{"id":220,"date":"2014-10-28T00:47:13","date_gmt":"2014-10-27T22:47:13","guid":{"rendered":"http:\/\/haup.eu\/?p=220"},"modified":"2014-12-16T13:16:06","modified_gmt":"2014-12-16T11:16:06","slug":"wolfgang-hawly-5","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/haup.eu\/?p=220","title":{"rendered":"Wolfgang Hawly"},"content":{"rendered":"<p><strong><span class=\"overhead\">Zombie-Banken wandeln weiter.\u00a0<\/span>Was nach dem Stresstest auf deutsche Steuerzahler zukommt !<\/strong><\/p>\n<div class=\"leadIn\">Der gro\u00dfe Banken-Stresstest der EZB hat gekl\u00e4rt, welche Institute nicht mehr lebensf\u00e4hig sind. Doch Politiker und Zentralbanker basteln schon heimlich an neuen teuren Rettungspl\u00e4nen. Die Zeche zahlt der Steuerzahler.<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<p><span class=\"kka_p\">An diesem Sonntag hat die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) ihre Macht demonstriert: Sie ver\u00f6ffentlichte die Ergebnisse des\u00a0<\/span><a title=\"Banken-Stresstests\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/wirtschaftsticker\/devisen-euro-gewinnt-nach-banken-stresstest_id_4229011.html\">Banken-Stresstests<\/a>&#8211; einer Art R\u00f6ntgenaufnahme des europ\u00e4ischen Finanzsystems. Der Stresstest pr\u00fcft, wie die Institute auf wirtschaftliche Ersch\u00fctterungen reagieren w\u00fcrden.<\/p>\n<p><span class=\"kka_p\">Die Diagnose fiel wenig schmeichelhaft aus: Unter den 130 gr\u00f6\u00dften Euro-Banken erf\u00fcllten 25 nicht die geforderten Kriterien der EZB. Die Branche spricht von \u201e<\/span><strong>Zombie-Banken<\/strong>\u201c: nicht mehr lebensf\u00e4hig, aber noch nicht unter der Erde.<\/p>\n<p><span class=\"kka_p\">EZB-Chef Mario Draghi k\u00f6nnte ab 4. November 2014 die Existenz dieser Banken beenden. Denn dann geht die Bankenaufsicht auf sein Institut \u00fcber.<\/span><\/p>\n<h2>Todgeweihte Kreditinstitute<\/h2>\n<p>Nach FOCUS-Recherchen spricht jedoch einiges daf\u00fcr, dass viele dieser Banken-Zombies \u00fcberleben: Eine Koalition aus Zentralbankern und Politikern t\u00fcftelt insgeheim l\u00e4ngst an Pl\u00e4nen, auch todgeweihte Kreditinstitute noch einmal fit zu spritzen.<\/p>\n<p>Und das, obwohl die Euro-Zone am 1. Januar 2016 mit dem Aufl\u00f6sungsgremium \u201eResolution Board\u201c erstmals eine Art\u00a0<strong>Beerdigungsinstitut\u00a0<\/strong>f\u00fcr nicht \u00fcberlebensf\u00e4hige Banken startet. Sie sollen so abgewickelt werden, dass die privaten Eigent\u00fcmer daf\u00fcr haften &#8211; und nicht mehr die Steuerzahler.<\/p>\n<p>Kaum jemand wirbt f\u00fcr diese Idee so wie Bundesbank-Pr\u00e4sident Jens Weidmann. \u201eWer den Nutzen hat\u201c, predigt er unerm\u00fcdlich, der solle auch den Schaden tragen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<h2>\u201eHermann the German will pay&#8220;<\/h2>\n<p><span class=\"kka_p\">Kritiker wie der FDP-Euro-Rebell Frank Sch\u00e4ffler rechnen allerdings damit, dass die EZB auch klinisch tote Banken weiter am Leben h\u00e4lt. Die Kosten daf\u00fcr w\u00fcrden vor allem die Steuerzahler aus Deutschland tragen &#8211; obwohl von den 24 gepr\u00fcften deutschen Banken nur eine einzige durch den Stresstest gefallen ist, die\u00a0<\/span><a title=\"M\u00fcnchener Hypothekenbank\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/banken\/zu-wenig-kapital-diese-deutsche-bank-faellt-beim-ezb-stresstest-durch_id_4228154.html\">M\u00fcnchener Hypothekenbank<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Euro-Banker juxen bereits: \u201eHermann the German will pay the bill\u201c &#8211; Hermann der Deutsche wird die Rechnung bezahlen.<\/strong><\/p>\n<p>Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret, dort zust\u00e4ndig f\u00fcr die Bankenaufsicht, betont vor allem die positiven Seiten des Stresstests. \u201eSchon jetzt steht fest, dass die \u00dcbung ein Erfolg ist, weil die europ\u00e4ischen Banken ihre Bilanzen mit rund 200 Milliarden Euro gest\u00e4rkt haben\u201c, lobt der Finanzexperte.