{"id":414,"date":"2014-12-04T16:34:38","date_gmt":"2014-12-04T14:34:38","guid":{"rendered":"http:\/\/haup.eu\/?p=414"},"modified":"2014-12-16T13:22:22","modified_gmt":"2014-12-16T11:22:22","slug":"wolfgang-f-hawly-15","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/haup.eu\/?p=414","title":{"rendered":"Wolfgang F. Hawly"},"content":{"rendered":"<p><strong>Schrecklich: So verschuldet ist die Eurozone\u00a0<\/strong><\/p>\n<div class=\"PHOTO_PANEL\"><a class=\"PHOTO_LINK\" title=\"Etliche L\u00e4nder der Euro-Zone stecken tief im Schuldensumpf.\" href=\"http:\/\/static.finanzen100.de\/foto\/2963_original.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"Etliche L\u00e4nder der Euro-Zone stecken tief im Schuldensumpf.\" src=\"http:\/\/static.finanzen100.de\/foto\/2963_460x999999.jpg\" alt=\"Etliche L\u00e4nder der Euro-Zone stecken tief im Schuldensumpf.\" \/><\/a><span class=\"PHOTO_SUBTITLE\">Etliche L\u00e4nder der Euro-Zone stecken tief im Schuldensumpf. (\u00a9Finanzen100.de)<\/span><\/div>\n<p class=\"TEASER\">Wie viele Beitr\u00e4ge sind in den Medien gelaufen \u00fcber die angeblich massiven Sparbem\u00fchungen in Italien, Frankreich und anderen L\u00e4ndern der Euro-Zone? Die Tatsache ist allerdings, dass die Schulden vieler L\u00e4nder nicht nur nominell, sondern auch im Verh\u00e4ltnis zum Bruttoinlandsprodukt auf neue Rekordwerte hochgeschossen sind. Nur die Aussicht auf noch aggressiveres Gelddrucken der EZB hat die Zinsen auf Rekordtiefs gedr\u00fcckt.<\/p>\n<div><\/div>\n<p align=\"JUSTIFY\">Heute ist EZB-Sitzung: Mario Draghi kann stolz auf sich sein. Die Zinsen in der Euro-Zone sind v\u00f6llig losgel\u00f6st von den Konjunkturdaten. So war die Zahl der Arbeitslosen in Frankreich im Oktober um 28.400 auf den Rekord von 3,46 Mio. gestiegen. Und was machen die Zinsen? Die f\u00fcr 10-j\u00e4hrige franz\u00f6sische Anleihen liegen mit einem Prozent in der N\u00e4he des Rekordtiefs. Wer hat nicht die fr\u00fcheren Aussagen des franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Francois Hollande in den Ohren, er h\u00e4tte mit seiner erfolgreichen Politik das Vertrauen der Investoren zur\u00fcckgewonnen, weswegen die Zinsen gefallen seien?<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Italien redet sich sch\u00f6ner als es ist<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die Nachrichten aus Italien sind genauso miserabel wie jene aus Frankreich. So war die Arbeitslosenquote in Italien im Oktober auf den Rekord von 13,2 Prozent geklettert, wobei der Wert f\u00fcr September von 12,6 Prozent auf 12,9 Prozent nach oben korrigiert worden war. Volkswirte waren f\u00fcr Oktober von 12,6 Prozent ausgegangen. Wieso die Lage am Arbeitsmarkt stabil bleiben oder sich sogar verbessern soll, angesichts der Tatsache, dass Italien schon wieder in der Rezession ist, bleibt allerdings das Geheimnis der Volkswirte. Und was sagt Ministerpr\u00e4sident Matteo Renzi zu den miserablen Zahlen? \u201eWir k\u00f6nnen die Probleme nicht kleinreden. Dennoch sollten wir das Glas nicht als halb leer ansehen.&#8220; Das Arbeitslosenheer d\u00fcrfte v\u00f6llig anderer Meinung sein. Zumal im dritten Quartal 70 Prozent der neuen Jobs auf befristeten Vertr\u00e4gen beruhten. Das interessiert den Anleihenmarkt aber schon l\u00e4ngst nicht mehr. Die Zinsen f\u00fcr 10-j\u00e4hrige Anleihen sind mit 2 Prozent auf neue Rekordtiefs gesunken.