{"id":331,"date":"2014-11-15T16:24:08","date_gmt":"2014-11-15T14:24:08","guid":{"rendered":"http:\/\/haup.eu\/?p=331"},"modified":"2014-12-16T13:24:47","modified_gmt":"2014-12-16T11:24:47","slug":"wolfgang-hawly-26","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/haup.eu\/?p=331","title":{"rendered":"Wolfgang Hawly"},"content":{"rendered":"<p><strong><span class=\"overhead\">Kalte Enteignung\u00a0<\/span>80 Prozent Kaufkraftverlust: Wie sich das Geld der Deutschen langsam aufl\u00f6st<\/strong><\/p>\n<div class=\"leadIn\">Die Deutschen werden durch die Politik der EZB kalt enteignet. Doch das ist alles erst der Anfang. Was auf Sparer und Verbraucher zukommt\u00a0 &#8211; und wie sich gegensteuern l\u00e4sst.<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<p>&#8222;Ja, mach nur einen Plan, sei nur ein gro\u00dfes Licht &#8211; und mach dann noch &#8217;nen zweiten Plan, geh&#8217;n tun sie beide nicht\u201c, lie\u00df Bertolt Brecht den Bettlerk\u00f6nig Peachum in der \u201eDreigroschenoper\u201c singen. Das Trauerspiel um den Euro erinnert frappant an Brechts \u201eLied von der Unzul\u00e4nglichkeit menschlichen Strebens\u201c.<\/p>\n<p><span class=\"kka_p\">Der oberste W\u00e4hrungsh\u00fcter, Ex-Goldman-Sachs-Banker Mario Draghi, ehemaliger Pr\u00e4sident der italienischen Notenbank und heutiger Chef der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB), hat einen solchen Plan &#8211; und der besteht darin, den Euro zu retten, \u201ewas immer daf\u00fcr auch n\u00f6tig ist\u201c.<\/span><\/p>\n<p>Daf\u00fcr opfert er ohne jegliche Skrupel das Verm\u00f6gen der Deutschen. Die Politiker, darunter auch Bundeskanzlerin\u00a0<a class=\"uc i\" title=\"Mehr zu Angela Merkel\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/personen\/angela-merkel\/\">Angela Merkel<\/a>, lassen ihn gew\u00e4hren, ja, best\u00e4tigen ihn geradezu. Merkels Satz \u201eScheitert der Euro, scheitert Europa\u201c, den sie wie ein Mantra monatelang in der \u00d6ffentlichkeit verbreitete, ist bis heute nicht vergessen.<\/p>\n<h2><strong>Fatale Gebetsm\u00fchle<\/strong><\/h2>\n<p>\u201eEine zuverl\u00e4ssige Methode, Menschen dazu zu bringen, falsche Aussagen zu glauben, ist h\u00e4ufiges Wiederholen, weil Vertrautheit sich nicht leicht von Wahrheit unterscheiden l\u00e4sst\u201c, entr\u00e4tselt der israelisch-amerikanische Psychologe und Nobelpreistr\u00e4ger Daniel Kahneman Merkels Mantra-Methode.<\/p>\n<p>Dabei \u201emuss, wer A sagt, nicht B sagen\u201c, um bei Brecht zu bleiben. Denn \u201eer kann auch erkennen, dass A falsch war\u201c. Davon ist jedoch momentan nichts zu sp\u00fcren.<\/p>\n<h2>Schleichender Verm\u00f6gensverlust<\/h2>\n<p>Dass A falsch war, erkennen Anleger, Sparer, Arbeitnehmer und Versicherte auf schmerzhafte Weise: Ihr Verm\u00f6gen oder das Entgelt f\u00fcr ihre Leistung nimmt ab. Die offizielle Inflation ist hierzulande mit 0,8 Prozent zwar niedrig, die Zinsen auf\u00a0<a class=\"uc i\" title=\"Mehr zu Tagesgeld\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/thema\/tagesgeld\/\">Tagesgeld<\/a>\u00a0sind jedoch noch niedriger. Daf\u00fcr bekommen Sparer im Schnitt 0,5 Prozent, auf Sparb\u00fccher noch weit weniger.