es gibt den Tag, an dem auch einer wie Hartmut Mehdorn die Nase voll hat. 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