<\/p>\n<p>Die Banken unternahmen tats\u00e4chlich ihr M\u00f6glichstes, um durch den Test zu kommen. Der Rating-Agentur Fitch zufolge sammelten die Institute europaweit allein im ersten Halbjahr 2014 rund 65 Milliarden Euro zus\u00e4tzliches Geld, um ihre Kapitalbasis zu st\u00e4rken.<\/p>\n<h2>Faule Kredite<\/h2>\n<p>Dennoch sind in der gesamten Euro-Zone\u00a0<a title=\"zahlreiche Institute durchgefallen\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/banken\/ezb-ergebnis-25-euro-banken-fallen-durch-den-stresstest_id_4227992.html\">zahlreiche Institute durchgefallen<\/a>. Die meisten Banken rasselten in Italien durch, insgesamt neun. F\u00fcnf davon haben\u00a0<strong>Kapitall\u00fccken\u00a0<\/strong>geschlossen. Noch nicht fit ist unter anderem die angeschlagene Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena.<\/p>\n<p>\u201eDie Banken mit den gr\u00f6\u00dften Risiken kommen aus den Schuldenstaaten\u201c, hie\u00df es schon vor dem Test bei Fitch. Ein wichtiger Grund daf\u00fcr seien die faulen Kredite in den Bilanzen. Mehr als zwei Drittel dieser maroden Darlehen, f\u00fcr die keine Vorsorge getroffen wurde, l\u00e4gen bei Instituten\u00a0<a class=\"uc i\" title=\"Mehr zu in Griechenland\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/orte\/griechenland\/\">in Griechenland<\/a>, Spanien, Italien und Irland.<\/p>\n<p>Um nur 60 Prozent davon abzusichern, br\u00e4uchten die Banken in Europa zus\u00e4tzliche 70 Milliarden Euro an Kapital, so Fitch. Bei 80 Prozent Absicherung seien sogar 235 Milliarden Euro frisches Geld notwendig &#8211; schlichtweg utopisch.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"mediaBlock arto landscape clearfix\">\n<div id=\"imagefwid2\" class=\"image clearfix\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/p5.focus.de\/img\/incoming\/origs4229484\/1555659167-w467-h672-o-q75-p5\/die-stresstest-durch-43090768.jpg\" alt=\"Griechenland, Zombies, EZB, Stresstest, Bankenaufsicht, Bedeutung, Europ\u00e4ische Wirtschafts- und W\u00e4hrungsunion, Fitch, Kreditinstitut, ESM, Mario Draghi, Frank Sch\u00e4ffler, Jens Weidmann, Andreas Raymond Dombret, Klaus-Peter Willsch, Hans-Werner Sinn, Michael Meister, Europ\u00e4ische Zentralbank\" width=\"467\" height=\"672\" border=\"0\" \/><\/p>\n<div class=\"caption clearfix\"><span class=\"source\">dpa-Grafik<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<h2>EZB kauft &#8222;Ramsch&#8220;<\/h2>\n<p>Vor diesem Hintergrund erscheint auch das neue<a class=\"uc i\" title=\"Mehr zu Kredit\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/thema\/kredit\/\">Kredit<\/a><span class=\"kka_p\">-Ankaufprogramm von bis zu einer Billion Euro durch EZB-Pr\u00e4sident Mario Draghi in einem neuen Licht. Der ehemalige Goldman-Sachs-Banker will mit dem Geld Instituten vor allem aus den s\u00fcdlichen Euro-Staaten verbriefte Kredite abkaufen, sogenannte Asset Backed Securities (ABS), die vielfach unter den Status \u201eRamsch\u201c fallen.<\/span><\/p>\n<p><strong>Erhoffter Nebeneffekt:\u00a0<\/strong>Die Banken brauchen f\u00fcr die\u00a0<strong>Schrottpapiere\u00a0<\/strong><span class=\"kka_p\">keine R\u00fccklagen mehr zu bilden, ihre Bilanzen w\u00fcrden entlastet. \u00dcber den zweiten Nebeneffekt spricht Draghi nicht so gern: Das Risiko beim &#8211; wahrscheinlichen &#8211; Ausfall dieser Schrottpapiere wandert dann zur EZB und damit zum Steuerzahler. Vor allem zu den Deutschen, die mit ihrem Anteil an der EZB f\u00fcr 28 Prozent haften. Das w\u00e4re eine Bankenrettung durch die Hintert\u00fcr.<\/span><\/p>\n<p>Den M\u00fcnchner Wirtschaftsprofessor Hans-Werner Sinn\u00a0<a title=\"\u00e4rgert das ma\u00dflos\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/boerse\/top-oekonom-im-interview-ifo-chef-sinn-warnt-die-ezb-gibt-dem-geld-geleitschutz-auf-dem-weg-nach-suedeuropa_id_4225348.html\">\u00e4rgert das ma\u00dflos<\/a>: \u201eEs ist nicht so, dass jedes Land seine eigenen Steuerzahler in Anspruch nimmt, um den Banken Haftung abzunehmen. Vielmehr werden auch die Steuerzahler anderer L\u00e4nder in Proportion zu ihrer Gr\u00f6\u00dfe in Anspruch genommen.