<\/p>\n<p>Die Folge: Das Verm\u00f6gen zerrinnt zwischen den Fingern. Bislang kostete die Niedrigzinspolitik deutsche Sparer 23 Milliarden Euro, so der \u201eGlobal Wealth Report\u201c der\u00a0<a class=\"f100_link\" title=\"Aktie: Allianz, WKN 840400\" href=\"http:\/\/www.finanzen100.de\/aktien\/allianz-wkn-840400_H109080663_83219\/\" target=\"_blank\">Allianz<span class=\"chartIcon\">\u00a0<\/span><\/a>&#8211; und jedes Jahr kommen 15 Milliarden dazu, hat Walter Kr\u00e4mer, Professor f\u00fcr Wirtschafts- und Sozialstatistik an der TU Dortmund, ausgerechnet. \u201eDamit k\u00f6nnte man Stuttgart 21 dreimal bauen\u201c, sp\u00f6ttelt er. Sparer werden jetzt schon teilenteignet durch negative Realzinsen &#8211; und die \u201esind eine direkte Folge der Euro-Krise\u201c, so Kr\u00e4mer.<\/p>\n<p><strong>Video-Rundgang: So pomp\u00f6s ist der neue Doppelturm der EZB<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"mediaBlock arto landscape clearfix\">\n<div id=\"videofwid2\" class=\"video clearfix\">\n<div id=\"playerswffwid2\" class=\"video\"><a class=\"_vid_\" title=\"Koloss aus Stahl und Glas: So pomp\u00f6s ist der neue Doppelturm der Europ\u00e4ischen Zentralbank\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/immobilien\/videos\/koloss-aus-stahl-und-glas-so-pompoes-ist-der-neue-doppelturm-der-ezb_id_4216012.html\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" title=\"Koloss aus Stahl und Glas: So pomp\u00f6s ist der neue Doppelturm der EZB\" src=\"http:\/\/p5.focus.de\/img\/fotos\/crop4216011\/3118895574-cv16_9-w467-h263-oc-q75-p5\/61545279-854x480-1-poster.jpg\" alt=\"\" width=\"467\" height=\"263\" border=\"0\" \/><\/a><\/div>\n<div class=\"caption clearfix\"><span class=\"source\">FOCUS Online\/Wochit<\/span><span class=\"caption\">Koloss aus Stahl und Glas: So pomp\u00f6s ist der neue Doppelturm der EZB<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<h2>80 Prozent Kaufkraftverlust in 40 Jahren &#8211; mindestens<\/h2>\n<p>Fairerweise ist zu sagen, dass es selbst der Deutschen Bundesbank nicht immer gelang, sich erfolgreich gegen diesen Trend zu stemmen, auch nicht, als sie noch ausschlie\u00dflich f\u00fcr die Geldwertstabilit\u00e4t verantwortlich zeichnete. Der Kaufkraftverlust hielt sich jedoch im Rahmen.<\/p>\n<p>In den vergangenen vier Jahrzehnten verloren die D-Mark und anschlie\u00dfend der Euro \u201enur\u201c etwas mehr als 60 Prozent an Wert, ein Dollar ist hingegen heute lediglich 20 Cent wert. Das wahre Ausma\u00df des Kaufkraftverlusts d\u00fcrfte indes noch viel gr\u00f6\u00dfer sein, als es die offiziellen Statistiken suggerieren. Denn, so Uwe Bergold von GR Asset Management: &#8222;Die Notenbanken justieren die Statistiken.\u201c<\/p>\n<p>Damit soll verschleiert werden, dass die Inflation noch weit schlimmer an der Kaufkraft nagt als gedacht.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"mediaBlock arto landscape clearfix\">\n<div id=\"imagefwid3\" class=\"image clearfix\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/p5.focus.de\/img\/fotos\/origs4268539\/9338306970-w467-h428-o-q75-p5\/kaufkraftverluste-money.jpg\" alt=\"Deutsche Bundesbank, Peachum, EZB, Verm\u00f6gen, Inflation, Tagesgeld, Kaufkraft, Geldwertstabilit\u00e4t, Mario Draghi, Angela Merkel\" width=\"467\" height=\"428\" border=\"0\" \/><\/p>\n<div class=\"caption clearfix\"><span class=\"source\">Thomson Reuters Datastream<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<p>Der amerikanische Ex-Unternehmensberater John Williams und Betreiber des<a class=\"uc playbtn\" title=\"Mehr zu Internet\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/digital\/videos\/60-sekunden-im-internet-spektakulaere-fakten-zu-einer-minute-im-netz_vid_41061.html?ucil=Video_Internet\">Internet<\/a>-Portals