{"id":428,"date":"2014-12-04T19:11:44","date_gmt":"2014-12-04T17:11:44","guid":{"rendered":"http:\/\/haup.eu\/?p=428"},"modified":"2014-12-16T13:21:49","modified_gmt":"2014-12-16T11:21:49","slug":"wolfgang-hawly-46","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/haup.eu\/?p=428","title":{"rendered":"Wolfgang Hawly"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"title\">Social Media Weekly: E.ON &#8211; Ich lagere dann auch mal meine Schulden in eine Bad Bank aus!<\/h1>\n<p>Aus eins mach zwei &#8211; E.ON will sich in zwei Unternehmen aufteilen. Das Gesch\u00e4ft mit Atomkraft, Kohle und Gas soll abgespaltet und in eine neue Gesellschaft ausgelagert werden. Kern der E.ON SE ist dann der Bereich Erneuerbare Energien. So entsteht eine umsatzm\u00e4\u00dfig um die H\u00e4lfte geschrumpfte neue E.ON SE.<\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser des radikalen Strategiewechsels des bislang gr\u00f6\u00dften Energieversorgers Deutschlands: die Energiewende. Die Radikalit\u00e4t dieses Schritts hat auch mich \u00fcberrascht. Sonntagabend hat der Vorstand begonnen, seinen Strategieschwenk zu verk\u00fcnden und zu erkl\u00e4ren &#8211; seitdem ist E.ON zumindest im Social Web ein Top-Performer.\u00a0Das wiederum \u00fcberrascht mich angesichts der Ma\u00dfnahmen dann wieder weniger.<\/p>\n<p><strong>\u201eWeihnachts-Tweet&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Mehr als 3.400 deutschsprachige Tweets drehen sich allein um das Thema Strategieschwenk von E.ON; kein anderes Unternehmen erregt derzeit so stark die Aufmerksamkeit der Twitter Community. In \u00fcber 500 dieser Kurznachrichten wird sich entweder positiv oder negativ zum Energiekonzern und seine Pl\u00e4ne ge\u00e4u\u00dfert &#8211; auch das ist ein hoher Wert.<\/p>\n<p>In den drei Tagen vor dem \u00dcberraschungscoup waren es lediglich knapp 300 Nachrichten. W\u00e4hrend dieser Zeit vor der Bekanntgabe des Strategieschwenks hatten sich die Twitterer insbesondere \u00fcber die Themen Verkauf der Mehrheit der E.ON-Anteile an zwei Windparks in den USA und des Spanien-Gesch\u00e4fts informiert und ausgetauscht.<\/p>\n<p>In vorweihnachtlicher Stimmung hatte eine Nachrichtenagentur in einem \u201eWeihnachts-Tweet&#8220; dar\u00fcber berichtet, dass beim Energiekonzern durch das Absto\u00dfen von Beteiligungen noch vor Weihnachten die Kassen klingeln w\u00fcrden, um die Schuldenlast zu senken. Diese Nachrichten kamen \u00fcberwiegend gut in der Twitter Community an.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/images.huffingtonpost.com\/2014-12-04-aAttensityHuffPostPunkteEon122014.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/images.huffingtonpost.com\/2014-12-04-aAttensityHuffPostPunkteEon122014-thumb.jpg\" alt=\"2014-12-04-aAttensityHuffPostPunkteEon122014.jpg\" width=\"555\" height=\"403\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Stimmungswende bei E.ON auf Twitter<\/strong><\/p>\n<p>Nach der Bekanntgabe der radikalen Umbaupl\u00e4ne ist die Stimmung auf Twitter klar ins Negative gekippt. Etwa sechs Mal so viele Kurznachrichten zu E.ON sind in den drei Tagen nach der Bekanntgabe der Aufspaltungspl\u00e4ne des Energiekonzerns aus D\u00fcsseldorf in einem negativen Ton gehalten als in einem positiven, wie der pr\u00e4zise und umfassende Blick auf die Kurznachrichten mit unserem Social Intelligence-Tool Attensity Analyze zeigt.<\/p>\n<p>Die Twitterer fremdeln mit den Pl\u00e4nen. So gibt @pageissler zu bedenken: \u201eAn wen will E.ON die Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke eigentlich verkaufen, wenn sich diese doch nicht mehr lohnen?&#8220;.<\/p>\n<p>Tja, das wird sich zeigen. @MKreutzfeldt meint argw\u00f6hnisch: \u201eM\u00fcsste die Meldung nicht eher lauten: E.ON spaltet sich auf, um mit Erneuerbare Energien- und Vertriebsgewinnen nicht f\u00fcr Atom-Folgekosten haften zu m\u00fcssen?