{"id":352,"date":"2014-11-18T17:43:33","date_gmt":"2014-11-18T15:43:33","guid":{"rendered":"http:\/\/haup.eu\/?p=352"},"modified":"2014-12-16T13:24:18","modified_gmt":"2014-12-16T11:24:18","slug":"hawly-wolfgang-6","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/haup.eu\/?p=352","title":{"rendered":"Hawly Wolfgang"},"content":{"rendered":"<p><strong>Deutschland auf dem Weg zum Billiglohn-Land<\/strong><\/p>\n<div class=\"leadIn\">\n<p>Arbeit ist in Deutschland nicht billig &#8211; aber im EU-Vergleich wird sie immer g\u00fcnstiger. Vor allem Dienstleistungsberufe sind hierzulande mies bezahlt. Das hat Folgen f\u00fcr die ganze Volkswirtschaft.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<p>28,70 Euro \u2013 diese Zahl zeigt, wie es um den deutschen Arbeitsmarkt steht. 28,70 Euro kostete im vergangenen Jahr eine Arbeitsstunde im privaten Dienstleistungssektor. Damit liegt Deutschland nur minimal \u00fcber dem Euroraum-Durchschnitt von 28 Euro pro Stunde. Das ist das Ergebnis einer\u00a0<a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/2728_51868.htm\" target=\"_blank\">neuen Studie des gewerkschaftsnahen Instituts f\u00fcr Makro\u00f6konomie und Konjunkturforschung<\/a>\u00a0(IMK).<\/p>\n<p><strong>Die Untersuchung zeigt:\u00a0<\/strong>Dienstleistungsberufe werden in Deutschland langsam aber sicher zu\u00a0<strong>Billigjobs<\/strong>. Denn nicht nur das aktuelle Niveau ist moderat, die Arbeitskosten steigen auch kaum. 2013 legten sie nur um 0,3 Prozent zu. Das ist weniger als der ohnehin schwache Durchschnitt im Euroraum (0,7 Prozent) und der EU (ein Prozent).<\/p>\n<p>Und das, obwohl sich die deutsche Wirtschaft seit Jahren viel\u00a0<a title=\"st\u00e4rker entwickelt als die der meisten anderen europ\u00e4ischen L\u00e4nder\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/konjunktur\/wirtschaftsflaute-duestere-prognose-fuer-die-euro-zone-bis-2016_id_4247626.html\">st\u00e4rker entwickelt als die der meisten anderen europ\u00e4ischen L\u00e4nder<\/a>.<\/p>\n<h2><\/h2>\n<\/div>\n<div class=\"mediaBlock arto landscape clearfix\">\n<div id=\"imagefwid1\" class=\"image clearfix\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" title=\"Die Arbeitskosten setzen sich zusammen aus den Lohn- und Gehaltskosten sowie Lohnnebenkosten (bspw. Sozialabgaben)\" src=\"http:\/\/p5.focus.de\/img\/incoming\/origs4279697\/7887794392-w467-h571-o-q75-p5\/arbeitskosten-2.jpg\" alt=\"Billiglohn-Sektor, Billiglohn, Lohnst\u00fcckkosten, Arbeitskosten, Gustav Horn, IMK\" width=\"467\" height=\"571\" border=\"0\" \/><\/p>\n<div class=\"caption clearfix\"><span class=\"source\">IMK\u00a0<\/span><span class=\"caption\">Die Arbeitskosten setzen sich zusammen aus den Lohn- und Gehaltskosten sowie Lohnnebenkosten (bspw. Sozialabgaben)<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<h2>Industrie zahlt gut<\/h2>\n<p>Etwas ausgeglichener ist die Lage, wenn man die Arbeitskosten \u00fcber alle Branchen hinweg betrachtet. Eine Arbeitsstunde in der Privatwirtschaft kostete 2013 in Deutschland laut IMK im Schnitt 31,30 Euro. Damit liegt die Bundesrepublik in Europa auf Rang acht.<\/p>\n<p>Besonders\u00a0<strong>gut bezahlt\u00a0<\/strong>sind in Deutschland vor allem Besch\u00e4ftigte in der Industrie. Im verarbeitenden Gewerbe liegen die Arbeitskosten mit 36,20 Euro pro Stunde weit \u00fcber dem EU-Durschnitt. H\u00f6her sind sie nur in Belgien (42,70 Euro), Schweden (42,20 Euro) und D\u00e4nemark (40,90 Euro).<\/p>\n<p>Im Euroraum werden im verarbeitenden Bewerbe im Schnitt 31,20 Euro je Arbeitsstunde f\u00e4llig; in der gesamten EU sind es 24,70 Euro.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"mediaBlock arto landscape clearfix\">\n<div id=\"imagefwid2\" class=\"image clearfix\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" title=\"Die Arbeitskosten setzen sich zusammen aus den Lohn- und Gehaltskosten sowie Lohnnebenkosten (bspw. Sozialabgaben)\" src=\"http:\/\/p5.focus.de\/img\/incoming\/origs4279694\/2190552296-w467-h566-o-q75-p5\/arbeitskosten-3.jpg\" alt=\"Billiglohn-Sektor, Billiglohn, Lohnst\u00fcckkosten, Arbeitskosten, Gustav Horn, IMK\" width=\"467\" height=\"566\" border=\"0\" \/><\/p>\n<div class=\"caption clearfix\"><span class=\"source\">IMK\u00a0<\/span><span class=\"caption\">Die Arbeitskosten setzen sich zusammen aus den Lohn- und Gehaltskosten sowie Lohnnebenkosten (bspw.