Shadowstats hat die kreative Buchf\u00fchrung der Statistikbeh\u00f6rde korrigiert und kommt auf ganz andere Werte: Statt aktuell 1,7 Prozent sind es Williams zufolge mehr als f\u00fcnf Prozent, r\u00fcckgerechnet auf die 90er-Jahre, und sogar ann\u00e4hernd zehn Prozent, r\u00fcckgerechnet auf die 80er-Jahre. Hierzulande ermittelt die Unicredit die \u201egef\u00fchlte Inflation\u201c, die beispielsweise f\u00fcr das vergangene Jahr auf 2,2 Prozent Preissteigerung kommt statt der offiziellen 1,5 Prozent.<\/p>\n<h2>Nur noch drei bis f\u00fcnf Jahre bis zum Kollaps<\/h2>\n<p><span class=\"kka_p\">Momentan ist sie allerdings deutlich niedriger &#8211; trotz Draghis Ank\u00fcndigung, die geldpolitische Bazooka auszupacken. Bislang ist es beim Reden geblieben. Die Bilanzsumme der EZB ist sogar von mehr als drei Billionen Euro Anfang 2013 auf jetzt zwei Billionen gesunken. Das soll sich sp\u00e4testens Anfang 2015 \u00e4ndern. Ob das allerdings viel hilft?<\/span><\/p>\n<p>Zuerst werden die Asset-Preise nach oben getrieben, das hei\u00dft, die Aktienkurse steigen, und der eh schon angeheizte Immobilienboom setzt sich fort. Erst dann kommt das Geld auch in der Realwirtschaft an. Generell gelte, so Kr\u00e4mer, dass jede Erh\u00f6hung der Geldmenge einen Anreiz zur Preiserh\u00f6hung biete &#8211; \u201eund dieser Anreiz setzt sich langfristig auch in h\u00f6heren Preisen durch\u201c.<\/p>\n<div id=\"plista_widget_innerArticle\" class=\"plista_widget_innerArticle\">\n<div class=\"plistaList\"><a class=\"plista_widget_innerArticle_link_7f715f8a41433 plista_widget_innerArticle_item itemLinkPET\" title=\"REACH A HIGHER LEVEL. MIT DEM NEUEN EIZO CS240.\" href=\"http:\/\/click.plista.com\/pets\/?friendid=202006805&amp;frienddomainid=13725&amp;widgetid=19485&amp;itemid=199534332&amp;campaignid=23079&amp;bucketid=164&amp;rh=546760f64b0281.46833334&amp;lh=546760f64b0595.65955303&amp;bv=_0_hVQJjtwgEPxOLCHU9zGf4SN5fArs2SMbKeORunAVBbTpHmM4V3mPGO0irmMPedCFaLz4RFlyGV7zkKjKAVqohCzGkKH48RhWBYFVlw8eLtwwMw4K5rQxol1j8CaFhCiKfAzWlB1SVQaMp5WEye8H6KTJU2QyAXA7RjTn_MXXi2-JQYu12PUR8w-xXC95NB9qz1tNP9R6vfTRFNTKOLkdMc0E89ZdQCWcUQ9pXzg58zqfV_J13gtCNw3u78fEE1O_2jNSmvHYy1dyn6cJ_DPT65P06-UPnfu4pektj4vatyWEAn9_k3sjG76X0CSNf5GvQqJD0venupE-upPPz8M2Pp9Gxj6sCKl9bOUvIdOtTPqP5VDpTmq7WGYst1J34CXuJspXTusVGm6XT6nFiUtoe8C-2jDRZuNyG5smcKxAGUgAuqwwd9oYJtxZB8pS8j2PeRlZZ146I1eTZgFqrAoiA8RGwCvy18tSy4AysInk3hA0LrsFcBSkTb4hFKHwSAyslqceD7OljbVlXylfzCZ2QxHWA3WdKoqDx8DFJUIUGGTt4mrbNZlVSD5qDLUaladmEwmPC-ldG3q_oTF_QDqCgWwSH3s0jQup3kYwZ0UnSCzigeUYlc74ch6xyWxUOqGpwKV6yJnHd8h70FIo-HGq7PQfRNm9YG-cGxm5425SBkx0GFSe6RDGnvBWRFIJbYeGeqmwt5ETuk39AQ&amp;tend=1416089974&amp;crc=fe0669b47f2b179cc20b93ec047ffe2a\" target=\"_blank\"><br \/>\n<\/a><\/div>\n<\/div>\n<p>Das hat auch der amerikanische Banker und Portfolio-Manager James Rickards erkannt und in seinem Bestseller \u201eDie Geldapokalypse &#8211; der Kollaps des internationalen Geldsystems\u201c detailliert beschrieben. Er gibt dem internationalen Finanzsystem nur noch drei bis f\u00fcnf Jahre, bis es zusammenbricht.<\/p>\n<div class=\"textBlock\">\n<p>Verl\u00e4sslicher als Verbraucherpreisindizes ist ein Vergleich des Papiergelds mit\u00a0<a class=\"uc i\" title=\"Mehr zu Gold\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/thema\/gold\/\">Gold<\/a>. Eine W\u00e4hrung, die mit\u00a0<a class=\"uc playbtn i\" title=\"Mehr zu Gold\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/videos\/investieren-oder-nicht-die-wahrheit-ueber-gold_id_3661845.html?ucil=Video_Gold\">Gold<\/a>\u00a0hinterlegt ist, wie bis 1973 der Fall, verliert kaum an Kaufkraft. 