{"id":156,"date":"2014-10-10T19:44:35","date_gmt":"2014-10-10T17:44:35","guid":{"rendered":"http:\/\/haup.eu\/?p=156"},"modified":"2014-12-16T13:17:55","modified_gmt":"2014-12-16T11:17:55","slug":"wolfgang-hawly-iwf-haelt-neue-weltwirtschaftskrise-fuer-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/haup.eu\/?p=156","title":{"rendered":"Wolfgang Hawly: IWF h\u00e4lt neue Weltwirtschaftskrise f\u00fcr m\u00f6glich"},"content":{"rendered":"<p><strong>Berlin<\/strong> &#8211; Der Internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF) hat einen d\u00fcsteren Weltwirtschaftsausblick gewagt. Die Wachstumsprognose m\u00fcsse deutlich nach unten korrigiert werden. Die IWF-Experten w\u00f6rtlich: \u201eDie Geschwindigkeit des Wachstums hat in den letzten Jahren entt\u00e4uscht.\u201c Besonders die Risiken f\u00fcr die Weltkonjunktur h\u00e4tten in den letzten Monaten rapide zugenommen. Eine neue Weltwirtschaftskrise sei durchaus m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die Wachstumsprognose wurde von 3,7 Prozent auf 3,3 Prozent heruntergeschraubt. Auch f\u00fcr das kommende Jahr liegen die Prognosen unter den Erwartungen, die der IWF noch im April formuliert hatte. F\u00fcr Deutschland wurden die Wachstumserwartungen um einen halben Prozentpunkt nach unten korrigiert.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr die tr\u00fcben Aussichten sind vielf\u00e4ltig. Die Eurozone treibe auf eine Stagnation zu, der erhoffte Aufschwung r\u00fcckt in weite Ferne. Der IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard sagte dazu: \u201eEs besteht das Risiko, dass die Erholung in der Eurozone stagniert. Aber sollte dieses Szenario wahr werden, w\u00fcrde es ein gro\u00dfes Problem werden.\u201c Geopolitische Krisen im Nahen und Mittleren Osten verursachen \u00f6konomische Sch\u00e4den durch steigende Energiepreise. Auch warnt der IWF vor einer \u00dcberhitzung der internationalen Finanzm\u00e4rkte, da die derzeit recht hohen Kurse nicht die tats\u00e4chliche Situation der Wirtschaft widerspiegeln. Die Investitionen seien zu gering, was sich wiederum in fehlender Nachfrage vor allem in den gro\u00dfen Volkswirtschaften niederschlage. \u00dcberdies warten in vielen L\u00e4ndern notwendige Strukturreformen auf ihre dringende Umsetzung. Auch Brasilien k\u00e4mpft mit einer deutlich abgeschw\u00e4chten Konjunktur und Russland leidet zunehmend unter den Sanktionen wegen der Ukraine-Krise. Diese Sanktionen f\u00fchren aber auch zu wirtschaftlichen Verlusten in EU-Staaten, die die Sanktionen verh\u00e4ngt haben, allen voran in Deutschland.<\/p>\n<p>Lediglich f\u00fcr die USA werden positive Zukunftsaussichten prognostiziert. So werden Wachstumsraten in H\u00f6he von 2,2 Prozent f\u00fcr dieses Jahr und 3,1 Prozent f\u00fcr das kommende Jahr vorhergesagt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Deutschland empfiehlt der IWF, die \u00f6ffentlichen Investitionen in die Infrastruktur zu steigern. Dass der IWF mit seinem Latein offenbar am Ende ist, belegt der Hinweis, dass die Europ\u00e4ische Zentralbank ihre Geldpolitik noch weiter lockern solle, wenn Inflation weiterhin nicht nennenswert steigt. Die Politik des billigen Geldes hat doch letztlich erst dazu gef\u00fchrt, dass die offizielle Inflation deutlich gesunken ist.<\/p>\n<p>Wenn die Folgen des billigen Geldes mit weiterem billigen Geld bek\u00e4mpft werden sollen, wird der Bock zum G\u00e4rtner gemacht.<\/p>\n<p>Quelle: Oliver Blanchard<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin &#8211; Der Internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF) hat einen d\u00fcsteren Weltwirtschaftsausblick gewagt. Die Wachstumsprognose m\u00fcsse deutlich nach unten korrigiert werden. 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