\u00a0<a class=\"uc i\" title=\"Mehr zu Sozialabgaben\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/thema\/abgabenrechner\/\">Sozialabgaben<\/a>)<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<h2>Riesige Lohnl\u00fccke<\/h2>\n<p>Im Vergleich mit den Industriejobs springt das niedrige Lohnniveau im Dienstleistungssektor besonders ins Auge.<\/p>\n<p>Die Arbeitskosten im Dienstleistungsbereich &#8211; also etwa f\u00fcr Friseure, Sekret\u00e4rinnen oder bei Paketdiensten &#8211; liegen mittlerweile um 20 Prozent unter denen im verarbeitenden Gewerbe. In keinem anderen EU-Land ist die\u00a0<strong>Lohnl\u00fccke\u00a0<\/strong>gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund:<\/strong>Die Arbeitskosten f\u00fcr Dienstleistungen steigen seit Jahren viel langsamer als die der Industrie.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"mediaBlock arto landscape clearfix\">\n<div id=\"imagefwid3\" class=\"image clearfix\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" title=\"Die Arbeitskosten setzen sich zusammen aus den Lohn- und Gehaltskosten sowie Lohnnebenkosten (bspw. Sozialabgaben)\" src=\"http:\/\/p5.focus.de\/img\/incoming\/origs4279695\/6108763089-w467-h778-o-q75-p5\/arbeitskosten-4.jpg\" alt=\"Billiglohn-Sektor, Billiglohn, Lohnst\u00fcckkosten, Arbeitskosten, Gustav Horn, IMK\" width=\"467\" height=\"778\" border=\"0\" \/><\/p>\n<div class=\"caption clearfix\"><span class=\"source\">IMK\u00a0<\/span><span class=\"caption\">Die Arbeitskosten setzen sich zusammen aus den Lohn- und Gehaltskosten sowie Lohnnebenkosten (bspw. Sozialabgaben)<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<h2>Billiger produzieren<\/h2>\n<p>Neben den Arbeitskosten hat das IMK auch die\u00a0<strong>Lohnst\u00fcckkosten\u00a0<\/strong>untersucht. Sie setzen die Arbeitskosten ins Verh\u00e4ltnis zur Entwicklung der Produktivit\u00e4t.<\/p>\n<p>Auch hier zeigt sich Deutschland als \u00e4u\u00dfert sparsam: Zwischen 2000 und 2013 wuchsen die Lohnst\u00fcckkosten im Jahresmittel nur um 0,9 Prozent. Im Euroraum stiegen sie viel schneller, n\u00e4mlich mit 1,7 Prozent pro Jahr.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Der moderate Zuwachs bei Arbeits- und Lohnst\u00fcckkosten hat eine positive und eine negative Folge.<\/p>\n<p><strong>Positiv:\u00a0<\/strong>Die deutsche Wirtschaft wird international wettbewerbsf\u00e4higer, weil sie g\u00fcnstiger produzieren kann. Das sichert Arbeitspl\u00e4tze.<\/p>\n<p><strong>Negativ:\u00a0<\/strong>Die deutschen Arbeitnehmer m\u00fcssen sich mit schmalen Lohnzuw\u00e4chsen begn\u00fcgen.<\/p>\n<p>F\u00fcr IMK-Chef\u00f6konom und\u00a0<a title=\"FOCUS-Online-Experte Gustav Horn\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/experten\/horn\/gefaehrliches-sparen-warum-die-schuldengrenze-der-wirtschaft-schadet_id_4275167.html\">FOCUS-Online-Experte Gustav Horn<\/a>ist die Sache klar: Seiner Ansicht nach ist dauerhaftes Wirtschaftswachstum nur gesichert, wenn die L\u00f6hne steigen und damit die Binnennachfrage angekurbelt wird. \u201eDas unterstreicht einmal mehr, wie falsch es ist, sich einseitig auf m\u00f6glichst niedrige Arbeitskosten zu fixieren\u201c, sagt Horn.<\/p>\n<p>Viele andere \u00d6konomen\u00a0<a title=\"sehen das allerdings anders\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/konjunktur\/spitzenoekonomen-warnen-so-verspielt-deutschland-seine-wirtschaftskraft_id_4195191.html\">sehen das allerdings anders<\/a>. F\u00fcr sie z\u00e4hlt vor allem die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p>Quelle: Focus Online<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland auf dem Weg zum Billiglohn-Land Arbeit ist in Deutschland nicht billig &#8211; aber im EU-Vergleich wird sie immer g\u00fcnstiger. Vor allem Dienstleistungsberufe sind hierzulande mies bezahlt. 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