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Schuldensause l\u00e4uft auf vollen Touren<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Ebenso unsch\u00f6n wie am Arbeitsmarkt sieht es auch bei den Staatsfinanzen aus. So waren die Staatsschulden Italiens am Ende des 2. Quartals 2014 auf 2,17 Billionen Dollar nach oben geschossen. Das war ein Anstieg um 92 Mrd. Euro innerhalb von nur 12 Monaten. Italien hat damit sogar etwas mehr Schulden als Deutschland, obwohl die Wirtschaftsleistung Italiens deutlich weniger als 60 Prozent des Niveaus Deutschlands erreicht. Im Verh\u00e4ltnis zum Bruttoinlandsprodukt sind die Schulden Italiens von 128,3 Prozent auf 133,8 Prozent geklettert. Im gleichen Zeitraum sind die Schulden Frankreichs von 92,7 Prozent auf 95,2 Prozent gestiegen. Damit steht nun auch Frankreich mit mehr als zwei Billionen Euro in der Kreide. Anstatt endlich auf die Ausgabenbremse zu treten, wird die \u201eerfolgreiche&#8220; Politik weiter betrieben. Im laufenden Jahr soll das Haushaltsdefizit auf 4,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Im n\u00e4chsten Jahr soll der Wert nur auf 4,1 Prozent gedr\u00fcckt werden. Wer auf die Zahl auch nur einen Pfifferling gibt, sollte nicht vergessen, dass Frankreich urspr\u00fcnglich geplant hatte, den Wert im Jahr 2014 auf 3,6 Prozent zu dr\u00fccken.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Die EU-Kommission greift nicht ein<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Frankreich und Italien str\u00e4uben sich weiter energisch gegen Sparanstrengungen. Und was macht die EU-Kommission mit den Defizits\u00fcndern? Gar nichts. Die Kommission hat 7 der 18 Euro-Staaten aufgefordert, bei den Budgets f\u00fcr das kommende Jahr nachzubessern. Betroffen sind neben Italien und Frankreich auch Spanien, Malta, \u00d6sterreich, Belgien und Portugal. Die Schulden s\u00e4mtlicher Euro-L\u00e4nder waren Mitte 2014 auf 9,26 Billionen Euro geklettert. Das sind 92,7 Prozent der Wirtschaftsleistung. Tendenz: steigend. Wie tief die einzelnen L\u00e4nder im Schuldensumpf stecken, zeigt obige Tabelle. Da einzelne L\u00e4nder f\u00fcr die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal noch keine Daten nach der neuen Berechnungsmethode \u2013 wonach die Schattenwirtschaft, wie Drogenhandel und Prostitution das BIP steigert \u2013 geliefert haben, bezieht sich die Schuldenquote auf das erste Quartal 2014.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Konjunktur in der Euro-Zone am Rande der Stagnation<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Trotz des massiven Gelddruckens hat die EZB die Wirtschaft bislang nicht in Schwung gebracht. Und die EZB wird es auch k\u00fcnftig nicht schaffen. Warum jemand glaubt, dass man mit Geld drucken Probleme l\u00f6sen kann, ist mir unerkl\u00e4rlich. Im November war der Einkaufsmanagerindex f\u00fcr die Euro-Zone, den die englische Researchfirma Markit ver\u00f6ffentlicht, von 52,1 Punkte auf nur mehr 51,1 Punkte gesunken. Das ist das niedrigste Niveau seit 16 Monaten. Der Index liegt damit nur noch knapp oberhalb er 50er-Marke, die die Grenze zwischen Wachstum und Schrumpfen ist. Besorgniserregend ist zudem, dass die Auftragseing\u00e4nge gesunken sind.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die Staatsschuldensause in der Euro-Zone wird weitergehen. Der Anleihenmarkt zeigt die gef\u00e4hrliche Entwicklung nicht an, weil die Investoren die Anleihen kaufen in der Hoffnung, dass die EZB schon bald beginnen wird, Staatsanleihen zu kaufen. Wie lange das Spiel noch weitergehen wird, kann niemand sagen. Wenn das Spiel allerdings irgendwann endet, weil die Investoren das Vertrauen in die EZB verlieren, wird es ein unsch\u00f6nes Ende geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schrecklich: So verschuldet ist die Eurozone\u00a0 Etliche L\u00e4nder der Euro-Zone stecken tief im Schuldensumpf. 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