\u201c<\/p>\n<h2>Direkte Bankenrettung<\/h2>\n<p><span class=\"kka_p\">Euro-Kritiker Frank Sch\u00e4ffler erwartet, dass die EZB noch einen Schritt weiter geht und versucht, die trotz ABS-Ankauf nicht lebensf\u00e4higen Banken mit Geld aus dem Europ\u00e4ischen Stabilisierungsmechanismus (ESM) gesund zu spritzen. Noch im November soll der Bundestag \u00fcber eine \u00c4nderung der Richtlinien (Guidelines) des ESM-Vertrags abstimmen.<\/span><\/p>\n<p><strong>Die Folge:<\/strong>Die Ausf\u00fchrungsbestimmungen, die formal nicht zum Vertrag geh\u00f6ren, w\u00fcrden dann ausdr\u00fccklich auch die direkte Bankenrettung erlauben. Noch vor zwei Jahren beteuerte die Bundesregierung, genau diese Finanzierung werde es nie geben. \u201eDirekte Leistungen des ESM an Banken sind nach langen\u00a0<a class=\"uc playbtn\" title=\"Mehr zu Verhandlungen\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/wissen\/videos\/der-knappheitseffekt-wie-sie-kaufentscheidungen-beeinflussen-koennen_id_3639262.html?ucil=Video_Verhandlungen\">Verhandlungen<\/a>\u00a0auf Druck der Bundesregierung zu Recht ausgeschlossen worden\u201c, t\u00f6nte damals der damalige Unions-Vize Michael Meister.<\/p>\n<p>Kritiker in der Fraktion sehen sich deshalb get\u00e4uscht. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch schickte vergangene Woche eine Wut-Mail an alle Unionsparlamentarier. \u201eWas einst als Teufelszeug verdammt wurde, wird uns nun als &#8218;bedeutender Schritt auf dem Weg zur Vertiefung der W\u00e4hrungsunion&#8216; angepriesen\u201c, klagt Willsch. \u201eWoher soll das Vertrauen der B\u00fcrger in die Politiker kommen, wenn wir Abgeordneten selbst nicht den Aussagen unserer F\u00fchrung vertrauen k\u00f6nnen?\u201c<\/p>\n<p>Er f\u00fcrchtet eine hochgef\u00e4hrliche Entwicklung: \u201eIch rechne damit, dass die Banken k\u00fcnstlich am Leben erhalten werden. Im Ergebnis z\u00fcchten wir uns wie in Japan immer mehr Zombie-Banken heran.\u201c<\/p>\n<p>Quelle: Focus Online<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zombie-Banken wandeln weiter.\u00a0Was nach dem Stresstest auf deutsche Steuerzahler zukommt ! Der gro\u00dfe Banken-Stresstest der EZB hat gekl\u00e4rt, welche Institute nicht mehr lebensf\u00e4hig sind. Doch Politiker und Zentralbanker basteln schon heimlich an neuen teuren Rettungspl\u00e4nen. Die Zeche zahlt der Steuerzahler. An diesem Sonntag hat die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) ihre Macht demonstriert: Sie ver\u00f6ffentlichte die Ergebnisse [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[2],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/haup.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/220"}],"collection":[{"href":"http:\/\/haup.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/haup.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/haup.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/haup.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=220"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/haup.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/220\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":223,"href":"http:\/\/haup.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/220\/revisions\/223"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/haup.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=220"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/haup.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=220"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/haup.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=220"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}