&#8230;&#8220;. Das fragten sich zu recht viele Twitterer. 107 Mal ist dieser 140-Zeiler weitergesendet worden und ist damit die Nummer eins unter den Tweets mit den meisten Retweets.<\/p>\n<p><strong>E.ONs atomare Bad Bank<\/strong><\/p>\n<p>Entscheidend f\u00fcr die negative Stimmung in der Twitter Community ist genau dieses Thema: der Ausstieg aus dem Gesch\u00e4ftsfeld Atomkraft und die sogleich aufkommende Rede von einer Bad-Bank-L\u00f6sung.<\/p>\n<p>Den Deutschen ist ein solches Konstrukt seit der Finanzmarktkrise bestens bekannt. Es wurde seinerzeit auch in Deutschland eingesetzt, um angeschlagene Banken vor dem Konkurs zu bewahren.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr werden Risiken wie zum Beispiel problematische Wertpapiere in dieses neue Institut ausgelagert. Der Clou: F\u00fcr die Risiken haftet der Sicherungsfonds der Bad Bank oder der Staat &#8211; und damit letztendlich der Steuerzahler. Kann gut gehen, muss es aber nicht.<\/p>\n<p>Auf jeden Fall ist es ein heikles Terrain f\u00fcr jeden Minister. W\u00e4hrend Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel bei seinem Statement zu den E.ON-Pl\u00e4nen denn auch auf die bew\u00e4hrte Karte Arbeitspl\u00e4tze setzte (\u201eWir gehen davon aus, dass die Arbeitspl\u00e4tze in beiden Unternehmen gesichert bleiben&#8220;), witterten die Gr\u00fcnen sogleich eben diese atomare \u201eBad Bank&#8220; und damit die Gefahr erheblicher Risiken f\u00fcr die Steuerzahler.<\/p>\n<p>So sichert man sich Aufmerksamkeit. \u201eIch bef\u00fcrchte, dass E.ON eine Bad Bank f\u00fcr seine sieben Atomkraftwerke schafft, die von den Steuerzahlern gerettet werden muss&#8220;, sagte die Energie-Expertin der Gr\u00fcnen-Bundestagsfraktion B\u00e4rbel H\u00f6hn. Diese Meldung ist dann blitzschnell auf Twitter verbreitet worden &#8211; und trug entscheidend zu dem negativen Bild \u00fcber E.ON bei.<\/p>\n<p><strong>Sich formierende E.ON-Gefolgschaft<\/strong><\/p>\n<p>Ein klares Nein erhielt E.ON f\u00fcr seine Pl\u00e4ne, durch die Aufspaltung in zwei Unternehmen die Risiken des Atomkraftwerkgesch\u00e4fts in eine Art \u201eBad Bank&#8220; auszulagern, von @AntonSeib: \u201e#E.ON will eine Art \u201aBad Bank&#8216; f\u00fcr seine Atomkraftwerke gr\u00fcnden und die Risiken den Steuerzahlern aufb\u00fcrden. Dazu ein klares Nein!&#8220;.<\/p>\n<p>@haraldpaulick kommentiert: \u201eE.ON baut Konzern um, hei\u00dft gr\u00fcndet BAD BANK, um alle Risiken dem Steuerzahler zu \u00fcbertragen. UND die Politik stimmt zu&#8230;&#8220;. Angesichts Gabriels wohlwollender Worte zu den Pl\u00e4nen argw\u00f6hnen Twitterer, dass er bereits f\u00fcr seine Berufslaufbahn nach der aktiven Ministerarbeit plant. So twittert @3mausimhaus: \u201e#EON will seine Atom-Altlasten in eine mager kapitalisierte Bad Bank auslagern. #Gabriel begr\u00fc\u00dft die Entscheidung; braucht bald einen Posten.&#8220;<\/p>\n<p>Da dachte sich vielleicht @pukki01 \u201eWas bei den Gro\u00dfen geht, das klappt vielleicht auch bei den uns Kleinen&#8220;: \u201eIch folge E.ON &amp; lagere meine Schulden, etc. auch in eine \u201aBad Bank&#8216; aus. Muss dann nur noch Sch\u00e4uble informieren&#8230;&#8220;. Ja, wenn es damit getan w\u00e4re&#8230;<\/p>\n<p>Quelle:\u00a0http:\/\/www.huffingtonpost.de\/thomas-dreikauss\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Social Media Weekly: E.ON &#8211; Ich lagere dann auch mal meine Schulden in eine Bad Bank aus! Aus eins mach zwei &#8211; E.ON will sich in zwei Unternehmen aufteilen. Das Gesch\u00e4ft mit Atomkraft, Kohle und Gas soll abgespaltet und in eine neue Gesellschaft ausgelagert werden. Kern der E.ON SE ist dann der Bereich Erneuerbare Energien. 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