1971 k\u00fcndigte der amerikanische Pr\u00e4sident Richard Nixon jedoch den Goldstandard auf, zwei Jahre sp\u00e4ter wurden die\u00a0<a class=\"uc i\" title=\"Mehr zu Wechselkurse\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/thema\/waehrungsrechner\/\">Wechselkurse<\/a>\u00a0freigegeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dann passierte Folgendes:<\/strong>Der Dollar verlor gegen\u00fcber Gold dramatisch an Wert. Gab es damals f\u00fcr 35 Dollar noch eine Feinunze (31,1 Gramm), so bekommt ein K\u00e4ufer heute weniger als ein Gramm. Dieser Wertverfall hat sich in den vergangenen 15 Jahren sogar beschleunigt, wie Bergold rekapituliert.<\/p>\n<p>\u201eAktuell bekommen Anleger f\u00fcr 20 Euro nur noch 0,6 Gramm Gold, das hei\u00dft, in den vergangenen 15 Jahren haben sie 75 Prozent an Kaufkraft verloren\u201c, so der Experte. Gold sei ein besserer Inflationsindikator als jeder Konsumentenpreisindex, habe selbst der ehemalige US-Notenbank-Chef Alan Greenspan einger\u00e4umt.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"mediaBlock arto landscape clearfix\">\n<div id=\"imagefwid1\" class=\"image clearfix\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/p5.focus.de\/img\/fotos\/origs4270844\/2559186128-w467-h262-o-q75-p5\/goldchart-money.jpg\" alt=\"Deutsche Bundesbank, Peachum, EZB, Verm\u00f6gen, Inflation, Tagesgeld, Kaufkraft, Geldwertstabilit\u00e4t, Mario Draghi, Angela Merkel\" width=\"467\" height=\"262\" border=\"0\" \/><\/p>\n<div class=\"caption clearfix\"><span class=\"source\">Thompson Reuters Datastream<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Muss Deutschland f\u00fcr die Schuldenstaaten zahlen?<\/h2>\n<p>Das Finanzverm\u00f6gen der Deutschen ist Kr\u00e4mer zufolge nicht nur von der Inflation bedroht: \u201eDer zweite Angriff ist der potenzielle und durch den Bundestagsbeschluss (am 29. Juni 2012 stimmten die Abgeordneten \u00fcber den Euro-Rettungsschirm ESM ab) wahrscheinlicher gewordene Wertverfall desjenigen Teils des deutschen Auslandsverm\u00f6gens, der direkt oder indirekt aus nicht einklagbaren Forderungen der Bundesbank entsteht.\u201c<\/p>\n<p>Wie bei der Inflation finde hier die Enteignung auf eher kaltem Weg statt. Sollten die Forderungen der Bundesbank gegen L\u00e4nder wie<a class=\"uc i\" title=\"Mehr zu Griechenland\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/orte\/griechenland\/\">Griechenland<\/a>, Italien, Portugal, Spanien und<a class=\"uc i\" title=\"Mehr zu Zypern\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/orte\/zypern\/\">Zypern<\/a>uneinbringlich sein, l\u00f6st sich ein Milliardenverm\u00f6gen in Luft auf &#8211; und die Wahrscheinlichkeit ist hoch.<\/p>\n<h2>Astronomisch hohe Schulden<\/h2>\n<p>Griechenlands Staatsschulden beispielsweise haben 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreicht. Italien steht mit 2,2 Billionen Euro in der Kreide, was 140 Prozent des BIP entspricht. Sie agieren nach dem Ponzi-Prinzip und zahlen alte Schulden mit neuen zur\u00fcck. Da braucht es schon ganz viel Optimismus, um sich vorzustellen, dass die Gl\u00e4ubiger ihr Geld jemals wiedersehen.<\/p>\n<p>Der dritte Angriff dagegen ist das Haftungsrisiko, das die Bundesregierung in unserem Namen eingegangen ist. Das Ifo-Institut aktualisiert die st\u00e4ndig steigenden Haftungssummen und kommt auf ein Potenzial von mehr als 500 Milliarden Euro, wovon ein Teil bereits als Nothilfen ausgezahlt wurde.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"mediaBlock arto landscape clearfix\">\n<div id=\"imagefwid2\" class=\"image clearfix\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/p5.focus.de\/img\/fotos\/origs4270924\/625019948-w467-h252-o-q75-p5\/goldab2004-money.jpg\" alt=\"Deutsche Bundesbank, Peachum, EZB, Verm\u00f6gen, Inflation, Tagesgeld, Kaufkraft, Geldwertstabilit\u00e4t, Mario Draghi, Angela Merkel\" width=\"467\" height=\"252\" border=\"0\" \/><\/p>\n<div class=\"caption clearfix\"><span class=\"source\">Thompson Reuters Datastream<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<h2>Die Deutschen profitieren nicht vom Euro<\/h2>\n<p>Die Bef\u00fcrworter des Euro-Rettungsschirms sind auch heute noch davon \u00fcberzeugt, dass die Deutschen die \u201eNettogewinner\u201c des Euro sind. Finanzprofi Kr\u00e4mer ist da allerdings ganz anderer Meinung, denn \u201ereal gesehen, bringen die deutschen Exporte immer weniger Ertrag\u201c. Dazu verweist er auf ein Beispiel: \u201e1995 konnte man f\u00fcr den Listenpreis eines<a class=\"f100_link\" title=\"Aktie: Volkswagen Vz., WKN 766403\" href=\"http:\/\/www.finanzen100.de\/aktien\/volkswagen-vz-wkn-766403_H801726886_83057\/\" target=\"_blank\">VW<span class=\"chartIcon\">\u00a0<\/span><\/a>Golf noch 33 Wochen in einem griechischen 3-Sterne-Hotel<a class=\"uc\" title=\"Mehr zu Urlaub\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/thema\/urlaub\/\">Urlaub<\/a>machen, im Jahr 2000 reichte der Erl\u00f6s noch f\u00fcr 30 Wochen, 2005 noch f\u00fcr 25 Wochen, und 2010 war bereits nach 23 Wochen Schluss.\u201c Das entspreche einem Wertverlust in griechischen Urlaubseinheiten von einem Drittel.<\/p>\n<p>Die Einsch\u00e4tzung, dass die Deutschen \u201eam Ende den Euro st\u00fctzen und zahlen, weil das Land so viel vom Euro profitiert hat\u201c, sieht er als \u201ekompletten Unsinn\u201c an. Tats\u00e4chlich ist es doch so, dass die Reall\u00f6hne hierzulande schon seit Jahren stagnieren und der deutsche Einzelhandel den G\u00fcrtel enger schnallen muss.<\/p>\n<p>Seit 2000 setzt der Handel real keinen Euro mehr um, was letztlich auch verst\u00e4ndlich ist, da die Verbraucher ebenfalls nicht mehr im Geldbeutel haben. \u201eSeitdem es den Euro gibt, sind viele Menschen in Europa reicher geworden, die meisten aber nicht in Deutschland, sondern anderswo\u201c, so Kr\u00e4mers Res\u00fcmee.<\/p>\n<p>Neben den Reall\u00f6hnen und Einzelhandelsums\u00e4tzen stagnieren auch die Investitionen in Deutschland seit Langem, denn \u201edie Deutschen investierten zwar, aber nicht im eigenen Land\u201c, bedauert der Finanzstatistiker.<\/p>\n<p>Banken und Versicherungen, denen die Deutschen ihr Geld anvertrauen, legten die Kundengelder vorzugsweise au\u00dferhalb Deutschlands an. In Spanien, Italien und Portugal entstanden Urlaubskomplexe und neue Stra\u00dfen, hierzulande verfallen Br\u00fccken und Tunnel. Erst seit der Finanzkrise kehrt sich das Verh\u00e4ltnis um.<\/p>\n<h2>L\u00f6sungen f\u00fcr die \u201eKalte Enteignung&#8220;<\/h2>\n<p>Kr\u00e4mer hat in seinem Buch \u201eKalte Enteignung &#8211; wie die Euro-Rettung uns um Wohlstand und Renten bringt\u201c zwar die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Entwicklung geliefert, aber keine L\u00f6sung.<\/p>\n<p>Die kommt hingegen vom Fondsmanager und Goldexperten Bergold. Es gehe doch darum, herauszufinden, \u201emit welchen Anlageklassen ich zumindest den Kapitalerhalt schaffe\u201c, so seine Forderung. \u201eIn den ersten 30 Jahren von 1969 bis 1999 habe ich f\u00fcnf Prozent Rendite gebraucht, um den Kaufkraftverlust auszugleichen, seit der Euro-Einf\u00fchrung (im Jahr 1999) sind es zehn Prozent pro Jahr.\u201c<\/p>\n<p>Das ist mit dem\u00a0<a class=\"f100_link\" title=\"Aktie: DAX, WKN 846900\" href=\"http:\/\/www.finanzen100.de\/index\/dax_H877766596_20735\/\" target=\"_blank\">Dax<span class=\"chartIcon\">\u00a0<\/span><\/a>nicht zu schaffen, denn der legte in den vergangenen knapp 14 Jahren einschlie\u00dflich Dividenden nur um ein Drittel zu. Daraus errechnet sich eine j\u00e4hrliche Rendite von gerade einmal 2,1 Prozent. \u201eIn Gold bewertet, liegt der Dax aktuell etwa 75 Prozent im Minus\u201c, urteilt Bergold. Gold generierte seiner Kalkulation zufolge eine j\u00e4hrliche Rendite von mehr als zehn Prozent &#8211; und neutralisierte den Wertverlust des Euro.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<h2>Gold plus Aktien als Gegenmittel<\/h2>\n<p>Anleger, die den regressiven Verfall der Kaufkraft kompensieren wollen, m\u00fcssen umdenken: Anleihen,<a class=\"uc\" title=\"Mehr zu Tagesgeld\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/thema\/tagesgeld\/\">Tagesgeld<\/a>\u00a0oder gar Sparb\u00fccher sind ungeeignet. Anleihen deswegen, weil sie kaum noch Zinsen abwerfen und ihr Ausfallrisiko w\u00e4chst. Immobilien? Draghi schafft es, auch den \u201edeutschen Bauboom kaputtzumachen\u201c, f\u00fcrchtet Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. In guten Lagen ist der Preispoker bereits ausgereizt. Ganz abgesehen davon, dass Anleger damit ein Klumpenrisiko eingehen.<\/p>\n<p>Bleiben noch Gold und Aktien. Warum nicht beides mischen? FOCUS-MONEY hat durchgerechnet, wie ein solcher Mix im Verh\u00e4ltnis 50 : 50 sich binnen 40 Jahren entwickelt h\u00e4tte. Um es kurz zu sagen, er h\u00e4tte sich versechzehnfacht, oder, anders ausgedr\u00fcckt, aus hundert Euro, respektive 195,58 DM, w\u00e4ren von 1974 bis 2014 mehr als 1.600 Euro (3.129,33 DM) geworden.<\/p>\n<p>Da der Dax erst 1988 eingef\u00fchrt wurde, hat FOCUS-MONEY den<a class=\"f100_link\" title=\"Aktie: S&amp;P 500, WKN A0AET0\" href=\"http:\/\/www.finanzen100.de\/index\/s-p-500_H348935111_4359526\/\" target=\"_blank\">S&amp;P-500<span class=\"chartIcon\">\u00a0<\/span><\/a>genommen. Der US-Index weist f\u00fcr diesen Zeitraum ein Plus von 3.800 Prozentpunkten aus, Gold von mehr als 1000. Nat\u00fcrlich haben die Notierungen von Aktien und Gold in der Zwischenzeit teilweise heftig geschwankt, der Gold-Aktien-Investmentansatz h\u00e4tte jedoch in allen Phasen funktioniert.<\/p>\n<p>In jeder Dekade seit 1974 haben die Anleger die Inflation locker geschlagen. Lediglich von 1984 bis 1994 fiel das Plus etwas bescheidener aus. Einen entsprechenden Mix k\u00f6nnen Anleger selbst zusammenstellen &#8211; mit Indexfonds auf den S&amp;P-500 und Gold oder internationalen Aktienfonds.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"navigation\">\n<div class=\"buttons clearfix navButtons\">Quelle: Focus Money<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kalte Enteignung\u00a080 Prozent Kaufkraftverlust: Wie sich das Geld der Deutschen langsam aufl\u00f6st Die Deutschen werden durch die Politik der EZB kalt enteignet. Doch das ist alles erst der Anfang. 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